Neues Medikament gegen Altersblindheit

Mann mit AMD
Die Einnahme des Parkinsonmittels L-DOPA bietet einen Schutz vor der Altersbedingten Makuladegeneration © Fotolia

Neue Hoffnung für Patienten mit AMD: Ein Medikament, das bislang zur Behandlung der Parkinson-Krankheit und ähnlichen Bewegungsstörungen eingesetzt wird, kann vor einer altersbedingten Sehschwäche schützen. Zu den Hintergründen einer aktuellen Studie.

Patienten, die das Medikament L-DOPA einnehmen, haben eine deutlich geringere Wahrscheinlichkeit, eine Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) zu entwickeln. Das ist das Ergebnis einer Studie eines US-amerikanischen Forscherteams, die kürzlich auf der Homepage des Fachmagazins "American Journal of Medicine" veröffentlicht wurde.

"Die Wissenschaft sieht darin einen Weg, der Minderung der Sehfähigkeit im Alter vorzubeugen", sagte Murray Brilliant, Doktor an der Marshfield Clinic Research Foundation. "Stellen sie sich vor, wir könnten Patienten mitteilen, dass es eine entsprechende Behandlung gibt, die es ihnen erlaubt, das Leben wieder in vollen Zügen zu genießen."

 

Was ist AMD?

AMD ist eine Erkrankung der Netzhaut, die meist nach dem 60. Lebensjahr auftritt. In Deutschland leiden schätzungsweise 4,2 Millionen Menschen an der fortschreitenden Augenerkrankung. Die Krankheit greift die Makula des Auges an – den Bereich, der für das Detailsehen zuständig ist.

 

Absehbare Erfolge in der Behandlung von AMD

L-DOPA ist eine Substanz, die der Körper in pigmentierten Geweben des Auges herstellt – z.B. in der Netzhaut – und die die Augengesundheit fördert. "Die naheliegende Frage war, ob das im Körper produzierte L-DOPA, wenn es über die Pillenform ergänzt wird, das Potenzial hat, als vorbeugende Medizin gegen AMD zu dienen", so Brilliant. L-DOPA könnte damit der entscheidende Schlüssel zur Behandlung der Alterserscheinung sein.

Für ihre Studie analysierten die Wissenschaftler Daten von 37.000 Personen aus ihrer Klinik. Das Ergebnis: Diejenigen, die L-DOPA eingenommen hatten, erkrankten entweder gar nicht oder durchschnittlich erst acht Jahre später im Gegensatz zu den Testpersonen ohne L-DOPA-Medikation. "Wir benötigen noch weitere Untersuchungen, aber die ersten Erkenntnisse sehen bereits vielversprechend aus", erklärt Brilliant abschließend.

Hamburg, 11. November 2015

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