Neue Corona-Mutation: US-Forscher entdecken dritte Virus-Variante

Daphne Sekertzi

Nach B.1.1.7 und B.1.351 soll in Amerika eine dritte Corona-Mutation aufgetaucht sein – COH.2OG. Eine amerikanische Studie will herausgefunden haben, dass sich die neue Virus-Variante seit Dezember verbreitet. Die Forscher sprechen von einer „signifikanten Evolution“. Es besteht die Vermutung, dass von der neuen Mutation nicht nur die USA, sondern auch andere Länder betroffen sein könnten.

Inhalt
  1. COH.2OG/501Y: US-Forscher entdecken weitere Corona-Mutation
  2. Amerikanische Corona-Mutation vermutlich ansteckender
  3. Neue Virus-Variante muss weiter erforscht werden

In den letzten Wochen, seitdem B.1.1.7 entdeckt wurde, haben Epidemiologen immer wieder betont, dass Virus-Mutationen normal sind und häufig vorkommen. Für SARS-CoV-2 wurden bislang nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO rund 12.000 solcher – harmloser – Mutationen gezählt. Doch zwei darunter, die in Großbritannien und Südafrika entdeckten Virus-Varianten B.1.1.7 und B.1.351, sind aufgrund ihrer höheren Ansteckungsrate gefährlicher. Eine dritte Corona-Mutation könnte nun dazukommen. Eine amerikanische Studie gibt erste Hinweise.

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COH.2OG/501Y: US-Forscher entdecken weitere Corona-Mutation

Forscher der Ohio State University haben bereits seit März 2020 Gen-Sequenzierungen von Corona-Proben vorgenommen, um die Entwicklung des Virus zu beobachten. Bei einem Patienten aus dem Bundestaat Ohio stießen die Forscher auf eine neue Variante des Coronavirus mit insgesamt drei neuen Mutationen. Innerhalb von nur drei Wochen soll sich die Virus-Variante Ende Dezember in Columbus, der Hauptstadt von Ohio verbreitet haben.

Studienleiter Dr. Jones erklärte in einer Pressemitteilung, dass der Columbus-Stamm genau wie die Mutationen aus Großbritannien und Südafrika die Oberflächenproteine („Spikes“) des Coronavirus beträfen. Die Proteine dienen dem Virus als Eingangstor in den Körper – durch sie kann es sich an die Zellen heften und in sie eindringen.

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Amerikanische Corona-Mutation vermutlich ansteckender

Jones vermutet, dass die neue Corona-Mutation aus Amerika wesentlich ansteckender ist, wie es auch schon von B.1.1.7 und B.1.351 bekannt ist. Allerdings liefert die Studie keine Daten darüber, um wie viel ansteckender die neue Mutation sein könnte. Bei der britischen Virus-Variante ist die Infektionsrate im Vergleich zur Ursprungsvariante um rund 60 Prozent erhöht. Der US-Forscher hält es zudem für möglich, dass die entdeckte Mutation auch in anderen Teilen der Welt aufgetreten sein könnte. Die gute Nachricht: Nichts deute bisher darauf hin, dass der verfügbare Corona-Impfstoff unwirksam ist gegen COH.2OG/501Y.

 

Neue Virus-Variante muss weiter erforscht werden

Dass es sich möglicherweise um ein Abkömmling der britischen oder südafrikanischen Mutation handeln könnte, schließt der Studieneiter Dr. Dan Jones aus: „Wir wissen, dass diese Verschiebung nicht von den britischen oder südafrikanischen Zweigen des Virus kam“, wie es in einer Pressemitteilung hieß.

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Allerdings steht die Überprüfung der Studie durch Experten noch aus. Der Co-Autor der Studie, Peter Mohler, betont daher auch: „Es ist wichtig, dass wir wegen der neuen Variante nicht überreagieren, bis wir zusätzliche Daten haben.“ Besonders die Fragen danach, welchen Einfluss die amerikanische Corona-Mutation auf die Ansteckungsrate hat und wie sie sich auf die Gesundheit auswirkt, müssten durch weitere Forschungen geklärt werden.

Quelle:

Researchers Discover New Variant of COVID-19 Virus in Columbus, Ohio, in: wexnermedical

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