Neemöl: So wenden Sie das ätherische Öl richtig an

Redaktion PraxisVITA

Nicht jedes ätherische Öl hat derart viele Anwendungsbereiche wie Neemöl: Es kann bei trockener und unreiner Haut sowie bei Hämorrhoiden Abhilfe schaffen und sogar als Insektizid zum Einsatz kommen. Bei der Anwendung sind jedoch einige Dinge zu beachten.

Neemöl in einer Schale neben Steinfrüchten
Foto:  istock_mukesh-kumar
Inhalt
  1. Was ist Neemöl?
  2. Herstellung von Neemöl
  3. Die wichtigsten Inhaltsstoffe von Neemöl
  4. Anwendungsgebiete von Neemöl
  5. Wie wirkt Neemöl? 
  6. Hat Neemöl Nebenwirkungen?
  7. Wo kann man Neemöl kaufen?
 

Was ist Neemöl?

Neemöl (auch Niemöl oder Nimöl) wird bereits seit Jahrtausenden aus dem Neembaum gewonnen. Bei der Pflanze handelt es sich um ein Mahagonigewächs, das in tropischen und subtropischen Ländern wie Indien, Pakistan und Australien zu finden ist. Dank seiner duftenden Blüten wird der Neembaum auch “indischer Flieder” genannt.

 

Herstellung von Neemöl

Für die Herstellung von Neemöl werden die essbaren Steinfrüchte der Blüte genutzt: Nach Entfernen des Fruchtfleisches werden die Kerne kalt gepresst, um ein hochwertiges Bio-Produkt zu gewinnen. Es gibt auch andere Herstellungsmethoden, für die allerdings chemische Zusätze benötigt werden.

 

Die wichtigsten Inhaltsstoffe von Neemöl

Zu den im Neemöl enthaltenen Wirkstoffen gehören unter anderem der Bitterstoff Nimbin sowie das pflanzliche Terpen Azadirachtin. Die fiebersenkende und entzündungshemmende Wirkung wird hauptsächlich dem Bestandteil Nimbidin zugeschrieben.

 

Anwendungsgebiete von Neemöl

Neemöl hat viele Vorteile für den Körper und das Wohlbefinden. Aber nicht nur das: Insekten werden von dem bitteren Geschmack des Öls abgeschreckt, sodass es als natürlicher Schädlingsbekämpfer wirkt.

Folgende Anwendungsgebiete hat Neemöl.

  • bei Ekzemen, Juckreiz
  • gegen Fieber, Hämorrhoiden und Nesselsucht
  • als Mittel gegen Schuppen, trockene Haut
  • gegen stumpfes Haar und Falten
  • bei Herpes, Akne oder Fußpilz
  • zum Schutz vor Schädlingen an Pflanzen
  • als Insektizid und gegen Parasiten (auch bei Tieren)
  • als vorbeugende Maßnahme gegen Kopfläuse

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Wie wirkt Neemöl? 

Abhängig davon, für welchen Zweck Neemöl verwendet wird, ist bei der Anwendung verschiedenes zu beachten: 

Als Zusatz für Shampoos und Cremes

Durch seine entzündungshemmende, antimykotische (also gegen Pilze wirkend) und hautpflegende Wirkung ist Neemöl ein idealer Zusatz für Shampoos und Cremes. Es reichen bereits ein bis zwei sparsame Tropfen aus, da die Inhaltsstoffe in konzentrierter Form enthalten sind. Um Reizungen zu vermeiden, sollte das Öl immer verdünnt auf die Haut oder die Schleimhäute aufgetragen werden. 

Als Badezusatz

Auch für Bäder eignet sich das ätherische Öl hervorragend – ein paar Tropfen in warmem Wasser sorgen dafür, dass juckende Ekzeme und schmerzende Hämorrhoiden abklingen.

Zum Inhalieren

Bei Atemwegserkrankungen, wie Bronchitis und Asthma, oder unreiner Haut hilft das Inhalieren von Neemöldämpfen. Dazu gibt man lediglich einige Tropfen des Öls in eine Schüssel mit heißem Wasser. 

Als natürliches Insektizid

Nutzt man Neemöl zum Besprühen von Pflanzen oder als Schutzspray vor Zecken, Bremsen und Flöhen für Haus- und Nutztiere, sollte neben Wasser auch Rimulgan in einem Verhältnis von 1:4 hinzuzugeben werden. Der unbedenkliche Emulgator aus Rizinusöl sorgt dafür, dass sich die Flüssigkeiten miteinander vermischen. Mit einer Sprühflasche lässt sich die Lösung einfach verteilen.

Hinweis: Das natürliche Insektizid hat keinen schädlichen Einfluss auf Bienen.

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Hat Neemöl Nebenwirkungen?

Neemöl eignet sich aufgrund seiner intensiven Inhaltsstoffe nur für die äußerliche Verwendung und nicht als Zusatz von Getränken oder Speisen. Auch wenn das Öl in einigen Kulturen gerne als Zusatz für Tees genutzt wird: Hierzulande sind die Blätter des Neembaums nicht erhältlich, da die orale Verwendung von Teilen des Neembaums Vergiftungserscheinungen hervorrufen kann. Die Leber kann die Inhaltsstoffe nur schwer verarbeiten.

Unklar ist, ob Kinder unter vier Jahren, Schwangere und Stillende Neemöl bedenkenlos anwenden können – hier fehlen die nötigen Erfahrungswerte. Daher sollte die Nutzung vorher mit dem Arzt besprochen werden. Das Gleiche gilt für Menschen mit Autoimmunerkrankungen. Diese können nämlich unter Umständen durch die Inhaltsstoffe verstärkt werden.

Außerdem ist zu bedenken, dass ätherische Öle für Katzen giftig sein können. Von einer Behandlung mit Neemöl ist daher abzuraten, schließlich würden sie bei der Fellsäuberung die Wirkstoffe oral aufnehmen.

 

Wo kann man Neemöl kaufen?

Neemöl ist in der Apotheke, aber auch in ausgesuchten Fachgeschäften und zu Pflanzenschutzzwecken im Baumarkt erhältlich. Manche Produkte sind bereits mit dem Emulgator Rimulgan angereichert, bei anderen ist pures Neemöl enthalten. Letzteres ist vor allem zur Verwendung in Cremes und Shampoos besser geeignet.

Ein gutes, kalt gepresstes Neemöl in Bioqualität ist daran zu erkennen, dass es in einer dunklen Flasche gelagert wird, dickflüssig ist, nur leicht bitter riecht und eine helle Farbe besitzt. Oft reicht bereits eine kleine Flasche, da pro Anwendung nur wenige Tropfen nötig sind. Neemöl ist zudem stets kühl zu lagern, damit die Wirksamkeit der Inhaltsstoffe erhalten bleibt.

Quelle

Neem – Medizin für Mensch und Tier, in: zentrum-der-gesundheit.de

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