Nierenversagen, weil wir zu wenig trinken

viel trinken damit das Nierensystem funktioniert
Unser Nierensystem sorgt dafür, dass Abfallstoffe aus dem Körper ausgeschieden werden. Wenn wir zu wenig trinken, kann das Organ nicht richtig arbeiten © Fotolia

Viele Senioren nehmen im Laufe des Tages zu wenig Flüssigkeit zu sich. Aber auch junge Menschen trinken zu wenig Wasser. Warum es so gefährlich ist, wenn wir zu wenig trinken, erfahren Sie hier.

 

Schluss mit zu wenig trinken

So klein unsere Nieren auch sind, so groß ist ihre Bedeutung. Sie sind die Kläranlagen des Körpers, sie filtern Abfallstoffe aus dem Blut, die bei der Verdauung und beim Stoffwechsel anfallen. Auch von außen zugeführte Fremdstoffe wie Medikamente werden über die Nieren ausgeschieden. In einer Minute wird jede Niere von gut einem halben Liter Blut durchströmt, an einem einzigen Tag sind das rund 1.700 Liter. Eine enorme Leistung. Ohne sie würden wir durch körpereigenen Abfall vergiftet. Doch dieser komplizierte Vorgang der beiden Nieren kann nur funktionieren, wenn wir dem Körper täglich genügend Flüssigkeit zuführen. Prof. Müller von der Uniklinik Göttingen: "Die Nieren regulieren den Salz- und Wasserhaushalt des Körpers. Damit das auch wirklich problemlos funktioniert, benötigen sie viel Flüssigkeit.”

Mindestens zwei Liter sollten es bei Erwachsenen und Kindern pro Tag sein. Der hohe Flüssigkeitsumsatz ermöglicht es, dass die winzig kleinen Funktionseinheiten (Nephronen) in der Niere das Blut reibungslos filtern können. Je weniger Nephrone ein Mensch besitzt – im Schnitt sind es zwischen 1 und 1,5 Millionen pro Niere – desto mehr muss er trinken. Das lässt sich anhand von Blut- und Urinwerten feststellen.

 

Das passiert im Körper, wenn wir zu wenig trinken

Doch häufig kommt es vor, dass wir zu wenig trinken. Die unzureichende Flüssigkeitsaufnahme führt irgendwann zu Nierenversagen. Das heißt, wenn wir zu wenig trinken, fallen die Funktionen der Nieren innerhalb weniger Stunden oder Tage total aus. Bei akutem Nierenversagen rettet nur noch das Dialysegerät, die sogenannte künstliche Niere. Sie übernimmt die Blutwäsche für die defekten Organe.

Derzeit sind es 42.000 Deutsche, die auf die Dialyse angewiesen sind, viele davon zum Teil schon mehr als 20 Jahre. Dreimal wöchentlich müssen sie für vier bis fünf Stunden zur Blutwäsche. In dieser Zeit fließen 40 bis 60 Liter Blut zur künstlichen Niere und werden dort entgiftet. Die Patienten können entscheiden, ob sie in einer Dialyse-Klinik bzw. -Praxis oder zu Hause dialysieren möchten. Für die Heimdialyse werden sie in Kursen geschult. Eine weitere Therapiemöglichkeit neben der Dialyse ist die Nierentransplantation. Doch es gibt zu wenig Spendernieren.

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