Neue Corona-Studie: Diese Faktoren beschleunigen wirklich das Sterberisiko

Sarah Klas

Englische Forscher fanden in einer breit angelegten Corona-Studie die Ursachen heraus, die das Risiko, an COVID-19 zu sterben, steigern. Die Ergebnisse sind teilweise überraschend.

Der National Health Service (NHS) in England stellte für eine längerfristige Corona-Studie Daten von über 17 Millionen Patienten zur Verfügung. Wissenschaftler trugen die Daten in der sicheren Analyseplattform „OpenSAFELY“ zusammen. Unter den erwachsenen Corona-Patienten sind bisher fast 11.000 Todesfälle verzeichnet worden. Die Gesundheitsakten der Verstorbenen gaben nun ausreichend Daten darüber aus, was das Sterberisiko an COVID-19 bestärkt. 

Das Erstaunliche: Neben bereits angenommenen gesundheitlichen Faktoren spielt auch das soziale Umfeld eine Rolle, wie eine Corona-Erkrankung verläuft. So ist das Risiko für Männer höher, an der Lungenerkrankung zu sterben. Außerdem fanden die Forscher heraus, dass People of Color häufiger an COVID-19 sterben, als Weiße. Darüber hinaus spielt das Alter eine erhebliche Rolle: Das Risiko, an einer Corona-Erkrankung zu sterben, ist für Menschen über 80 Jahren 20-mal höher als für Menschen im Alter von 50 bis 59.

Ein Body-Mass-Index von über 40 erhöht das Risiko weiterhin, das betrifft adipöse Personen. Diabetes, schwere Asthma und Atemwegserkrankungen, sowie chronische Herzbeschwerden und Erkrankungen der Leber und des Autoimmunsystems befördern die Wahrscheinlichkeit, am Virus zu sterben.

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Studie zeigt: Rauchen ist kein Faktor für höheres Sterberisiko an COVID-19

Raucher können aufatmen: Die englische Studie der NHS zeigte auch, dass Rauchen das Risiko, an Corona zu sterben, sogar senkt. Auch Bluthochdruck soll sich leicht positiv auf den Verlauf der Lungenerkrankung auswirken.

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Bei allen Ergebnissen weisen die Forscher jedoch darauf hin, dass es sich nicht um kausale Zusammenhänge handeln muss. Auch wenn sie unter wissenschaftlichen Standards gearbeitet haben, können die Ergebnisse auch auf Wechselwirkungen zwischen anderen klinischen Faktoren zurückzuführen sein. Außerdem ist nicht auszuschließen, dass die Todesfälle an COVID-19 vereinzelt falsch dokumentiert sein könnten. So könnte es sein, dass Verstorbene, die auch an COVID-19 litten, aus anderen Gründen verstarben.

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Nichts desto trotz handelt es sich um eine großangelegte Studie, die 40% der englischen Bevölkerung abbildet. Sie soll künftig weitergeführt werden, um ergänzende Erkenntnisse zu gewinnen.

Quelle

factors associated with COVID-19 death in 17 million patients, in: natrue.com

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