Nie wieder Herpes?

Eine Frau hält ihre Hand vor den Mund
Bald könnte es ein vorbeugendes Medikament gegen Herpes geben – denn US-Forschern ist es gelungen, einen "Ausschalter" für das Virus zu finden © Fotolia

Im Stress der Vorweihnachtszeit passiert es wieder vielen Leidgeplagten: Die Herpesbläschen sprießen. Doch warum kommen sie immer in stressigen Zeiten? Darauf haben Wissenschaftler jetzt erstmals eine Antwort gefunden – und sind einem möglichen „Ausschalter“ des Virus auf der Spur.

Wer sich einmal mit dem Herpesvirus infiziert hat, trägt es sein Leben lang im Körper. Die meiste Zeit davon ruht das Virus in den Nervenzellen der Haut. Doch sind Betroffene besonders gestresst, wird das Virus aktiviert und es kommt zur Bläschenbildung.

Warum das so ist, war der Wissenschaft bisher nicht klar. Nun haben Forscher der University of North Carolina die Erklärung für den Zusammenhang zwischen Stress und Herpes gefunden: Das Virus hat einen „Verbündeten“, der ihm dabei hilft, die Nervenzellen zu verlassen und sich zu vermehren – und dieser Verbündete tritt auf den Plan, wenn wir gestresst sind.

 

Protein aktiviert Herpesvirus bei Stress

Die Rede ist von einem Protein namens JNK. Dieses wird bei der Ausschüttung von Stresshormonen vermehrt produziert. In Versuchen mit Mäusen konnten die US-Forscher zeigen, dass JNK das Virus aus seinem Schlaf weckt und ihm ermöglicht, die Zelle zu verlassen und sich zu vermehren.

Dazu betrachteten sie Nervenzellen von Mäusen, in denen das Herpesvirus „schlummerte“. Als sie diese Nervenzellen Stresshormonen aussetzten, konnten sie Folgendes beobachten: Sobald JNK produziert wurde, begann das Virus, die Nervenzellen zu verlassen.

 

„Ausschalter“ für Herpes gefunden

Blockierten die Wissenschaftler JNK, blieb das Herpesvirus in der Zelle „gefangen“ und konnte nicht aktiviert werden. Diese Erkenntnis ist besonders wichtig, denn die Wissenschaftler glauben, damit den Ausschalter für Herpes gefunden zu haben. Wenn der JNK-Hemmstoff bei Menschen die gleiche Wirkung zeigt, gibt es erstmals eine Methode, das Ausbrechen des Virus medikamentös zu verhindern. Die Studienleiter wollen das Verfahren im nächsten Schritt mit menschlichen Nervenzellen testen.

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