Neue Strahlentherapie bei Brustkrebs schont das Herz

Frau zur Brustkrebsvorsorge
Eine neue Brustkrebs-Therapie kann verhindern, dass Patientinnen nach der Bestrahlung an Herzleiden erkranken © Shutterstock

Studien belegen, dass die Standard-Strahlentherapie gegen Brustkrebs zu Herzerkrankungen führt. Eine neue, atemgesteuerte Behandlung kann Brustkrebs bekämpfen, ohne dem Herz dabei zu schaden. Lesen Sie hier, wie das funktioniert.

Mit jeder Strahlendosis steigt das Risiko für Patientinnen, das Herz zu schädigen. So lautet das Ergebnis einer Studie der Universität Oxford aus dem Jahr 2013. Darin heißt es: „Je häufiger eine Patientin einer Strahlendosis ausgesetzt war, desto stärker wurde gleichzeitig das Herz geschädigt.“ Demnach sterben Tausende Frauen in Deutschland an den Spätfolgen ihrer Brustkrebs-Behandlung. Das soll sich jetzt ändern!

 

Brustkrebs-Bestrahlung: Patientinnen können bei der Behandlung mitwirken

Eine Studie, über die Praxisvita bereits Anfang des Jahres berichtete, hat gezeigt, dass Luftanhalten während der Bestrahlung Brustkrebspatientinnen vor Folgeerkrankungen des Herzens schützen kann. Mit einem tiefen Atemzug können die Patientinnen dafür sorgen, dass sich das Herz in den Brustraum absenkt und damit unerreichbar für die Strahlen wird. Bei der neuen Therapieform handelt es sich um eine Brustkrebs-Bestrahlung mit Atemsteuerung, bei der das Herz geschont wird. Zwei Kliniken in Deutschland bieten diese Methode bereits an: das UKE Hamburg und das Medizinische Versorgungszentrum des Helios Klinikums in Berlin. Das Besondere daran: die Patientinnen können selbst an der Behandlung mitwirken. Mithilfe eines Monitors können die Betroffenen ihre eigene Atmung – die von den Ärzten eingeleitet wird – kontrollieren.

 

So funktioniert die Strahlentherapie per Atemsteuerung

Das Gerät bestrahlt gezielt kleine Areale der Brust, wenn das Brustbein den optimalen Abstand zum Herzen aufweist. „Inzwischen ist es möglich, den Behandlungsstrahl exakt der Größe, Form und Lage des Tumors anzupassen, sodass umliegendes gesundes Gewebe weitgehend verschont bleibt. Die Behandlungsqualität hat sich erheblich verbessert. Tumoren können heute so exakt wie nie zuvor bestrahlt werden“, so Prof. Dr. Carsten Bokemeyer, Leiter des Universitäre Cancer Center Hamburg am UKE. Mit der neuen Methode verringert sich das Risiko, nach der Brustkrebserkrankung eine weitere schwere Erkrankung durchstehen zu müssen.

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