Neue resistente MU-Variante: Warum die WHO jetzt warnt

Die Weltgesundheitsorganisation warnt vor einer weiteren Corona-Variante, die möglicherweise resistent gegen die bisher zugelassenen Impfstoffe ist. Die Mu-Variante war erstmals in Kolumbien aufgetreten. Die neue Warnstufe der WHO zeigt, wie groß die Gefahr ist, die von der neuen Mutante ausgeht.

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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine weitere Corona-Variante mit einer Warnstufe versehen. Die Mu-Variante gilt nun als „Variante von Interesse“, wie die Organisation am Dienstag mitteilte. Warum die Warnung der WHO durchaus ernst zu nehmen ist? Es ist nicht die erste in den vergangenen Wochen. Erst vor einigen Tagen sorgte eine südafrikanische Studie für Aufsehen, die sich ebenfalls mit einer neuen Virus-Variante beschäftigt, die das Potenzial einer Fluchtmutation hat.

WHO warnt: MU-Variante resistent gegen Impfstoffe?

Und auch die MU-Variante, auch B.1.621 genannt, könnte möglicherweise den bisher zugelassenen Impfstoffen gefährlich werden. Sie weise Mutationen auf, die auf eine mögliche Resistenz gegen Impfstoffe hindeuten könnte, teilte die WHO mit. "Die Mu-Variante verfügt über eine Konstellation aus Mutationen, die das Risiko einer immunevasiven Eigenschaft erkennen lassen", so die Weltgesundheitsorganisation.

MU-Variante in Kolumbien stark verbreitet

B.1.621 wurde erstmals in Kolumbien verzeichnet und nun auch in weiteren südamerikanischen Ländern festgestellt. Auch in Europa gab es schon Fälle mit der sogenannten MU-Variante. Jedoch: Im Vergleich zur Verbreitung in Kolumbien (39 Prozent aller Corona-Fälle), sei die globale Verbreitung der MU-Variante noch ziemlich gering (0,1 Prozent).

Was B.1.621 so gefährlich macht

Ähnlich wie bereits die südafrikanische Variante B.1.351 oder die erstmals in Brasilien verzeichnete Mutation P1 besteht bei der MU-Variante die Gefahr, dass die bisher entwickelten Impfstoffe nicht mehr ausreichen, um gegen einen schweren Corona-Verlauf zu schützen. Je höher der Mutationsdruck bei weltweit steigenden Infektionszahlen, desto wahrscheinlicher ist es, dass sich Escape-Varianten bilden. Die sogenannten Fluchtmutationen können im schlimmsten Fall dazu führen, dass die Wirkung der Impfstoffe umgangen werden kann.

Die WHO stuft daher die aufkommenden Mutationen je nach Gefahr in unterschiedliche Stufen ein. Während die MU-Variante bisher nur als „Variante von Interesse“ gilt, ist die hier vorherrschende Delta-Variante bereits als „besorgniserregend“ eingestuft worden.

Quellen:

Weitere Corona-Variante: Impfstoffe weniger wirksam?, in: t-online.de
Mu-Variante wird "Variante von Interesse, in: tagesschau.de