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Neue Corona-Studie: Kinder weniger betroffen

Luise Bergelt

Die neue Corona Studie Baden-Württembergs zeigt: Kinder sind weniger betroffen. Doch was sagt das über ihre Rolle bei der Virus-Verbeitung aus?

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Inhalt
  1. Neue Corona-Studie des Bundeslandes Baden-Württemberg
  2. Was bisher über die Infektion bei Kindern bekannt ist…
  3. … und was trotz mehrerer Studien noch ungeklärt bleibt
  4. Findet Düsseldorfer Corona-Studie bei Kindern die Antwort?

Eine neue Corona-Studie aus Baden-Württemberg zeigt, dass Kinder weniger betroffen sind. Das Bundesland öffnet daher nun auch im Hinblick auf eine Entlastung der Eltern, mangelndem Unterricht und dem Leiden der Kinder unter der Isolation wieder Schulen und Kitas. Doch für eine solche Entscheidung ist ausschlaggebend, ob und wenn ja wie stark Kinder die Rolle des Infektionstreibers einnehmen. Dies bleibt bisher ungeklärt.

 

Neue Corona-Studie des Bundeslandes Baden-Württemberg

Vier Unikliniken haben das Infektionsgeschehen in Baden-Württemberg mit Augenmerk auf die Bevölkerung unter elf Jahren untersucht. Dabei wurden von 2500 untersuchten Kindern mit je einem untersuchten Elternteil nur zwei Eltern-Kindpaare positiv auf das Virus getestet. Aus diesem Ergebnis deutete die entsprechende Landesregierung, dass Kinder nicht stärker als andere Bevölkerungsgruppen isoliert werden müssten, um das Virus einzudämmen. Nun sollen also Kitas wieder öffnen dürfen.

Zu Bedenken bleibt, dass die Studie nur eine aktuelle Situationsbeschreibung der Infektionen bei Kindern ist, die jedoch durch die frühen Schul- und Kita-Schließungen besonders gut vor einer Infektion geschützt waren. Die Studie gibt also keine Auskunft darüber, ob Kinder das Virus wohlmöglich weniger intensiv verbreiten als Erwachsene.

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Was bisher über die Infektion bei Kindern bekannt ist…

Unzweifelhaft ist, dass Kinder sich mit dem Coronavirus infizieren können. Virologe Christian Drosten hatte mithilfe einer Studie nachweisen können, dass Kinder genauso viele Viren im Rachen aufweisen wie Erwachsene. Auch zahlreiche internationale Studien stützen diese Erkenntnis, allen voran repräsentative Untersuchungen aus Schweden. Denn die schwedischen Schulen sind während der Pandemie nicht komplett geschlossen worden und es hat sich hier gezeigt, dass sich Kinder nicht seltener als Erwachsene mit dem Virus infiziert haben.

Dabei ist auch bekannt, dass der Krankheitsverlauf bei Kindern deutlich milder ist. Symptome treten seltener und schwächer auf als bei Erwachsenen oder Senioren. So waren unter den ca 8800 an Corona verstorbenen Menschen in Deutschland  nur drei Minderjährige.

 

… und was trotz mehrerer Studien noch ungeklärt bleibt

Wissenschaftlich ungeklärt bleibt bisher die Rolle der Kinder bei der Verbreitung des Virus. Denn die gleiche Menge von Viren in den Atemwegen bei Kind und Erwachsenem sagt nichts darüber aus, ob Kinder die Viren auch gleich stark wie Erwachsenen weitergegeben. Ebenso wenig können die geringeren Infektionszahlen bei Kindern angesichts bisheriger kindlicher Isolation und geshlossenen Kitas belegen, dass Kinder das Virus weniger verbreiten wie Erwachsene.

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In einer Stellungnahme von vier Fachgesellschaften zogen Kinder und Fachärzte für Hygiene dennoch eine geringere Ansteckungsgefahr bei Kindern durchaus in Betracht. Denn da Kinder weniger und schwächere Symptome haben, also zum Beispiel weniger Husten, könnten sie bei einer Infektion theoretisch weniger anstecken. So plädieren die Genannten für eine schnelle Öffnung von Schulen und Kitas bei Einhaltung von Sicherheitsabständen und Hygienestandards. 

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Findet Düsseldorfer Corona-Studie bei Kindern die Antwort?

Um die heiß diskutierte Frage nach der Rolle der Kinder bei der Virus-Verbreitung  endgültig beantworten zu können, hat sich die NRW-Landesregierung dazu entschieden, die Rückkehr zum eingeschränkten Regelbetrieb in den Kitas ab dem 10.06. wissenschaftlich zu begleiten und überwachen. Laut NRW-Familienministerium nehmen 110 Düsseldorfer Kitas und insgesamt 5.150 Kinder und Erzieher an der bundesweit größten Modellstudie zur Untersuchung des Infektionsgeschehens bei Kindern teil. Zweimal wöchentlich werden sie Speichelproben abgeben, dabei reicht eine Spuckprobe. Insgesamt sollen 40.000 Speichelproben untersucht werden.

Die umfassende Auswertung der Ergebnisse ist für den Juli datiert. "Es wäre natürlich die Hoffnung, dass wir dazu (zu dem Infektionsgeschehen und der Virus-Verbeitung bei Kindern) ein paar neue Erkenntnisse bekommen", hofft Leiter der Studie Prof. Dr. Jörg Timm vom Institut für Virologie an der Uniklinik Düsseldorf.

Quellen: 

Corona-Studie zu Kindern Weniger betroffen - genauso ansteckend?, in: tagesschau.de

Corona-Tests in Düsseldorfer Kitas begonnen, in: Westdeutscher Rundfunk

 

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