Natürliche Immunität gegen Ebola: Viele Menschen ohne Ansteckungsgefahr

Immun gegen Ebola
Forscher behaupten, dass die Mehrheit der Menschen auch ohne Schutzanzug gegen den Ebola-Erreger geschützt wäre. Der Grund: Eine natürliche Immunität © Fotolia

Ebola ist eine der tödlichsten Krankheiten weltweit. Doch was wäre, wenn der Virus bei den meisten Menschen in Wahrheit gar nicht ausbrechen kann, sondern schon bei dem Versuch vom Immunsystem sofort vernichtet werden würde?

Eine aktuelle Studie der University of Texas fand heraus, dass sich nach einem Ebola-Ausbruch – wie der zurzeit in Westafrika wütende – nicht alle Menschen mit dem tödlichen Erreger anstecken können.

 

Keine Ebola-Symptome trotz Infektion

Tatsächlich gibt es viele Hinweise darauf, dass Menschen eine natürliche Immunität gegen das Ebola-Virus besitzen – und zwar ohne vorher erkrankt gewesen zu sein. Eine Untersuchung zeigt beispielsweise, dass bei 71 Prozent der Menschen, die sehr engen Kontakt mit Infizierten hatten und positiv auf Ebola getestet worden waren, keine Ebola-Symptome auftraten.

Eine andere Untersuchung belegt dagegen, dass bei 50 Prozent der Menschen, die Kontakt zu Ebola-Patienten hatten und daraufhin trotzdem nicht krank wurden, Anzeichen für eine Infektion nachweisbar waren.

Die Forscher erklären deswegen, dass es wahrscheinlich sei, dass auch in Westafrika ein Großteil der Menschen gegen Ebola immun sind – ohne jemals an Krankheitssymptomen gelitten zu haben.

 

Heilung mit dem Blut der anderen?

Die Studie weckt Hoffnung auf einen neuen Behandlungsweg, um die aktuelle Ebola-Epidemie eindämmen zu können. Forscher versuchen schon länger mithilfe von Bluttransfusionen Ebola-Infizierte zu heilen. Dabei kommt das Blut von Personen zum Einsatz, die eine Ebola-Infektion überlebt und entsprechend Antikörper gegen den Erreger gebildet haben.

Aufgrund der Entdeckung, dass viele Menschen immun gegen Ebola sind, ohne vorher erkrankt gewesen zu sein, würde der Kreis an Personen, die als Spender für solche heilenden Bluttransfusionen infrage kommen erheblich ansteigen, „was die Eindämmung der Ebola-Epidemie wahrscheinlicher machen würde“, erklärt Studienautorin Juliet Pulliam.

Darüber hinaus wäre es möglich, Pflege- und Ärztepersonal im Vorfeld auf eine Ebola-Immunität zu testen und letztlich nur die Hilfskräfte in besonders risikoreichen Stellen einsetzen, die ohnehin nicht gefährdet sind, sich mit dem Virus anzustecken.

Hamburg, 20. Oktober 2014

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