Neuer Mini-Roboter operiert in MRT

MRT
Ein Mini-Roboter soll in Zukunft Patienten operieren, während sie sich in einem sogenannten Magnetresonanztomographen befinden © Fotolia

Ein neuentwickelter Mini-Roboter kann Patienten operieren, während sie sich in einem sogenannten Magnetresonanztomographen (MRT) befinden. Die Methode verbessert die Sicherheit von wichtigen OPs.

 

MRT zeigt Veränderungen der Organe an

Ein MRT kann genaueste Bilder vom Inneren des menschlichen Körpers liefern. Das ermöglicht Ärzten, gefährliche Veränderungen der Organe früh zu erkennen. Doch wenn sie dann an diesen Stellen operieren wollen, stehen sie oft vor einem Problem: Sie können sich nicht in das Gerät zwängen, um zu operieren – abgesehen davon, dass sie dann auch die Bilder nicht mehr direkt vor Augen hätten.

Aber auch der nächste logische Schritt, einen Roboter in das Gerät zu schicken und die eigenen Bewegungen ausführen zu lassen, war bisher erfolglos. Denn auch für einen Roboter war es bislang zu eng in der Röhre eines MRT. Hinzu kommt, dass die starken magnetischen Felder im Inneren die empfindliche Roboterelektronik stören könnten – eine Gefahr für die Patienten. 

 

Neuer Roboter kann in Magnetfeldern arbeiten

Jetzt haben Wissenschaftler des Worcester Polytechnic Institute (WPI) in Massachusetts, USA, einen Mini-Roboter entwickelt, der alle diese Hürden zu überwinden scheint. Das Besondere an ihm: Er ist aus Plastik gefertigt und wird von einem Motor aus Keramikteilen angetrieben. Das ermöglicht ihm, trotz der Magnetfelder zu arbeiten.

Biopsie

Zur genaueren Diagnose bei einem erhöhten PSA-Wert wird eine Gewebeprobe aus der Prostata entnommen. Dieses erfolgt bisher meistens mittels Stanzbiopsie: Mit einer Punktionsnadel werden vom Darm aus an zwölf Stellen der Prostata Gewebeproben entnommen und auf Tumorzellen untersucht.

Bringt die erste Prostatastanze keinen Tumorbefund, dann müssen die Männer weiter regelmäßig zur Kontrolle kommen. Bleibt der PSA-Wert dann bei den erneuten Kontrollen hoch, erfolgte eine weitere Stanzbiopsie.

 

Roboter wird schon Prostatabiopsien eingesetzt

Eingesetzt wird er schon jetzt bei Prostatabiopsien – zumindest im Rahmen einer klinischen Studie. Dabei wird besonders die Sicherheit der neuen Methode geprüft. Bislang wurden knapp 20 Gewebeproben mithilfe des Roboters entnommen. Dabei kommuniziert er mit dem MRT und sieht so genau, wo die Prostata liegt. „Er kann das Ziel auswählen, die Nadel ausrichten und dann selbstständig zustechen“, sagt Gregory Fischer, Professor für Maschinenbau und einer der Erfinder. Bislang würde der letzte Schritt, also das Auslösen der Nadel, noch durch einen Chirurgen abgeschlossen.

Es sei eine unglaubliche Verbesserung zur bisherigen Methode, so Studienleiter Clare Tempany. Diese würde auch „blinde Biopsy“ genannt, weil der Arzt einfach anhand der MRT-Aufnahmen „ein paar Nadeln in den Patienten sticht – ohne wirklich zu wissen, ob der trifft.“

Hamburg, 14. Juli 2015

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