Nicht jede Zyste muss operiert werden

Ultraschalluntersuchung bei Verdacht auf Zysten
Mithilfe einer Ultraschalluntersuchung können Eierstockzysten entdeckt werden. In den meisten Fällen bilden sie sich von allein zurück, ohne dass ein operativer Eingriff nötig ist © Fotolia

Sie haben eine Eierstockzyste! Wenn der Arzt diese Diagnose stellt, ist das kein Grund zur Panik. Denn in 98 Prozent aller Fälle bilden sich die flüssigkeitsgefüllten Bläschen von allein zurück. Nur selten ist ein operativer Eingriff nötig.

 

Wie entstehen Eierstockzysten?

Meist sind sie die Folge von hormonellen Veränderungen. Deshalb sind vor allem Frauen kurz nach der Pubertät und kurz vor den Wechseljahren davon betroffen. Zysten können außerdem als Nebenwirkung einer Hormontherapie sowie in Verbindung mit einer Erkrankung, zum Beispiel Diabetes, auftreten. Manchmal entstehen die Bläschen auch aufgrund angeborener Fehlbildungen von Keimzellen in den Eierstöcken.

 

Wodurch bemerke ich eine Zyste?

Kleine Zysten bleiben meistens unbemerkt. Sie erkennt nur der Frauenarzt bei der routinemäßigen Tast- oder Ultraschalluntersuchung. Erreichen die Zysten eine bestimmte Größe, können sie auf andere Organe drücken und beispielsweise Bauch- oder Rückenschmerzen, Schmerzen beim Sex oder beim Stuhlgang hervorrufen. Aber auch schmerzhafte Regelblutungen und Blutungen nach den Wechseljahren sind möglicherweise Anzeichen für Eierstockzysten.

 

Wann muss eine Zyste behandelt werden?

Die meisten Zysten verschwinden in der Regel von ganz allein. Wenn eine Zyste größer wird als 6-8 cm, sollte der Frauenarzt sie alle 1-2 Wochen über einen Zeitraum von 2 Monaten mit einem Scheiden-Ultraschall prüfen. Eine große Zyste bereitet nicht nur Schmerzen im Unterleib, sie kann auch Hormone produzieren und so den Zyklus durcheinanderbringen. Dauerblutungen und Ausbleiben der Regel sind dann die Folge. Schlimmstenfalls können Zysten platzen und Blutungen im Bauchraum verursachen. Sehr, sehr selten entwickelt sich aus einer Zyste ein bösartiger Tumor.

 

Welche Therapien gibt es?

Haben Sie häufiger Zysten, sollten die Hormone wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. Entweder mit pflanzlichen Mitteln, zum Beispiel Tropfen mit Mönchspfeffer (rezeptfrei), oder durch Gestagen-Tabletten. Diese werden in der zweiten Zyklushälfte genommen. Natürlich wirkt auch die Pille hormonregulierend. Verschwindet die Zyste nach längerer Zeit gezielter Hormontherapie nicht, sollte sie bei einer Bauchspiegelung (einer sogenannten Laparoskopie) entfernt werden. Dabei dringt der Arzt über einen kleinen Schnitt (minimal-invasiv) unterhalb des Bauchnabels mit einem Endoskop in das Innere des Bauchraumes ein und löst die Zyste vorsichtig heraus.

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