Neues Herzmedikament zugelassen

Praluent - Kann eine Spritze die Cholesterinwerte senken?
Kann eine Spritze die Cholesterinwerte senken? © Fotolia

Die Europäische Kommission hat das cholesterinsenkende Medikament Praluent zugelassen. Das berichtet der Hersteller Sanofi am Montag in Paris.

Das Medikament „Praluent“ soll die übliche Therapie aus einer Ernährungsumstellung und der Gabe von sogenannten Statinen bei einer Hypercholesterinämie oder bei Herzkreislauferkrankungen ergänzen.

 

Praluent wirkt gegen schädliches Cholesterin

Der darin enthaltene Wirkstoff Alirocumab hemmt das menschliche Enzym PCSK9, welches für den Cholesterinstoffwechsel verantwortlich ist. Letztlich hilft das dem Körper, mehr vom schädlichen LDL-Cholesterin aufzunehmen und so dessen Spiegel zu senken.

„Für Herzpatienten mit hohen LDL-Werten sollte der primäre Fokus darauf liegen, ihre Level zu senken, aber viele erreichen mit den herkömmlichen Methoden die angestrebten Werte nicht“, sagt Christopher Cannon, Professor an der Harvard Medical School und einer der Leiter der Zulassungsstudie. Die Untersuchung hätte gezeigt, dass genau solche Patienten stark von Praluent profitierten.

Das Medikament muss alle zwei Wochen mit einer Spritze injiziert werden. An der Einstichstelle traten während der Studie auch die meisten Nebenwirkungen auf. Am häufigsten berichteten die Probanden von Schwellungen, Rötungen und Juckreiz. Bei Praluent waren davon 7,2 Prozent der Probanden betroffen – in der Placebogruppe waren es 5,1. Andere Nebenwirkungen traten nur sehr selten auf.

 

Hohe Kosten

Für welche Patienten die Krankenkassen das Medikament in Deutschland übernehmen, klärt sich  voraussichtlich in den kommenden Monaten. Bislang gibt es noch keine Angabe des Herstellers zu einem konkreten Preis in einem europäischen Land. In den USA liegen die monatlichen Kosten von Praluent bei etwa 1200 Dollar – auch in Europa ist mit vergleichbaren Kosten zu rechnen.

Schon beim jährlichen Treffen der European Society of Cardiology (ESC) in London Anfang des Monats waren PCSK9-Hemmer ein wichtiges Thema. Experten vermuteten damals, dass die bislang sehr hohen Preise die Krankenversicherer abschrecken und diese vermutlich nur in sehr seltenen Fällen eine Therapie finanzieren, zum Beispiel bei einer schweren Hypercholesterinämie. Andere Patienten müssten die hohen Kosten selber tragen – oder einige Jahre warten. Denn die Experten vermuten, dass der Preis für das neue Medikament in den kommenden Jahren stark fällt.

Hamburg, 28. September 2015

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