Nicht für die Ewigkeit – wann verschwindet Brad Pitt von ihrem Körper?

Joana Schmidt
angelina mit tattoo
Auch Angelina Jolie will nicht länger mit Tattoos herumlaufen, die sie sich aus Liebe zu Brad Pitt stechen ließ © FOTOLIA / ALAMY

Viele Menschen wollen ihre Tattoos irgendwann wieder loswerden – so geht es jetzt auch Angelina Jolie mit ihren tätowierten Liebesbeweisen. Wie entfernt man die Motive am besten? Wann ist das gesundheitsschädlich und was muss man sonst noch beachten?

Liebe, die unter die Haut geht – in Brangelinas Fall wohl etwas zu tief. Angelina Jolie trägt die Initialen und den Geburtsort ihres Mannes auf dem Körper. Auf der Innenseite ihres rechten Oberschenkels steht "Whiskey Bravo", was für Brad Pitts vollständigen Namen William Bradley Pitt steht. Ein großflächiges buddhistisches Motiv befindet sich auf ihrem Rücken, genau wie auf Brad Pitts Brust. Die beiden Bilder entstanden aus der gleichen Tinte und sollten das Paar auf spirituelle Weise verbinden. Doch kann sie die Bilder nach der Trennung problemlos wieder loswerden?

 

Dunkle Tattoos sind leichter zu entfernen

Angelina Jolie hat Glück – ihre Tattoos sind schwarz. Dunkle Tätowierungen lassen sich besser entfernen als bunte. „Kein seriöser Mediziner wird eine hundertprozentige Entfernung versprechen. Während sich schwarz aber meist gut entfernen lässt, bleiben gelbe Flächen oft komplett stehen", erklärt Professor Wolfgang Bäumler, Physiker und Tattoo-Forscher an der Klinik für Dermatologie der Universität Regensburg. Je größer das Motiv, umso schwieriger ist es zu entfernen. Bäumler empfiehlt, sich bei einem Hautarzt behandeln zu lassen statt in einem Tattoo Studio. „Schließlich kann dabei einiges schiefgehen“, so der Experte.

 

Risiken bei der Behandlung

Die gängigste Methode der Tattoo-Entfernung ist die Laserbehandlung. Unbedingt abzuraten ist von dem Verfahren mit Blitzlampen oder mit Milchsäure. Beides schädigt die Haut schwer und hinterlässt Narben. Doch selbst die Laserbehandlung ist nicht frei von Risiken. Denn das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat jetzt erstmals bei der Laserbehandlung blauer Tattoos giftige und krebserregende Stoffe wie Blausäure gefunden. Zudem kann die Haut nach dem Lasern von Narben bedeckt sein. Diese entstehen aber oft schon durch die Nadeln beim Tätowieren und waren zuvor lediglich unter der Farbe verborgen. Das Lasern selbst führt nur selten zu bleibenden Hautschäden. Die Methode kann an allen Körperstellen angewandt werden, ist an empfindlichen Stellen wie im Intimbereich jedoch schmerzhafter.

 

Ablauf einer Laserbehandlung

Der Arzt zielt aus naher Entfernung mit dem Laser auf das Tattoo. Dabei ist rotes Licht zu sehen, das aber nur zur Orientierung dient. Der eigentliche Laserimpuls ist ein beinahe unsichtbarer, mehrere hundert Grad heißer Lichtblitz und dauert nur Bruchteile von Sekunden. Er ist so intensiv, dass Arzt und Patient Schutzbrillen tragen müssen. Das Licht des Lasers dringt zwei bis drei Millimeter tief in die Haut ein und wird von den Farbpigmenten aufgenommen. Durch die zusätzliche Energie zerplatzen diese. Auch wenn die Bruchstücke vom Körper über Lymphe oder Blutbahn abtransportiert und dann ausgeschieden werden, bleibt ein Teil der Pigmente im Körper zurück.

Das Laserlicht lässt Farbpigmente platzen, indem es sie ganz kurz auf mehrere hundert Grad erhitzt
Das Laserlicht lässt Farbpigmente platzen, indem es sie ganz kurz auf mehrere hundert Grad erhitzt© Fotolia
 

Mehrere Sitzungen notwendig

„Die Entfernung eines etwa handtellergroßen Tattoos kostet pro Sitzung ungefähr 100 bis 200 Euro", sagt der Tattoo-Forscher Bäumler. In der Regel muss die entsprechende Stelle sechs- bis zwölfmal behandelt werden, bis die Pigmente größtenteils zerstört sind. Da der Körper sie abtransportieren muss, sollten zwischen den Sitzungen jeweils drei bis vier Wochen vergehen. Das Lasern ist schmerzhaft. „Ungefähr so, als ob man mit einem Gummiband auf die Haut schnalzt", beschreibt es Bäumler. Es gibt betäubende Cremes, meist werden Tattoos jedoch ohne Betäubung entfernt. Die betroffene Haut darf danach mehrere Wochen nicht der Sonne ausgesetzt werden. Für Angelina Jolie dürften diese Strapazen nicht neu sein. Sie ließ bereits 2013 eine Tätowierung von ihrem Arm entfernen – dort prangte zuvor der Name ihres Exmannes Billy Bob Thornton.

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