Neroliöl: Das wertvollste Öl der Welt

Redaktion PraxisVITA

Neroliöl wird wegen seiner umfassenden Wirkung gern in der Aromatherapie verwendet. Wie man das edle Öl aus den Blüten der Pomeranze nutzen kann? Alle Infos hier.

Flasche mit Neroliöl
Das Öl der Pomeranze gilt als das wertvollste Öl der Welt Foto:  istock/olgalarionova
Inhalt
  1. Herkunft und Gewinnung von Neroliöl
  2. Öl aus den Blüten der Pomeranze: Die Inhaltsstoffe
  3. Wirkung des Öls der Bitterorange
  4. Anwendung: So nutzen Sie Neroliöl richtig
  5. Gegenanzeigen: Mögliche Nebenwirkungen von Neroliöl
  6. Neroliöl kaufen – das sollten Sie beachten

Der zart-blumige, frische und liebliche Duft von Neroliöl versetzt jeden im Handumdrehen gedanklich in einen Sommergarten voller Orangen und Zitronen. Gepaart mit Nelken und Zimt aber erinnert die Note sofort an Weihnachten. Das ätherische Öl der Pomeranze (lat.: Citrus aurantium) ist vielseitig einsetzbar und wirkt sich positiv auf den Körper aus. Aufgrund des besonderen Duftes wird Neroliöl häufig als zentrale Herznote in Parfums eingesetzt. Außerdem soll das Öl einem Bericht von “The Guardian” zufolge eine der geheimen Zutaten des überaus gut gehüteten Geheimrezeptes von Coca Cola sein. 

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Herkunft und Gewinnung von Neroliöl

Herkunft

Ursprünglich der italienischen Insel Sizilien zugeschrieben, wird Neroliöl heutzutage vor allem in Algerien, Marokko und Tunesien hergestellt. Der Legende nach

soll das ätherische Öl seinen Namen im 17. Jahrhundert von der sizilianischen Herzogin Flavia Orsini, Prinzessin von Nerola, bekommen haben, die den Duft der Pomeranze für sich entdeckte. Ab diesem Zeitpunkt wurde Neroliöl immer beliebter und wird seither bei der Herstellung von verschiedenen Parfums verwendet. 

Gewinnung

Neroliöl ist das Extrakt der weißen Blüten der Pomeranze beziehungsweise der Bitterorange. Seltener werden für das ätherische Öl auch die Blüten der Orange (lat.: Citrus sinensis) verwendet. Die Essenz zählt zu den wertvollsten ätherischen Ölen weltweit, da für dessen Gewinnung ein aufwendiges Verfahren und eine große Masse an Pflanzenmaterial nötig ist: Die Bitterorangenblüten müssen in einem bestimmten, sehr kurzen Zeitraum von Hand gepflückt werden – dabei können jedoch nur jene Blüten benutzt werden, die sich erst frisch geöffnet haben. Im Anschluss wird per Wasserdampfdestillation das Öl gewonnen und extrahiert. 

Um einen Liter Neroliöl herzustellen, benötigt man die unglaubliche Menge von einer Tonne Blüten der Bitterorange. Daher liegt der Preis des erlesenen Öls für 100 Milliliter auch bei rund 260 Euro. Im Handel sind meist 5-Milliliter-Fläschchen erhältlich.

Foto: iStock
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Öl aus den Blüten der Pomeranze: Die Inhaltsstoffe

Die Bestandteile von Neroliöl ergeben eine opulente Duftkomposition: Linalool kennt man vom Weinaroma, Linalylacetat ist eine der Hauptnoten des Lavendelöls, Nerolidol kommt auch in Teebaumöl vor, Terpenol in Kurkuma und Muskatnuss und Limonene sind für die Zitrusnote verantwortlich. 

    Inhaltsstoffe im Überblick:
    • Terpene wie Camphen und Pinen
    • Linalool
    • Ester
    • Aldehyde
    • Ketone
    • Limonene
    • Nerolidol
     

    Wirkung des Öls der Bitterorange

    Neroliöl spricht man eine gleichermaßen entspannende wie belebende Wirkung zu. So kann es bei Unruhezuständen beruhigend wirken, für besseren Schlaf sorgen aber auch Erschöpfung mindern und erfrischen. Wegen der entkrampfenden, keimabtötenden und entblähenden Wirkung kann die Essenz der Bitterorangenblüten zudem Magen-Darm-Beschwerden lindern und soll – äußerlich angewendet – wegen der durchblutungsfördernden Eigenschaften auch gegen Krampfadern helfen. 

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    Anwendung: So nutzen Sie Neroliöl richtig

    Äußerlich

    Krampfadern und Hämorrhoiden sind unangenehm – regelmäßig ein paar Tropfen Neroliöl im Badewasser können da bereits ein wenig Abhilfe schaffen. Oder Sie reiben die betroffenen Stellen – sparsam dosiert – direkt mit dem wertvollen Öl ein.

    Sie können auch trockene oder rissige Haut sowie Narben, Schwangerschaftsstreifen oder Hautunreinheiten damit behandeln. 

    Innere Anwendung 

    In Form einer Aromatherapie mit einer Duftlampe oder einem Diffuser entfaltet sich der wohltuende Duft des Neroliöls im gesamten Raum und beruhigt den Organismus. Akuten Unruhezuständen kann so kurzfristig entgegengewirkt werden. Ein paar Tropfen des Pomeranzen-Blüten-Öls auf einem Wattepad oder Taschentuch ermöglichen bestenfalls schnelle Hilfe bei Stress und ein wenig Entspannung für unterwegs. 

    Aber auch eine orale Einnahme von Neroliöl ist möglich: Geben Sie dazu bis zu drei Tropfen mit einem Teelöffel Honig vermischt in ein Glas mit lauwarmem Wasser und trinken Sie die Mischung. Diese Art Kur können Sie zwei- bis dreimal täglich wiederholen. Sollten Sie eine längere Anwendung planen, sprechen Sie besser mit Ihrem Arzt oder einem Heilpraktiker. 

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    Gegenanzeigen: Mögliche Nebenwirkungen von Neroliöl

    Wie bei den meisten ätherischen Ölen auch, sollten Sie vor der ersten Verwendung testen, ob Sie Neroliöl vertragen. Einige Bestandteile können Reizungen der Haut und Schleimhäute hervorrufen oder für allergische Reaktionen sorgen. Geben Sie hierfür einen Tropfen Öl mit einem anderen Trägeröl in Ihre Armbeuge. Gibt es auch nach 24 Stunden keine Reaktion an der empfindlichen Stelle, können Sie mit der Behandlung loslegen. Auch bei der innerlichen Anwendung ist ein Testlauf mit geringer Dosis ratsam. 

    In der Schwangerschaft, bei Babys und Kleinkindern sollten Sie komplett auf die Verwendung ätherischer Öle verzichten. Die hoch konzentrierten Essenzen könnten bei Schwangeren für vorzeitige Wehen und bei Kindern für Atemnot oder Überreaktionen sorgen.

     

    Neroliöl kaufen – das sollten Sie beachten

    Sie haben sich entschieden, das vergleichsweise teure Neroliöl auszuprobieren und wollen nun die ganze Bandbreite der möglichen Wirkungsweisen ausschöpfen? Dann achten Sie unbedingt auf die 100-prozentige Reinheit des ätherischen Öls und darauf, dass es Bioqualität besitzt. Produkte mit den Bezeichnungen “naturidentisch” oder “synthetisch” sollten Sie links liegen lassen. Denn diese helfen weniger gut als das reine Öl und beinhalten mitunter Verunreinigungen oder Zusatzstoffe, die unangenehme Nebenwirkungen wie Reizungen oder Allergien hervorrufen können.

    Quellen:

     

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