Neues Ebola-Medikament entwickelt

Laborarbeiter
Weltweit suchen Wissenschaftler nach neuen Ebola-Therapien © Corbis

Bei der Suche nach einem Ebola-Wirkstoff sind kanadische Forscher einen Schritt vorangekommen. Erfahren Sie hier, wie die Ebola-Behandlung künftig aussehen könnte.

Weltweit arbeiten Wissenschaftler daran, ein wirksames Medikament gegen Ebola zu entwickeln, bisher ohne einschlägige Erfolge. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit – die Zahl der Infizierten verdoppelt sich alle drei bis vier Wochen.

Doch bis ein Medikament zugelassen wird, vergehen meist Jahre. Deshalb gibt es ein Verfahren namens Compassionate Use – dabei werden nicht zugelassene Medikamente Patienten verabreicht, die besonders schwer krank sind und denen herkömmliche Mittel nicht helfen. Bezüglich der Ebola-Krise hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sich bereits im August für den Einsatz nicht zugelassener Medikamente ausgesprochen.

 

Zulassung für schwere Krankheitsfälle

Kanadische und amerikanische Behörden haben jetzt den Einsatz des neuen Medikaments TKM-Ebola für besonders schwere Krankheitsfälle zugelassen.

Im Januar hatte der kanadische Hersteller Tekmira damit begonnen, TKM-Ebola an Menschen zu testen und dabei erste Erfolge erzielt. Die jüngste Erfolgsmeldung betrifft einen US-Bürger, der sich in Liberia mit Ebola infiziert hatte.

Vor rund drei Wochen wurde der 51-jährige Arzt in die USA geflogen. Dort bekam er sieben Tage lang Infusionen mit TKM-Ebola. Sein Zustand verbesserte sich deutlich und er kann das Krankenhaus voraussichtlich in Kürze wieder verlassen. Allerdings hatte der Patient zusätzlich eine Transfusion mit dem Blut eines Ebola-Überlebenden bekommen. Es ist also nicht geklärt, welche der Maßnahmen die Besserung bewirkt hat.

Wie bei dem ebenfalls ohne Zulassung eingesetzten Medikament ZMapp gibt es auch von TKM-Ebola nur begrenzte Vorräte. Doch das kanadische Medikament hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber ZMapp: es lässt sich deutlich schneller nachproduzieren.

Hamburg, 23. September 2014

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