Neue STIKO-Empfehlung: Aspiration bei Corona-Impfung

Die Ständige Impfkommission hat überraschenderweise eine neue Impfempfehlung ausgesprochen für die Immunisierung gegen SARS-CoV-2. Dabei empfiehlt die STIKO nun die sogenannte Aspiration. Aber was ist das überhaupt? Und wurden wir alle „falsch“ geimpft?

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Die Ständige Impfkommission hat überraschenderweise für die Corona-Impfung eine neue Empfehlung herausgegeben. Bei COVID-19-Impfungen sei vor der intramuskulären Injektion eine Aspiration zur weiteren Erhöhung der Impfstoffsicherheit sinnvoll. Aber was genau bedeutet das überhaupt?

Aspiration bei Corona-Impfstoffen: Was bedeutet das?

Bei einer sogenannten Aspiration kann nach dem Einstich einer Spritze festgestellt werden, ob sich die Nadel in einem Blutgefäß befindet oder eben nicht. Bei einer Impfung sollte dies möglichst nicht der Fall sein. Durch das „Ansaugen“ bei der sogenannten Aspirations-Technik wird so im Kanülenansatz sichtbar, ob ein Blutgefäß getroffen wurde.

STIKO-Empfehlung zur COVID-Impfung: Nur „intramuskulär“

Ebenfalls weist die Ständige Impfkommission in der Empfehlung zur Corona-Impfung darauf hin, dass die Impfung strikt „intramuskulär“, d.h. in einen Muskel erfolgen muss.

Empfehlung zur Aspiration: Kehrtwende bei der STIKO

Eigentlich empfiehlt die STIKO seit 2016 bei der Injektion von Impfstoffen generell, auf eine Aspiration zu verzichten. Der Grund: Weitere Schmerzen bei der Impfung sollen vermieden werden. Zudem erklärt die Impfkommission: Dass die Blutgefäße an den Körperstellen, die für die Injektion von Impfstoffen empfohlen sind und in Reichweite der Nadel liegen, in der Regel zu klein seien, um eine „versehentliche intravenöse Gabe“ zu ermöglichen.

Fehlende Aspiration bei Corona-Impfung: Zusammenhang mit Herzmuskelentzündungen?

Bei Impfungen wird die Technik des „Aspirierens“ seit Jahren nicht mehr empfohlen. Stellt sich nun die Frage: Warum bei Immunisierungen gegen COVID-19? Grund dafür ist der mögliche Zusammenhang mit COVID-19-Impfungen und dem Auftreten möglicher Herzerkrankungen und Blutgerinnseln.

Das Zentrum des dänischen Gesundheitsdienstes „Statens Serum Institut“ weist bereits seit März vergangenen Jahres darauf hin, dass ein Zusammenhang zwischen der Vergabe von AstraZeneca und dem Auftreten seltener Blutgerinnsel und Blutungen bestehen könnte und empfiehlt daher, dass vor der Injektion aspiriert werden müsse.

Die STIKO hat diese Empfehlung nun auch für mRNA-Impfstoffe ausgegeben, da Tiermodelle einen weiteren Zusammenhang offengelegt haben.

Herzerkrankungen bei Tiermodellen nach Corona-Impfung

Hier zeigte sich – allerdings nach direkter intravenöser Injektion (in eine Vene injiziert), also nicht bei Verabreichung in den Muskel, dass es zum Auftreten von Herzbeutelentzündungen kam.

Die STIKO empfiehlt die Aspiration ausdrücklich nur als Vorsichtsmaßnahme.

Berichte über Verletzungen und Komplikationen von Patient:innen bei fehlender Aspiration lagen laut STIKO nicht vor. Eine Aspiration bei Corona-Impfungen mit mRNA-Impfstoffen seien vorbeugend dennoch zu empfehlen.

Quellen:

Stiko: Aspiration bei Covid-Impfung empfohlen, in: apotheke-adhoc.de

STIKO: Aspiration bei COVID-19-Impfung sinnvoll, in: deutsche-apotheker-zeitung.de

Beschluss der STIKO zur 18. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung, in: rki.de