Neues Medikament gegen das Altern in Sicht

zwei Personen halten Händchen
Den Alterungsprozess des Körpers aufhalten – diesem Ziel sind US-Forscher jetzt einen entscheidenden Schritt nähergekommen © Fotolia

Ein Medikament, das den Alterungsprozess des Körpers stoppt? Das könnte schon bald keine Zukunftsmusik mehr sein, zeigt eine aktuelle US-amerikanische Studie.

Viele chronische Erkrankungen wie Osteoporose (Knochenschwund) oder Makuladegeneration haben eine gemeinsame Hauptursache: das Altern.

Die genauen Alterungsprozesse im menschlichen Körper haben selbst Wissenschaftler noch nicht durchdrungen. Fest steht aber: Eine Schlüsselrolle dabei spielt die Zellalterung. Unsere Zellen teilen sich fortwährend, wodurch aus alten Zellen neue, junge entstehen. Doch irgendwann hören die Zellen auf, sich zu teilen – dieses Phänomen bezeichnen Experten als „Seneszenz“.

Mit der Zeit sammeln sich immer mehr sogenannte seneszente Zellen im Körper an und es gibt immer weniger neuen Nachschub. Doch ohne neue, junge Zellen altert der Organismus. Das wirkt sich auf die Gesundheit aus: Ein gealtertes Immunsystem ist nicht mehr so gut darin, Krankheiten abzuwehren, alte Knochen werden brüchig, Muskeln schwinden, die Sehschärfe lässt nach und das Bindegewebe erschlafft.

 

„Aufräumaktion“ im Körper: Alte Zellen beseitigen

Doch was passiert, wenn man im Körper „entrümpelt“ und die alten, unbrauchbaren Zellen entfernt? Das untersuchte ein Forscherteam verschiedener US-amerikanischer Institute in einer aktuellen Studie.

Dazu testeten sie verschiedene Wirkstoffe im Labor und fanden zwei geeignete Kandidaten: Das Krebsmedikament Dasatinib und den natürlichen Farbstoff Quercetin, der beispielsweise in Äpfeln und Zwiebeln vorkommt.

In Laborversuchen schafften es beide Wirkstoffe, seneszente Zellen zu selektieren und zu zerstören. Doch als am effektivsten beim „Reinemachen“ erwies sich eine Kombination aus beiden Stoffen.

Als nächstes testeten die Forscher die neue Medikamentenkombination an Mäusen. Mit beachtlichen Ergebnissen: Schon nach einer einmaligen Dosis zeigten die Mäuse mehr Ausdauer bei sportlichen Tests – und dieser Effekt hielt für sieben und mehr Monate an. Bei den ältesten Mäusen verbesserte sich innerhalb von fünf Tagen nach der einmaligen Verabreichung die Herzfunktion. Bei regelmäßiger Medikamentengabe zeigten die Mäuse einen verzögerten Alterungsprozess – Begleiterscheinung des Alters wie Osteoporose setzten später ein.

Weitere Tierexperimente sind nötig, bevor das neue Medikament an Menschen getestet werden kann, doch die Studienleiter sind sich einig, dass sie einen großen Schritt vorangekommen sind im Kampf gegen das Altern.

Hamburg, 12. März 2015

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