Neues HIV-Projekt: „Buddys“ helfen Betroffenen

Zwei Frauen unterhalten sich
Jemand, der weiß, was sie gerade durchmachen – das wünschen sich viele Betroffene nach ihrer HIV-Diagnose © Fotolia

Die HIV-Diagnose ist für die meisten Betroffenen ein Schock: Was bedeutet das für mich, wie wird mein Umfeld reagieren, kann ich jetzt noch eine normale Beziehung führen? Was vielen jetzt fehlt, ist jemand, der diese Phase schon durchgemacht hat – genau das bietet das neue Projekt „Sprungbrett“ der Deutschen AIDS-Hilfe.

Welche Medikamente muss ich wann nehmen, wie kann ich andere anstecken, welche Untersuchungen sind für mich jetzt wichtig – in medizinischen Fragen werden frisch HIV-Diagnostizierte genau von ihrem Arzt aufgeklärt.

Doch es gibt Ängste und Fragen, die mit der Diagnose einhergehen, für die der Arzt nicht der richtige Ansprechpartner ist: Wem sollte ich von meiner Infektion erzählen, wie gehe ich mit Angst und Wut um, kann ich jetzt noch ein normales Liebesleben führen? Dazu kommen Schuldgefühle, mit denen sich frisch Diagnostizierte häufig plagen.

 

Buddys helfen HIV-Diagnostozierten

Betroffene wünschen sich in dieser Situation meist jemanden, der sich auskennt mit all diesen Themen – weil er selbst infiziert ist und diese schwierige Anfangsphase selbst schon durchgemacht hat. Natürlich gibt es für diese Fälle Selbsthilfegruppen – doch die dort diskutierten Themen sind häufig zu „fortgeschritten“ für Menschen, die noch dabei sind, den Schock der Diagnose zu verdauen.

Genau dafür hat die Deutsche AIDS-Hilfe das Projekt „Sprungbrett“ ins Leben gerufen. Auf der Webseite www.sprungbrett.hiv können Betroffene einen „Buddy“ finden, der ihnen den Start in das Leben mit HIV erleichtert. Per E-Mail, am Telefon oder persönlich besprechen erfahrene HIV-Infizierte mit Neu-Diagnostizierten alle Themen, die diese jetzt beschäftigen – von der Suche nach dem richtigen Arzt bis zum Umgang mit Freunden und Familie. Das Projekt wurde von Menschen mit HIV entwickelt.

Eine Infektion mit HIV ist heute nicht mehr lebensbedrohlich, denn Medikamente machen es möglich, das Virus an seiner Ausbreitung im Körper zu hindern und so dem Ausbruch von AIDS wirksam vorzubeugen. Alles zu Ansteckung, Diagnose und Behandlung bei HIV finden Sie hier.

Hamburg, 26. Mai 2015

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