Natürliche Hilfe bei Schlafstörungen: Baldrian auch bei Chemotherapie erlaubt

Carolin Banser
Baldrianpräparate sind bei Chemotherapie erlaubt
Krebspatienten, die sich einer Chemotherapie unterziehen, können sich zukünftig ohne Bedenken bei Schlafstörungen und innerer Unruhe mit Baldrianpräparaten behelfen © Fotolia

Bislang haben Mediziner einer Einnahme von Baldrianprodukten als Schlafmittel während der Anti-Krebs-Therapie wegen befürchteter Wechselwirkungen häufig abgeraten. Eine neue Studie zeigt, dass die Sorge unbegründet ist.

 

Baldrian bei Schlafstörungen

Baldrian ist seit vielen Jahrhunderten als Heilpflanze bekannt. Der Wurzelextrakt wirkt nachweislich auf bestimmte Nervenzellen im Gehirn: Die Einschlafzeit wird verkürzt und die Schlafqualität verbessert. Krebspatienten, die unter Schlafstörungen leiden, greifen häufig auf Baldrianpräparate zurück, da sie ihrem Körper nicht mit weiteren chemisch-synthetischen Medikamenten, wie z.B. Benzodiazepinen, schaden möchten.

 

Keine Wechselwirkungen von Baldrianextrakten mit anderen Medikamenten

Derzeit wird für Krebspatienten vor einem möglichen Risiko gewarnt: laut bisher geltender Meinung könnten bei der Einnahme von baldrianhaltigen Zubereitungen gefährliche Wechselwirkungen entstehen. Mediziner und Pharmakologen wollten nun untersuchen, ob diese Annahme berechtigt ist. Dafür sichteten sie die gesamte Fachliteratur, nahmen Untersuchungen unter Laborbedingungen vor und führten klinische Studien am Menschen durch. Ergebnis: Unter Baldrian ist keine relevante Beeinflussung von Leberenzymen zu erwarten.

 

Warnung vor Baldrian als allgemeine Absicherung


Die Mediziner vermuten, dass die derzeitige Warnung auf theoretischen Annahmen beruht und lediglich der allgemeinen Absicherung dient. Baldrian zählt bei uns zu den am häufigsten verwendeten Arzneipflanzen. Seine beruhigende Wirkung ist schon seit der Antike bekannt und seine Anwendung ist auch für Krebspatienten unbedenklich. Betroffene sollten beim Kauf von Baldrianprodukten dennoch gezielt auf Qualität achten und sich bezüglich der richtigen Dosis vom Apotheker beraten lassen.

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