Nie wieder Mammografie?

Verena Elson
Mammografie-Aufnahme
Die Mammografie wird als Standardverfahren zur Brustkrebs-Früherkennung eingesetzt. In wenigen Jahren könnte sie durch eine neue Methode abgelöst werden © iStock

Seit 2005 werden Frauen ab 50 alle zwei Jahre zur sogenannten Mammografie eingeladen. Das Ziel: Brustkrebs früher zu erkennen. Jetzt soll das Verfahren durch eine neue Methode ersetzt werden. Was kann die Tomosynthese, das die Mammografie nicht kann?

„Mammografie“ bedeutet so viel wie Untersuchung der Brust – der Begriff wird aber als Synonym für die Röntgenmammografie verwendet, also die Untersuchung der Brust mittels Röntgenaufnahmen. Diese wird zurzeit als Standardverfahren der Brustkrebs-Früherkennung verwendet, zu der Frauen zwischen 50 und 69 Jahren seit 2005 alle zwei Jahre eingeladen werden.

 

Mammographie und Tomosynthese – was ist der Unterschied?

Nun ist ein neues Verfahren im Gespräch, dass die Mammografie bereits in wenigen Jahren ablösen könnte – die Tomosynthese. Dieses Verfahren wird auch 3-D-Mammografie genannt, denn dabei wird die Brust aus unterschiedlichen Winkeln aufgenommen.

Die klassische Mammographie hat eine relativ hohe Fehlerquote – denn sich überlagerndes Gewebe kann fälschlicherweise für eine bösartige Veränderung gehalten werden oder tatsächlich vorhandene Tumoren verbergen. Die Tomosynthese liefert durch die Betrachtung aus verschiedenen Winkeln verlässlichere Aufnahmen. Falsch-positive Befunde werden bei diesem Verfahren eher vermieden.

Besonders bei Frauen mit dichtem Brustgewebe (also einem hohen Anteil an Bindegewebe und Drüsengewebe im Verhältnis zum Fettgewebe in der Brust) ist das von Vorteil. Denn dichtes Brustgewebe erhöht erstens das Brustkrebs-Risiko und erschwert zweitens die Diagnose von Tumoren bei der Mammografie, weil auf den Aufnahmen weniger zu sehen ist. Die Tomosynthese liefert hier genauere Bilder und erleichtert sie Diagnose.

 

Wann kommt die Tomosynthese?

Bei Mammografie-Screenings werden derzeit rund ein Viertel der jährlich diagnostizierten Brusttumoren entdeckt. Das heißt, ein Großteil der Diagnosen wird entweder zwischen den Untersuchungen gestellt oder bei Patientinnen, die gar nicht am Screening-Programm teilnehmen, etwa weil sie nicht zu der betreffenden Altersgruppe gehören. Würde die Tomosynthese zu mehr Diagnosen führen?

Es ist anzunehmen – denn mit dem neuen Verfahren werden mehr Knoten und Veränderungen in der Brust gefunden. Doch sind diese Funde auch lebensrettend? Diese Frage muss zunächst durch Studien geklärt werden, bevor die Tomosynthese als Standardverfahren der Brustkrebs-Früherkennung eingeführt wird. In Brustzentren wird sie bereits angewendet – allerdings zur genaueren Untersuchung bei Krebs-Verdachtsfällen. Experten rechnen mit einer Ablösung der Mammografie durch die Tomosynthese für die Früherkennung in rund fünf Jahren.

Fest steht indes: Die Tomosynthese ist nicht etwa schädlicher als die Mammografie – die Belastung durch Röntgenstrahlung ist bei beiden Untersuchungen gleich.

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