Neue Studie: mRNA-Impfstoffe wirken lange

Redaktion PraxisVITA

US-Forscher untersuchten, wie lange die Immunantwort nach einer mRNA-Impfung mit Biontech und Moderna anhält. Die Ergebnisse sind bemerkenswert. Denn die Impfstoffe scheinen viel länger zu wirken, als gedacht.

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Inhalt
  1. Immunanwort noch Monate nach Impfung mit mRNA-Impfstoffen
  2. Immunantwort bleibt nach zweiter Impfung auf hohem Niveau
  3. Covid-Genesene zeigen noch stärkere Immunantwort

Nach einer mRNA-Impfung ist man zuverlässig vor einer Infektion mit dem Coronavirus geschützt. Nach bisheriger Erkenntnis schützen die Wirkstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna bis zu 95 Prozent vor einer Erkrankung. Doch die große Frage lautet: Wie lang hält der Impfschutz an und braucht es möglicherweise regelmäßige Auffrischungen? Dazu war die Datenlage bislang recht dünn. Nun geben neue Erkenntnisse aus den USA Grund zur Hoffnung.

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Immunanwort noch Monate nach Impfung mit mRNA-Impfstoffen

Die mRNA-Impfstoffe lösen offenbar eine relativ lang anhaltende starke Immunreaktion aus. Fast vier Monate nach der ersten Dosis wiesen Forscher der Washington University School of Medizine in St. Louis bei Geimpften sogenannte Keimzentren nach, wie das Fachblatt Nature berichtet. Keimzentren entwickeln sich infolge einer Erkrankung oder Impfung und sind der Ort, an dem die B-Zellen – die Antikörperproduzenten des Körpers – geschult werden, um gezielt Erreger zu bekämpfen.

"Keimzentren sind der Schlüssel zu einer dauerhaften schützenden Immunreaktion. Dort wird unser Immungedächtnis gebildet", erklärte der leitende Immunologe Ali Ellebedy. Je länger Keimzentren vorhanden seien, desto dauerhafter sei die Immunität. Bei einigen der untersuchten Patienten seien auch über die Untersuchungsphase hinaus noch Keimzentren nachweisbar. "Das ist wirklich bemerkenswert", so Ellebedy.

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Immunantwort bleibt nach zweiter Impfung auf hohem Niveau

Die Wissenschaftler untersuchten 14 gesunde Proband:innen, die mit dem Wirkstoff von Biontech geimpft worden waren. Nach jeweils drei, vier, fünf und sieben Wochen entnahmen die Forscher Proben aus den Lymphknoten der Achselhöhle der Studienteilnehmer:innen. Drei Wochen nach der ersten Impfdosis hatten alle 14 Proband:innen Keimzentren mit Antikörper produzierenden B-Zellen gebildet.

Nach der zweiten Dosis sei die Immunantwort noch intensiver ausgefallen und dann auf hohem Niveau geblieben. Bei acht von zehn Teilnehmer:innen konnten noch 15 Wochen nach der Erstimpfung Keimzentren mit entsprechenden B-Zellen nachgewiesen werden.

 

Covid-Genesene zeigen noch stärkere Immunantwort

Darüber hinaus analysierten die Mediziner mehrfach Blutproben von 41 Geimpften, von denen acht zuvor bereits eine Corona-Infektion hatten. Bei den Proband:innen, die noch nicht in Kontakt mit dem Virus gekommen waren, stiegen die Antikörper nach der Erstimpfung langsam an und erreichten eine Woche nach der zweiten Dosis ihren Höhepunkt. Anders sah das bei denen aus, die schon einmal mit SARS-CoV-2 infiziert waren und Antikörper im Blut hatten. Sie hatten nach der ersten Dosis schnell ein noch höheres Level erzielt als die anderen Proband:innen.

"Wenn man schon einmal infiziert war und dann geimpft wird, bekommen die Antikörperwerte einen Schub", erklärte Ko-Autorin Jane O'Halloran. "Die Impfung hat eindeutig einen zusätzlichen Nutzen, daher empfehlen wir sie auch Menschen, die Covid-19 hatten." 

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Quellen:

SARS-CoV-2 mRNA vaccines induce persistent human germinal centre responses, in: nature.com

COVID-19 vaccine generates immune structures critical for lasting immunity, in: medicine.wustl.edu

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