Bittergurke: Wirkung und Nebenwirkungen des Superfoods

Die Bittergurke führt hierzulande noch ein Schattendasein. Doch der Gemüse-Exot bringt viele gesundheitliche Vorteile mit sich – wenn sie richtig eingesetzt wird.

Bittergurke
Krötengrün und bitter im Geschmack - bei der Bittergurke zählen eindeutig die inneren Werte. Und die sind durchaus attraktiv, wie Gießener Forscher:innen entdeckt haben Foto: iStock/egal

Die Heimat der Bittergurke (auch Balsambirne oder Bittermelone) liegt in tropischen Gefilden in Asien, Afrika und Südamerika. In Europa findet das Gemüse erst seit wenigen Jahren Beachtung. Die Bittergurke ist hierzulande von Oktober bis März zu bekommen (z. B. auf Wochenmärkten). Der Frucht werden verschiedene positive Auswirkungen auf die Gesundheit nachgesagt.

Bittergurke: Wirkung auf den Blutzuckerspiegel

Mediziner:innen beobachten bereits seit Längerem eine blutzuckersenkende Wirkung der Pflanze. Eine 2018 veröffentlichte Studie der Justus-Liebig-Universität Gießen ist der Beweis dafür gelungen.

52 Menschen mit sogenanntem Prädiabetes (eine Vorstufe von Diabetes) nahmen an der Studie teil. Über einen Zeitraum von acht Wochen tranken sie täglich Saft, der entweder Bittergurken- oder Gurkenpulver enthielt. Keiner der Proband:innen wusste, in welcher Gruppe er oder sie sich befand. Die tägliche Dosis Bittergurken-Pulver betrug 2,5 Gramm.

Die Forscher:innen beobachteten: Die Bittergurken-Kur senkte den Nüchternblutzucker der Proband:innen deutlich. Unter dem Nüchternblutzucker versteht man den Gehalt von Glukose im Blut, nachdem man mindestens acht Stunden nichts gegessen und nur Wasser getrunken hat. Ein erhöhter Nüchternblutzucker gilt als Hinweis auf einen Prädiabetes bzw. einen Diabetes.

Bittergurke: Bei Diabetes noch bessere Wirkung

Der beobachtete Effekt war umso größer, je höher der Nüchternblutzucker der Proband:innen zu Anfang der Studie war. Die Wissenschaftler:innen gehen darum davon aus, dass die Wirkung des Extrakts bei Diabetiker:innen noch stärker ausfallen würde.

Der Bittergurke werden außerdem noch weitere gesundheitsfördernde Eigenschaften nachgesagt. So gilt sie als wirksam gegen Verstopfung und soll die Fettverbrennung fördern. Keine dieser Wirkungen ist bisher allerdings in aussagekräftigen Studien untersucht worden.

Bittergurke: Diese Nebenwirkungen sind möglich

Bittergurkenpulver gibt es in Kapselform in Apotheken zu kaufen. Mediziner:innen raten jedoch dazu, die Einnahme und Dosierung zuvor mit einem Arzt oder einer Ärztin zu besprechen, damit es nicht zu Nebenwirkungen kommt. Zu den möglichen Nebenwirkungen zählen:

  • Unterzuckerung

  • Krämpfe

  • Magenschmerzen

  • Durchfall

  • Kopfschmerzen

Zudem wird der Bittergurke nachgesagt, dass sie Früh- und Fehlgeburten verursachen und Spermien schädigen kann.

Bittergurke zubereiten: So geht es

Wer sich die Bittergurke als Mahlzeit zubereiten möchte, sollte wie folgt vorgehen:

  • Die Enden der frischen Früchte abschneiden

  • Die Früchte halbieren, schälen und Mark und Kerne entfernen

  • Die Früchte für 20 Minuten in Salz einlegen, anschließend das Salz wieder abspülen

Bittergurken schmecken gekocht, blanchiert oder gebraten.

Quelle:

Krawinkel, Michael B., et al. (2018): Bitter gourd reduces elevated fasting plasma glucose levels in an intervention study among prediabetics in Tanzania, in: Journal of ethnopharmacology