Neue WHO-Richtlinie: So viel Zucker ist unbedenklich

Ein Holzlöffel mit Zucker
Sechs Teelöffel Zucker pro Tag sind laut WHO-Angaben unschädlich für die Gesundheit © Fotolia

Die WHO hat eine neue Empfehlung zum täglichen Zuckerverzehr veröffentlicht. Wie viel Zucker können wir essen, ohne Schaden zu nehmen? Hier erfahren Sie es.

Schokolade, Kuchen, Limonade: Wenn wir nach diesen Leckereien greifen, tun wir das häufig nicht ohne schlechtes Gewissen. Denn sie sind voller Zucker und der macht bekannterweise dick, schlechte Zähne und kann Erkrankungen wie Diabetes begünstigen.

 

Süchtig nach Zucker

Jetzt könnte man denken: Meine Zähne sind gut und ich mache genug Sport, um die Kalorien des Zuckers zu verbrennen, ich muss mich nicht an die Vorgabe halten. Das könnte ein gefährlicher Fehler sein. Denn große Mengen an Zucker schaden nicht nur, sie machen auch süchtig. Die American Psychiatric Association definiert Sucht durch drei Säulen: Rausch, Entzug und Verlangen. Experimente mit Ratten konnten nun belegen: Zucker erfüllt alle drei Kriterien.

Der exzessive Konsum führt nicht nur zum Rausch, sondern steigert auch das Verlangen. Wie Kokain löst der Süßstoff eine regelrechte Explosion im Belohnungszentrum unseres Gehirns aus. Unzählige biochemische Botenstoffe signalisieren: "Guter Stoff. Mehr davon!" Doch Zucker manipuliert nicht nur unsere Hirnzellen. "Ein hoher Zuckerkonsum greift auch in die Verdauung ein, erhöht die Produktion von Insulin im Körper, was zum Wachstum von Krebszellen in der Bauchspeicheldrüse beiträgt", sagt der Suchtforscher Mark Pereira. Tatsächlich konnte eine Studie belegen, dass bereits zwei Gläser gesüßte Limonade am Tag das Risiko, Bauchspeicheldrüsenkrebs zu bekommen, um 87 Prozent erhöhen.

 

Maßnahme gegen weltweite Übergewichts-Epidemie

Um der weltweiten Übergewichts-Epidemie entgegenzuwirken, hat die Organisation ihre Richtlinien zum täglichen Zuckerverzehr verschärft. Die bisherige Empfehlung lautete: Höchstens zehn Prozent der täglich aufgenommenen Kalorien sollen aus Zucker bestehen. Nun fügt die WHO hinzu, besser seien fünf Prozent, also höchstens 25 Gramm Zucker pro Tag – das entspricht etwa sechs Teelöffeln. Wer sich an diese Richtlinien hält, reduziert laut WHO-Angaben sein Risiko für Übergewicht und Karies deutlich.

Dabei warnen die Experten besonders vor Zucker in verarbeiteten Lebensmitteln wie Tiefkühlpizza oder Ketchup. Zucker, der natürlich in Milch und frischem Obst vorkommt, gilt nicht als kritisch – er hat laut Expertenangaben keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit.

Hamburg, 5. März 2015 

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