Natürliche Heilmittel: Diese Arzneien helfen wirklich

Natürliche Heilmittel
Natürliche Heilmittel stellen eine echte Alternative zu synthetischen Medikamenten dar © Fotolia

Homöopathie, Schüßler-Salze, pflanzliche Arzneistoffe – natürliche Heilmittel sind so unterschiedlich wie die Natur selbst. Praxisvita erklärt, worauf Patienten achten sollten und welche natürlichen Heilmittel tatsächlich wirken.

Am Anfang steht ein Irrtum – einer der folgenreichsten der Medizingeschichte. Der Meißener Übersetzer Samuel Hahnemann liest, dass die Wirkstoffe des Chinarindenbaums gegen Malaria helfen sollen. Obwohl er selbst kerngesund ist, probiert er das Mittel aus. Und leidet plötzlich an fieberhaften Symptomen – ähnlich einer Malaria-Erkrankung. Mediziner schreiben diese Wirkung heute einer Chinarinden-Allergie zu. Aber Hahnemann zieht eine andere Schlussfolgerung: „Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt“.

 

Ist Homöopathie nur ein Placebo?

Was bei Gesunden Krankheits-Anzeichen auslöst, soll Kranke kurieren. Eine merkwürdige Idee. Doch heute, etwa 220 Jahre später, hat sich daraus einer der erfolgreichsten Zweige der alternativen Medizin entwickelt: die Homöopathie. Hunderte Mittel versprechen Heilung oder Linderung bei verschiedensten Symptomen. Dabei ist die Wirksamkeit dieser Mittel bis jetzt nicht durch klinische Studien einwandfrei belegt worden. Kein Wunder, denn zur Entwicklung neuer Medikamente greift die moderne Homöopathie noch auf die Methoden des 19. Jahrhunderts zurück: Eine Gruppe gesunder Menschen nimmt über einen gewissen Zeitraum einen bestimmten Extrakt ein und notiert die folgenden Symptome. Daraus wird dann ein Wirkmechanismus abgeleitet. Löst eine Arznei etwa Grippe-ähnliche Symptome aus, gilt sie als Mittel gegen genau das. Aber: In vielen Fällen wirkt Homöopathie tatsächlich. Mediziner staunen immer wieder darüber, wie Homöopathen Heilungseffekte erzielen. Und verweisen dabei oft auf Placebo-Wirkungen.

 

Wie wirken Schüßler-Salze?

Ähnliches gilt für die sogenannten Schüßler-Salze. Dabei handelt es sich um Mineralsalze, deren Gabe den Mineralstoff-Haushalt des Körpers wieder ins Gleichgewicht bringen soll. Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft wäre die Grundlage für die Verschreibung ein Blutbild, das einen Mangel aufzeigen kann. Aber Alternativmediziner, die diese Wirkstoffe verschreiben, setzen auf die sogenannte Antlitz-Analyse. Nach einem Katalog bestimmter Merkmale im Gesicht sollen Mängel aufgespürt werden. So soll eine gräuliche Haut am Kinn auf eine Unterversorgung mit Kaliumphosphat hindeuten. Aber es gibt bislang keine handfesten Belege für einen solchen Zusammenhang. Die Methode ist in weiten Teilen willkürlich, unwissenschaftlich und führt häufig zu Fehldiagnosen. Aber: Bis heute schwören Tausende geheilter Patienten auf die Wirkung der Mineralstoffe. „Wer heilt, hat Recht“, sagt auch Prof. Dr. med. Matthias Tisch. „Aber ich würde mich nicht darauf verlassen.“

 

Nur geprüfte natürliche Heilmittel sind verlässlich

Andererseits gibt es auch natürliche Heilmittel, die unter strengen schulmedizinischen Auflagen hergestellt werden und deren Wirksamkeit durch zahlreiche klinische Studien zweifelsfrei belegt ist. Sie stellen eine echte Alternative zu synthetischen Medikamenten dar. Zudem sind geprüfte natürliche Heilmittel häufig besser verträglich. Außerdem belastet die Herstellung die Umwelt in der Regel sehr viel weniger, als die Synthese chemischer Medikamente. „Wenn ein homöopathisches Globuli nicht richtig wirkt, sollten Patienten sich nicht wundern“, sagt Professor Tisch. „Bei einem zugelassenen, geprüften Wirkstoff aus der Natur – beispielsweise Ginkgo-Extrakten bei Gedächtnisstörungen – können Sie davon ausgehen, dass er in so gut wie jedem Fall hilft.“ Außerdem lassen sich solche natürlichen Heilmittel in der Regel besser mit synthetischen Medikamenten kombinieren als homöopathische Extrakte oder Schüßler-Salze.

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