Neuer Test auf Schwangerschaftsvergiftung

Ein Arzt misst den Blutdruck einer Schwangeren
Bei einer Schwangerschaftsvergiftung steigt der Blutdruck der werdenden Mutter gefährlich hoch an – ein internationales Forscherteam hat jetzt einen neuen Frühtest entwickelt © Fotolia

Die Präeklampsie ist eine Erkrankung in der Schwangerschaft, die im schlimmsten Fall Mutter und Kind töten kann. Ein neuer Test soll die sogenannte Schwangerschaftsvergiftung früher erkennen und so schweren Komplikationen vorbeugen.

Eine sogenannte Präeklampsie (auch Schwangerschaftsvergiftung genannt) tritt bei zwei bis fünf Prozent der Schwangeren auf, meist in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft. Dabei steigt der Blutdruck der werdenden Mutter plötzlich gefährlich hoch an – im Extremfall können Mutter und Kind daran sterben.

Anzeichen einer Schwangerschaftsvergiftung ist neben Bluthochdruck Eiweiß im Urin. Ab einem plötzlichen Anstieg des Blutdrucks auf über 140/90 und mehr als 300 Milligramm Protein im Urin der vergangenen 24 Stunden (unabhängig von der Menge des Urins) spricht man von einer Schwangerschaftsvergiftung. Das Problem bisher: Bei erhöhten Werten, die sich noch darunter befinden, lässt sich nur ungenau vorhersagen, ob es zu einer Präeklampsie und den damit verbundenen Komplikationen kommen wird.

Ein neuer Test, der unter Beteiligung von Forschern der Berliner Charité entwickelt wurde, gibt solchen Risikopatientinnen jetzt neue Hoffnung. Denn er macht es möglich, die Krankheit für eine Woche sicher auszuschließen. Die Studie wurde im „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht.

 

So funktioniert der neue Präeklampsie-Test

Der Bluttest analysiert das Verhältnis bestimmter Botenstoffe im Blut der werdenden Mütter. Dabei handelt es sich um die Proteine sFlt-1 und PIGF, die in der Plazenta produziert werden. Das internationale Forscherteam konnte zeigen, dass der Quotient dieser beiden Proteine eine hohe Aussagekraft darüber besitzt, ob es in den nächsten Wochen zu einer Schwangerschaftsvergiftung kommen wird.

Für die Studie wurde der Test bei 1.273 Schwangeren aus 14 Ländern mit Verdacht auf Präeklampsie durchgeführt. Dabei zeigte sich: War der Quotient aus den beiden Proteinen kleiner als 38, konnte eine Präeklampsie innerhalb der nächsten Woche mit nahezu hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden. Für die folgenden vier Wochen konnte das Eintreten einer Eklampsie mit einer Genauigkeit von 65,5 Prozent vorhergesagt werden.

Die Studienleiter sehen in dem neuen Test zum einen eine Methode, Frauen mit einem erhöhten Risiko zu beruhigen. Das ist besonders wichtig, da großer Stress und Angst die Hirnentwicklung des Babys beeinträchtigen und frühzeitige Wehen auslösen können. Zum anderen bietet der Test eine Möglichkeit zu verhindern, dass Schwangere zu spät behandelt werden.

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