Niedriger Blutdruck, was tun?

Redaktion PraxisVITA
Grillfleisch würzen
Niedriger Blutdruck, was tun? Kochsalz im Essen treibt den Blutdruck nach oben © istock
Inhalt
  1. Wann Sie etwas gegen Ihren niedrigen Blutdruck tun sollten
  2. Niedriger Blutdruck, was tun? Viel trinken stärkt den Kreislauf
  3. Was tun bei niedrigem Blutdruck? Treiben Sie es bunt
  4. Niedriger Blutdruck, was tun? Wechselduschen und Massagen helfen
  5. Was tun bei niedrigem Blutdruck? Pausen einlegen
  6. Was tun bei niedrigem Blutdruck? Kopf hoch!
  7. Niedriger Blutdruck, was tun? Salz treibt den Blutdruck hoch
  8. Wo Blutdruck messen?
  9. Wann Blutdruck messen?
  10. Was ist sonst noch zu beachten?

Wird Ihnen auch oft schwarz vor Augen? Wenn der Kreislauf versagt, sind die Folgen unangenehm. Niedriger Blutdruck, was tun? Lesen Sie hier, wie Sie bei Hypotonie richtig handeln!

Ist niedriger Blutdruck gesundheitsgefährdend?

Im Gegensatz zu Bluthochdruck sind niedrige Werte weder eine Krankheit noch gefährlich. Der geringere Druck schont sogar das Herz und die Gefäße. Daher muss er auch nicht immer behandelt werden. Etwas anderes ist es aber, wenn niedriger Blutdruck Probleme bereitet. Wem aufgrund dessen oft schwindelig ist, deswegen stürzt oder ständig müde ist, sollte handeln.

Niedriger Blutdruck
Sinkt der Wert unter 105 zu 60 mmHg, handelt es sich um Hypotonie © istock/geengraphy

Kalte Hände hatte Marion W. eigentlich ständig. Gedanken hatte sie sich darüber aber nie gemacht. Doch in letzter Zeit war der 54-Jährigen auch immer öfter schwindlig und ihre Augen ermüdeten schneller. Deshalb ging sie zum Arzt – und der stellte eine überraschende Diagnose: Denn während andere Menschen in ihrem Alter mit zu hohem Blutdruck kämpfen, ist der von Marion W. zu niedrig. Mediziner nennen das Phänomen Hypotonie.

Ab wann hat man zu niedrigen Blutdruck?

Sinkt der Wert unter 105 zu 60 mmHg, handelt es sich um Hypotonie, also einen zu niedrigen Blutdruck. Der Idealwert liegt im Ruhezustand bei 120/80 mmHg. Wer kein Messgerät zu Hause hat, kann seine Werte auch in der Apotheke oder beim Hausarzt überprüfen lassen. Damit die Messung nicht verfälscht wird, vorher etwa fünf Minuten ruhig sitzen.

 

Wann Sie etwas gegen Ihren niedrigen Blutdruck tun sollten

Gefährlich ist der niedrige Blutdruck selbst nicht. Ganz im Gegenteil: Die Betroffenen haben statistisch sogar eine etwas höhere Lebenserwartung. Trotzdem kann die Hypotonie Probleme machen. Denn wenn der Blutdruck sinkt, strömt auch weniger Blut ins Gehirn und dort kommt weniger Sauerstoff an. Das kann zu Sehstörungen und Schwindel, Ohrensausen und manchmal sogar zu einer Ohnmacht führen. Menschen mit Hypotonie fallen auch öfter hin als Leute mit normalem Blutdruck. Deshalb ist es für sie wichtig, den Kreislauf richtig auf Trab zu bringen.

Wasser trinken bei niedrigem Blutdruck
Niedriger Blutdruck, was tun? Wer unter Hypotonie leidet, sollte täglich mindestens zweieinhalb Liter natriumreiches Wasser trinken. Kaffee, Tee oder auch ein Glas Sekt treiben zwar den Blutdruck nach oben, wirken aber nur sehr kurzfristig© istock
Was ist die Ursache für niedrigen Blutdruck?

In den meisten Fällen ist es Veranlagung. Nach einer OP mit hohem Blutverlust kann es zu einer vorübergehenden Hypotonie kommen. Manchmal sind Krankheiten wie z. B. Schilddrüsenunterfunktion oder Blutarmut die Ursache.

 

Niedriger Blutdruck, was tun? Viel trinken stärkt den Kreislauf

Niedriger Blutdruck, was tun? Die beiden wichtigsten Tipps dagegen sind denkbar einfach: Sport treiben und viel trinken. Gerade ausdauernde Bewegungen wie Radfahren, Spazierengehen, Wandern, Tanzen, Schwimmen oder Gymnastik helfen, den Kreislauf anzutreiben. Wer unter den Symptomen des niedrigen Blutdrucks leidet, sollte zudem darauf achten, dass er pro Tag mindestens zweieinhalb Liter natriumreiches Wasser trinkt.

Tipp: Dieses alte indische Rezept soll morgens auf den Kreislauf wie Doping wirken: 1/4 Liter Wasser aufkochen und nüchtern möglichst warm langsam trinken. 20 Minuten warten. Dann den Morgenkaffee genießen.

Alternative: Steigen Sie im Sommer auf schwarzen Tee um. Er macht länger fit, weil das Teein langsamer freigesetzt wird.

Warmes Wasser
Dieses indische Rezept wirkt wie Doping auf den Kreislauf: 1/4 Liter Wasser aufkochen und nüchtern möglichst warm langsam trinken © istock
 

Was tun bei niedrigem Blutdruck? Treiben Sie es bunt

Gegen Kreislaufprobleme helfen diese Vitalstoffe: Vitamin C zur Aktivierung des Stoffwechsels. Gute Quellen: Paprika, Zitrusfrüchte.

Magnesium zur Stabilisierung des Kreislaufs. Quellen: Nüsse, Bananen, Aprikosen.

Eisen und Chrom verbessern die Fließeigenschaft des Blutes. Quellen: Kräuter, Kürbiskerne, Beeren, Rosinen.

US-Forscher machten eine kuriose Entdeckung: Wer einmal am Tag eine saure Gurke isst, kann den Blutdruck um 10 mmHg steigern. Alternative: eine Tasse Bouillon.

Der Grund: Die Säure der Gurke bzw. das natürliche Salz in der Brühe verengen die Gefäße. Damit das Blut flüssiger ist und besser zirkulieren kann, täglich mindestens zwei Liter Flüssigkeit trinken. Ideal ist stilles zimmerwarmes Wasser.

Eine saure Gurke am Tag steigert den Blutdruck
Niedriger Blutdruck, was hilft? Wer einmal am Tag eine saure Gurke isst, kann seinen Blutdruck um 10mmHg steigern. Der Grund: Die enthaltene Säure der Gurke enthält Salze, welche die Gefäße verengen © Fotolia
 

Niedriger Blutdruck, was tun? Wechselduschen und Massagen helfen

Schon früh am Morgen kann man mit kleinen Maßnahmen eine Menge für einen stabilen Blutdruck tun. Auch wenn es Überwindung kostet – versuchen Sie es doch einmal mit Wechselduschen. Abwechselnd mindestens dreimal sollten Sie Ihren Körper mit warmem und kaltem Wasser abduschen. Beginnen Sie an den Beinen und führen Sie den Wasserstrahl nach oben. Wichtig: Enden Sie immer mit kaltem Wasser.

Beinmassage gegen niedrigen Blutdruck
Niedriger Blutdruck, was tun? Nach der Dusche hilft eine Massage mit speziellen Bürsten dem Kreislauf auf die Sprünge © istock

Nach der Dusche hilft eine Massage mit speziellen Bürsten dem Kreislauf auf die Sprünge. Beginnen Sie auch hier an den Beinen und arbeiten Sie sich zum Herzen hoch. Reiben Sie den ganzen Körper in kleinen kreisenden Bewegungen ab. Am besten eignen sich dafür spezielle Massagebürsten mit Holznoppen oder Naturborsten. Angenehm sind auch Naturschwämme oder Massage-Handschuhe aus Sisal.

 

Was tun bei niedrigem Blutdruck? Pausen einlegen

Menschen mit Hypotonie sollten so oft wie möglich die Beine hochlegen, um den Rückfluss des Blutes zum Herzen zu fördern. Sie können auch mehrmals am Tag die Venen trainieren, das hilft ebenfalls. Dazu abwechselnd auf Zehen und Fersen wippen, jeweils 20 Sekunden lang. Wer zu Krampfadern neigt und viel stehen muss, sollte zumindest stundenweise Stützstrümpfe tragen.

Mädchen legt Beine hoch
Menschen mit Hypotonie sollten so oft wie möglich die Beine hochlegen, um den Rückfluss des Blutes zum Herzen zu fördern © istock
 

Was tun bei niedrigem Blutdruck? Kopf hoch!

Bei niedrigem Blutdruck sollte der Kopf nachts mindestens 15 Zentimeter höher liegen als die Füße. So verhindern Sie, dass der Blutdruck beim Schlafen noch weiter absinkt. Durch die erhöhte Lage gewöhnt sich das Herz daran, das Blut verstärkt nach oben zu pumpen. Die Folge: Der Blutdruck ist beim Aufwachen fast normal. Wer es verträgt: Abends eine Tasse Kaffee hält den Blutdruck konstant.

Eine Tasse Kaffee
Was tun bei niedrigem Blutdruck? Abends eine Tasse Kaffee hält den Blutdruck konstant © istock
 

Niedriger Blutdruck, was tun? Salz treibt den Blutdruck hoch

Kochsalz im Essen treibt den Blutdruck nach oben. Für Menschen mit Hypotonie, die sich auch die Frage stellen "Niedriger Blutdruck, was tun?"  ist das eine gute Nachricht. Etwa ein bis drei Gramm Salz verliert unser Körper pro Tag. Und auch nur so viel Salz müssten wir eigentlich über die Nahrung aufnehmen. Bis zu sechs Gramm pro Tag empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Die meisten Menschen aber nehmen deutlich mehr zu sich.

Männer essen im Schnitt etwa acht Gramm Salz pro Tag, Frauen etwas weniger. Das ist eine der Hauptursachen für Bluthochdruck. Die Betroffenen sollten deshalb ihren Salzkonsum reduzieren. Wer einen zu niedrigen Blutdruck hat, sollte dagegen lieber etwas mehr Salz als die empfohlenen sechs Gramm essen. Also greifen sie bei niedrigem Blutdruck lieber zu Salzstangen statt zu Schokolade, wenn Sie etwas naschen und gleichzeitig etwas gegen Ihren niedrigen Blutdruck tun möchten.

Womit wird der Blutdruck richtig gemessen?

Die meisten Geräte für den Hausgebrauch messen den Blutdruck am Handgelenk. Experten empfehlen eigentlich Geräte mit Manschetten für den Oberarm. Die sind aber etwas schwerer anzulegen. Und bei korrekter Bedienung liefern auch die Handgelenk-Geräte zuverlässige Ergebnisse.

 

Wo Blutdruck messen?

Am Oberarm wird die Manschette etwa zwei Zentimeter oberhalb der Ellenbeuge angelegt und aufgepumpt. Am Handgelenk sollten Sie die Manschette dort anlegen, wo Sie auf der Innenseite des Arms den Puls fühlen können. Danach sollte die Manschette auf Herzhöhe angehoben werden. Messen Sie beim ersten Mal an beiden Armen und dann immer an dem Arm, der beim ersten Mal die höheren Werte lieferte.

Niedriger Blutdruck
Am besten wird der Blutdruck am Oberarm gemessen. Vor dem Messen sollten Sie sich fünf Minuten hinsetzen, um keine verfälschten Werte zu bekommen © istock/hoozone
 

Wann Blutdruck messen?

Bevor Sie den Blutdruck messen, sollten Sie sich fünf Minuten lang im Sitzen ausgeruht haben. Falls Sie Medikamente nehmen, die den Blutdruck beeinflussen, messen Sie morgens, bevor Sie die Arznei einnehmen.

 

Was ist sonst noch zu beachten?

Sprechen, Lachen, Husten, Niesen können die Messwerte verfälschen. Ein einziger unnatürlich hoher oder niedriger Messwert sagt noch gar nichts aus. Messen Sie täglich und tragen Sie Ihre Werte in eine Tabelle ein.

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