Neue Hoffnung bei Herzschwäche

Ein Arzt spricht mit seiner Patientin im Krankenhaus
Krankenhausaufenthalte gehören für viele Patienten mit Herzschwäche zum Alltag – Mediziner arbeiten daran, das zu ändern © Imago

Wie können Mini-Operationen, Elektroimpulse und Funkkapseln unserem wichtigsten Organ helfen? Hier finden Sie Fakten über die neuen Therapiemöglichkeiten bei Herzschwäche und Kontaktadressen für Betroffene.

Nächtlicher Harndrang, geschwollene Beine, Müdigkeit und Atemprobleme: Diese Symptome können auf eine Herzschwäche hindeuten.

 

Was ist eine Herzschwäche?

Ursachen für diese oft schleichend auftretende, schwere Erkrankung gibt es viele: angefangen bei einem unbehandelten und über längere Zeit anhaltenden Bluthochdruck über Herzklappenfehler bis hin zu verstopften Gefäßen. Die Organe werden nicht mehr richtig durchblutet. Flüssigkeit sammelt sich in den Beinen oder lagert sich in der Lunge ein. Der Ort hängt davon ab, ob die linke, die rechte Herzhälfte oder beide nicht mehr ausreichend arbeiten. Für die Diagnose benötigt der Arzt ein Elektrokardiogramm (EKG) des Herzens. Das liefert erste Hinweise. Bei Frauen ist häufig noch eine Ultraschalluntersuchung erforderlich. Um zu sehen, ob der Herzmuskel vergrößert ist und es bereits eine Stauung gibt, muss auch ein Röntgenbild erstellt werden. Lautet das Ergebnis Herzschwäche, stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung. Einige sorgen dafür, dass Flüssigkeit ausgeschwemmt wird, andere stärken das Herz. Experten betonen, dass die Therapie immer individuell auf den Patienten zugeschnitten werden muss. Denn entscheidend für die Behandlung ist, welche Grunderkrankung besteht und wie sehr das Herz bereits geschwächt ist. Aber nicht nur der Leistungsabfall bedeutet eine große Einschränkung der Lebensqualität der Patienten: Sie müssen auch sehr Häufig in die Klinik.

Eine Ärztin schließt einen Patienten an ein EKG-Gerät an
Ein Langzeit-EKG mit einer Funkkapsel ermöglicht Ärzten die Überwachung der Herzfunktion aus der Ferne© Imago
 

Neues Langzeit-EKG für Herzschwäche-Patienten

Deshalb haben Forscher aus Aachen und Duisburg nun ein Messsystem entwickelt, mit dem Mediziner aus der Ferne die Gesundheitssituation des Patienten beurteilen können. Dafür wird einmalig mittels Katheter eine wenige Millimeter große Funkkapsel in eine Verzweigung der Lungenarterie eingesetzt. Mit ihrer Hilfe werden Druck und Temperatur gemessen. Diese Daten sendet die Kapsel dem Arzt, Veränderungen kann er so sofort erkennen und die Medikation anpassen. Komplikationen lassen sich so meist verhindern.

 

Elektrik am Herzen

Wissenschaftler haben außerdem die chirurgischen Methoden verbessert: Patienten, bei denen eine mittlere oder schwere Herzschwäche festgestellt wurde, können endlich wieder hoffen. Denn bei der sogenannten Kardialen Kontraktilitätsmodulation (CCM) wird ein Impulsgeber in einem minimal-invasiven Eingriff unter die Haut eingepflanzt und drei Elektroden direkt an das Herz angeschlossen. Die Abgabe von elektrischen Impulsen beeinflusst verschiedene Vorgänge im Körper: Der Kalziumstoffwechsel wird angeregt, sodass das Herz mehr Kraft bekommt. Dadurch wird das Blut stärker durch den Körper gepumpt. Für Patienten, die zusätzlich unter Herzrhythmusstörungen leiden, wurde ebenfalls eine spezielle Behandlung entwickelt, die Kardiale Resynchronisationstherapie (CRT). Die eingesetzten Elektroden stimulieren nicht nur – wie bei normalen Schrittmachern – eine Herzkammer, sondern beide. Das erhöht die Überlebenschancen um 40 Prozent, so neueste Studien.

 

Kontaktadressen für Betroffene

Deutsches Herzzentrum

Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) Klinik für Innere Medizin – Kardiologie: www.dhzb.de

Universitäts-Herzzentrum Freiburg – Bad Krozingen

Klinik für Kardiologie und Angiologie, Abteilung Rhythmologie: www.universitaets-herzzentrum.de

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.