Nerv eingeklemmt: Die Behandlung verläuft in 5 Phasen

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Ist der Ischias-Nerv eingeklemmt, steht bei der Ischias-Behandlung zunächst die Beseitigung der Symptome, insbesondere der Schmerzen, an erster Stelle. Am wichtigsten ist es, Ihr Wohlbefinden und eventuell die Beweglichkeit wieder herzustellen.

Je nachdem, welche Ursache der eingeklemmte Nerv hat, stehen dem Arzt unterschiedliche Behandlungsmethoden zur Verfügung. Sie selbst haben dabei die Möglichkeit, das Ergebnis der Behandlung positiv zu beeinflussen. Denn auch wenn die Schmerzen zunächst mithilfe der ersten Behandlung verschwinden, heißt das nicht unbedingt, dass dadurch auch die Ursache beseitigt wurde. Eventuell ist eine längerfristige Behandlung notwendig, um zu vermeiden, dass der Nerv erneut eingeklemmt wird.

 

Die Behandlung des eingeklemmten Nervs kann in mehreren Phasen verlaufen

Handschiene hilft bei eingeklemmtem Nerv
Ist der Nerv eingeklemmt, wird das Handgelenk in einer Schiene ruhig gestellt, um den Mittelnerv zu entlasten © istock/Sunlight19

Den verletzten Bereich ruhig stellen

Bei Muskelverhärtungen ist Bewegung hilfreich, in anderen Fällen hingegen hilft eine Ruhigstellung, wenn ein Nerv eingeklemmt ist. Bei einem Karpaltunnel-Syndrom beispielsweise wird das Handgelenk mithilfe einer Schiene stabilisiert und somit ruhig gestellt.

Menschen, deren Nerv durch einen Bandscheibenvorfall eingeklemmt wurde, sollten den Rücken möglichst wenig belasten, also zum Beispiel nicht schwer heben. Auch wenn es vielleicht weh tut, vermeiden Sie eine zu starke Schonhaltung, da es durch diese zu weiteren Muskelverhärtungen kommen kann.

Entzündungshemmende und schmerzstillende Medikamente

Wenn ein Nerv eingeklemmt ist, wird er gereizt und beschädigt. Neben Schmerzen kann es zu einer Entzündung des betroffenen Nervs kommen. Zur Behandlung bekommen Sie von Ihrem Arzt daher entzündungshemmende Schmerzmittel (zum Beispiel mit den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Diclofenac).

Bei sehr starken Schmerzen oder einer ernsthaften Schädigung des Nervs, wie es zum Beispiel oft bei einem Bandscheibenvorfall vorkommt, kann der Arzt auch eine Spritze verabreichen. Um die Schmerzen und die Entzündung zu lindern, werden häufig örtliche Betäubungsmittel (wie Lidocain) und Kortison direkt in die Nähe des beschädigten Nervs gespritzt.

Muskelentspannung

Einerseits kann ein Nerv aufgrund einer Muskelverhärtung eingeklemmt werden, andererseits kann es, ausgelöst durch die Schmerzen, in der Folge zu Muskelverhärtungen kommen. Die Behandlung des eingeklemmten Nervs beinhaltet daher auch die Beseitigung muskulärer Verhärtungen.

Häufig lassen diese sich durch eine Wärmebehandlung und Massagen bessern. Ihr Arzt empfiehlt Ihnen gegebenenfalls Salben, Wärmepflaster oder entkrampfende Medikamente für die Behandlung.

Operation

Eine Operation zur Behandlung eines eingeklemmten Nervs wird möglichst vermieden. Wenn sich allerdings Ihr Zustand auch nach Wochen oder Monaten durch die Behandlung mit Medikamenten nicht bessert, oder wenn die Gefahr besteht, dass der Nerv dauerhaft geschädigt wird, ist eine Operation manchmal notwendig.

Ziel dieser Operation ist es, den Nerv aus seiner Engstelle zu befreien. Bei einem Karpaltunnel-Syndrom beispielsweise wird dazu das Bindegewebsband, das den Tunnel abschließt, durchtrennt. Ist der Ischias-Nerv durch eine defekte Bandscheibe eingeklemmt, wird diese operativ repariert oder beseitigt und durch eine Prothese ersetzt. 

Physiotherapie hilft bei eingeklemmtem Nerv
Physiotherapie, z.B. Krankengymnastik und Bewegungstherapie (zum Beispiel aktives Rückentraining), ist bei einem eingeklemmten Nerv zur Ischias-Behandlung sinnvoll © istock/Wavebreakmedia

Krankengymnastik

Auch die Physiotherapie, wie Krankengymnastik und Bewegungstherapie (zum Beispiel aktives Rückentraining), sind bei einem eingeklemmten Nerv zur Ischias-Behandlung sinnvoll. Dabei werden Übungen gelernt und durchgeführt, anhand derer Sie gezielt die notwendige Muskulatur aufbauen können, um den eingeklemmten Nerv zu entlasten.

Diese Übungen können Sie dann regelmäßig zu Hause durchführen. Bei der Physiotherapie lernen Sie, Ihre Körperhaltung zu verbessern und aktiv Fehlhaltungen zu vermeiden. Dadurch wirken Sie Muskelverspannungen und -verhärtungen entgegen.

 

Was tun, wenn der Ischias klemmt? Maßnahmen zur Ischias-Behandlung

Was kann ich selbst zur Ischias-Behandlung beitragen?

Als besonders wirksam hat sich die Stufenlagerung zur Ischias-Behandlung erwiesen. Legen Sie sich auf den Rücken und betten Sie Ihre Unterschenkel so auf einen Hocker oder eine Kiste, dass zwischen Hüfte und Oberschenkel, genauso wie zwischen Ober- und Unterschenkel, ein 90-Grad-Winkel entsteht. Zusätzlich hilft eine Wärmflasche unter dem Becken. Auch fünf bis zehn Minuten bewusstes Atmen in den Unterbauch lindert die unangenehmen Beschwerden.

Dieses ,,in den Schmerz atmen“ löst Verspannungen und versorgt den Körper mit mehr Sauerstoff. Als natürliches Heilmittel hat sich die Teufelskralle bewährt. Das enthaltene Harpagosid hemmt Entzündungen und lindert so den Schmerz. Einen Teelöffel Teufelskralle-Pulver (rezeptfrei in Apotheken) mit 300 ml kochendem Wasser übergießen, acht Stunden ziehen lassen. Täglich drei Tassen davon trinken.

Teufelskralle zur Ischias-Behandlung
Teufelskralle-Pulver wird zur Ischias-Behandlung empfohlen © istock/4FR

Wie sieht die Ischias-Behandlung eines Facharztes aus?

Tritt innerhalb von zwei Tagen nach der selbstständigen Ischias-Behandlung keine Besserung ein, suchen Sie einen Orthopäden auf! Auch ein Selbsttest verrät, ob der Arztbesuch sein muss: Versuchen Sie, auf den Fersen, dann auf den Zehenspitzen zu gehen. Klappt das nicht, sollten Sie sich einer Ischias-Behandlung vom Arzt unterziehen.

Mit der Lasègue-Methode kann der Mediziner herausfinden, ob es sich um eine Ischialgie handeln könnte. Dazu legt sich der Patient auf den Rücken. Der Orthopäde beugt ein Bein dann langsam von der Hüfte aus um 90 Grad. Ist diese Beugung nicht möglich, weil Schmerzen in der Hüfte, im Rücken oder im Gesäß zu stark sind, so weist dies auf einen eingeklemmten Nerv hin.

Vorbeugung
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