Niesen unterdrücken: So gefährlich ist es wirklich

Verena Elson
Ein Mann muss niesen
Beim Niesen Mund und Nase zuzuhalten kann zu gefährlichen Komplikationen führen © tetmc/iStock

Mund schließen und Nase zuhalten – so versuchen viele Menschen, das Niesen zu unterdrücken. Die Geschichte eines Engländers zeigt, warum Sie das niemals tun sollten.

Der 34-Jährige suchte mit starken Sprech- und Schluckbeschwerden eine Klinik im britischen Leicester auf. Die Ursache seiner Beschwerden war ein Niesunfall: Er wollte einen Nieser unterdrücken und hielt sich Mund und Nase zu. Daraufhin spürte er eine Art Knall im Hals. Der Rachen schwoll an, der Brite konnte kaum noch sprechen und schlucken. Offenbar war bei dem Unterdrücken des Niesers ein solcher Druck entstanden, dass die Rachenmuskulatur des Patienten gerissen war.

Bei der anschließenden Untersuchung vernahmen die Ärzte knackende und knisternde Geräusche vom Hals bis in den Brustkorb des Patienten – ein Anzeichen dafür, dass Luftbläschen im Gewebe eingeschlossen waren. Eine Computertomografie bestätigte das: Bei dem Patienten hatte sich ein sogenanntes Pneumomediastinum gebildet, eine Luftansammlung in der Brusthöhle. Seine Ärzte berichteten in dem Fachmagazin BMJ über den Fall.

 

Niesen unterdrücken – gefährliche Komplikationen möglich

Der Mann wurde stationär im Krankenhaus aufgenommen, wurde über eine Nasensonde ernährt und mit Antibiotika behandelt, um einer Infektion vorzubeugen. Doch er hatte Glück – nach einer Woche wurde er ohne bleibende Schäden entlassen. „Das Niesen zu unterdrücken, indem man Nase und Mund zuhält, ist ein gefährliches Manöver und sollte vermieden werden“, schreiben seine Ärzte in dem Report.

Der Druck, der dabei entsteht, kann zu weiteren Komplikationen führen, so die Experten. Dazu gehören etwa das Platzen des Trommelfells und das Reißen eines Gehirnaneurysmas (entzündetes und erweitertes Blutgefäß im Gehirn) – dieses kann zu lebensbedrohlichen Hirnblutungen führen.

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