Neue Therapien bei Depressionen versprechen Heilung

Frau mit depressiver Verstimmung tankt Licht
Eine Tageslicht-Therapie hilft bei Depressionen: Einen positiven Effekt erzielen bereits 30 Minuten täglich © Corbis Germany

Früher waren Depressionen nur schwer behandelbar. Aber die Krankheit verliert etwas von ihrem Schrecken. Moderne Forschung und neue Medikamente bieten zuverlässige Therapien bei Depressionen und versprechen eine dauerhafte Heilung.

 

Antidepressiva wirken erst nach einigen Wochen

Deutsche Wissenschaftler fanden beispielsweise heraus, dass ein hoher Ceramid-Wert – dabei handelt es sich um eine fettähnliche Substanz – die Neubildung von Nervenzellen in bestimmten Hirn-Regionen behindert. Doch genau diese Bereiche spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Depressionen. Das Gute daran: Die meisten heutzutage eingesetzten Antidepressiva verringern den Ceramid-Spiegel als Nebenwirkung. "Doch genau dieser Effekt scheint eine zentrale Rolle zu spielen, um wieder in eine positive Stimmung zu kommen", sagt Studienleiter Johannes Kornhuber von der Universität Erlangen-Nürnberg. Das erklärt auch, warum Antidepressiva als Therapie gegen Depressionen erst nach einigen Wochen ihre Wirkung entfalten. Denn es dauert, bis die Ceramid-Speicher des Gehirns geleert sind.

 

Licht-Therapie lindert Beschwerden

Bei einer Depression kommen auch die inneren Uhren durcheinander, vermutet der niederländische Experte Dr. Ritsaert Lievese. Licht könnte diese Uhren wieder „in Takt“ bringen. Daher untersuchte der Neuropsychologe, ob eine Licht-Therapie Depressionen verringern kann. Ergebnis: Die Behandlung wirkte so gut wie ein Medikament. Um einen positiven Effekt zu erzielen, reichen bereits 30 Minuten direktes Tageslicht (täglich) aus. Alternative: Eine halbstündige Bestrahlung mit einer UV-Therapie-Lampe, die im Elektro-Fachhandel erhältlich ist (ab ca. 70 Euro). Außerdem sinnvoll: Magnesium. Studien belegen den stimmungsaufhellenden Effekt. Tipp: Dreimal täglich ein Dragee (Apotheke) einnehmen.

 

Frühe Therapie gegen Depressionen

Wenn depressive Verstimmungen länger als zwei Wochen anhalten, sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen. Denn: Je früher die Beschwerden behandelt werden, desto besser sind die Heilungs-Aussichten. Unbehandelt wird die Krankheit chronisch und ist dann nur schwer therapierbar.

Gerade im Anfangs-Stadium helfen Medikamente sehr gut. In der Regel werden sogenannte Trizyklische Arzneien (zum Beispiel Clomipramin) verschrieben, die über mehrere Tage oder Wochen eingenommen werden. Sie beeinflussen einerseits die Produktion stimmungsaufhellender Botenstoffe wie etwa Serotonin. Andererseits senken sie den Ceramid-Spiegel. Nebenwirkungen wie Herz-Kreislauf-Schwächen, Sehstörungen oder eine starke Benommenheit treten nur sehr selten auf. Trotz der hohen Wirksamkeit der Medikamente raten Ärzte häufig zu einer begleitenden Psycho-Therapie bei Depressionen, die in der Regel von der Kasse übernommen wird. Außerdem empfehlen viele Fachärzte ihren Patienten zusätzlich Maßnahmen zur Selbstbehandlung.

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