Neue Hoffnung für Augenpatienten

Vermehrter Tränenfluss kann ein Warnsignal für die beginnende Augenentzündung Uveitis sein
Vermehrter Tränenfluss kann ein Warnsignal für die beginnende Augenentzündung Uveitis sein © Fotolia

Sie kann Kinder und Erwachsene aller Altersstufen befallen: Uveitis, eine entzündliche Erkrankung der mittleren Augenhaut (med.: Uvea) im Augeninnern. Das Tückische: Bei 80 Prozent der Erkrankten ist die Ursache unbekannt.

Je später das Leiden behandelt wird, desto größer ist das Risiko von Augenschäden – bis zum Erblinden.

In Deutschland rechnet man mit über 10 000 Neuerkrankungen pro Jahr. Die Zahl der Uveitis-Patienten wird auf mehr als 400 000 geschätzt, die der chronisch Erkrankten ist nicht bekannt. Je nach betroffenem Uvea-Bereich spricht man von einer vorderen, mittleren oder hinteren Form bzw. von einer Panuveitis (alle drei Abschnitte). Die Warnsignale beim plötzlichen Auftreten der vorderen Form sind starke Augenrötung, vermehrter Tränenfluss, gesteigerte Blendempfindung, verschwommenes Sehen und stechende Augenschmerzen. Bei langsamer Entwicklung, besonders bei der mittleren und der hinteren Form, treten nur eine allmähliche Sehverschlechterung und ein dichter werdender Schleier auf, aber selten Schmerzen. Bei Kindern wird die Uveitis oft nur zufällig entdeckt, da sie allmähliche Veränderungen des Sehvermögens nicht als beunruhigend empfinden.

 

Ursache bleibt meist ungeklärt

Die Ursache der Uveitis bleibt trotz verbesserter diagnostischer Möglichkeiten meistens ungeklärt. Vermutet wird eine gestörte Reaktion des Immunsystems. Andere Formen werden durch Bakterien (Tuberkulose), Viren (z.B. Herpes), Pilze (Candida albicans), Parasiten (Toxoplasmose) ausgelöst oder kommen zusammen mit anderen, u.a. rheumatischen Erkrankungen vor. Zur Diagnose sind daher nicht nur diverse Augenuntersuchungen nötig, sondern meistens auch allgemeinmedizinische und Laboruntersuchungen.

Die Uveitis kann ein Auge oder beide befallen, akut oder chronisch in Schüben verlaufen. Die Therapie: Bei einer infektiösen Ursache wird je nach Erreger behandelt, z.B. mit einem Antibiotikum und mit Cortison. Bei unbekanntem Auslöser wird ebenfalls Cortison eingesetzt, um die Entzündung zu reduzieren und um gegen Komplikationen vorzubeugen. In manchen Fällen sind Immunsuppressiva (Medikamente zur Abschwächung der körpereigenen Immunantwort) erforderlich. Dennoch sind Augenoperationen oft nicht zu vermeiden.

Neue Hoffnung bringen die Klima- und die Lichttherapie als schonende Behandlungsarten. Eine Untersuchung ein Jahr nach vierwöchiger Klimatherapie am Toten Meer (Israel) zeigt beeindruckende Resultate bei chronisch endogener Uveitis: Senkung der Medikamentendosis (bei Cortison um 50 Prozent), Rückgang der Entzündungsschübe, Anstieg des Sehvermögens, Erhöhung des Wohlbefindens.

Gleiche Erfolge belegt eine Studie zur UVA-1-Ganzkörperbestrahlung: Sie reichen ebenfalls von halbiertem Cortisonbedarf über bessere Sehkraft bis zur Reduzierung der Makula-Ödeme (Wasseransammlung am Punkt des schärfsten Sehens).

Quelle: Tina, 32/2001

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