Nasenspray und Stillen: Verträgt sich das?

Julia Klinkusch Medizin- und Wissenschaftsjournalistin

Nasentropfen und Nasenspray – viele Mütter sind sich unsicher, wenn sie stillen: Dürfen sie dieses Medikament nehmen, um die Symptome einer Erkältung zu behandeln? Welche Unterschiede gibt es zwischen den Präparaten? Und worauf sollten Frauen in der Stillzeit achten? 

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Inhalt
  1. Ist Nasenspray beim Stillen tabu?
  2. Darf ich bei einer Allergie Nasensprays trotz des Stillens verwenden?
  3. Welche Alternativen gibt es zu Nasenspray oder Nasentropfen in der Stillzeit?
 

Ist Nasenspray beim Stillen tabu?

Es ist nicht grundsätzlich von Nasenspray abzuraten, wenn Frauen stillen. Gleiches gilt für Nasentropfen. Frauen, die stillen, sollten sich jedoch immer mit ihrem Arzt beraten, welches Präparat sie nehmen dürfen. Ob das Nasenspray in der Stillzeit erlaubt ist, hängt vor allem von den Inhaltsstoffen ab. Zu den gängigsten gehören abschwellende Nasensprays mit den Wirkstoffen Xylometazolin oder Oxymetazolin.

Eine Mutter stillt ihr Baby
Service Was ist in der Stillzeit erlaubt, was nicht?

Für beide Wirkstoffe wurden bislang auch bei umfangreicher Anwendung keine Symptome bei gestillten Babys festgestellt. Es gibt keine genauen Daten zum Übergang der Wirkstoffe in die Muttermilch. Jedoch geht man davon aus, dass aufgrund der lokalen Anwendung in der Nase allenfalls geringe Mengen in die Muttermilch übergehen. Beide Wirkstoffe dürfen daher bei einer Erkältung in der Stillzeit kurzzeitig (maximal eine Woche) angewandt werden.

 

Darf ich bei einer Allergie Nasensprays trotz des Stillens verwenden?

Mütter, die stillen und unter einer Allergie leiden, sind mitunter auf Nasenspray oder Nasentropfen angewiesen. Präparate, die gegen den allergischen Schnupfen eingesetzt werden, enthalten in einigen Fällen sogenannte Glucocorticoide. Zu diesen Wirkstoffen zählen etwa Mometason, Beclometason und Fluticason. Für alle drei wird die Anwendung über Nasensprays in der Stillzeit als unbedenklich angesehen, da sie ausschließlich lokal erfolgt. Trotzdem sollte die Einnahme zur Sicherheit nicht ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.

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Darüber hinaus gibt es antiallergische Nasensprays oder Nasentropfen, die Antihistaminika enthalten. Dazu zählen die Wirkstoffe Levocabastin und Azelastin. In Form von Nasenspray oder Nasentropfen sind während des Stillens beide für die lokale Anwendung in der Nase erlaubt. In Form von Tabletten ist Azelastin in der Stillzeit dagegen nicht empfehlenswert.

 

Welche Alternativen gibt es zu Nasenspray oder Nasentropfen in der Stillzeit?

Allergien wie Heuschnupfen lassen sich auch in der Stillzeit meist nicht ohne Nasenspray oder Nasentropfen durchhalten. Doch bei Erkältungen gibt es Alternativen: zum einen Nasensprays mit natürlichen Wirkstoffen wie Meersalz oder Dexpanthenol. Zwar gibt es auch Nasensprays mit ätherischen Ölen, jedoch ist davon abzuraten. Auch bei nur lokaler Anwendung könnten ätherische Öle aus Nasensprays in die Muttermilch übergehen und beim Stillen den Geschmack der Milch verändern.

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Eine sichere Alternative, die das Baby nicht beeinträchtigt, sind Nasenspülungen oder Nasenduschen. Die Salze für Nasenduschen können in der richtigen Dosierung fertig gekauft werden. Sie sind auch in der Stillzeit gut verträglich. Gleiches gilt für das Inhalieren. Dabei wird Wasserdampf mit milden Zusätzen eingeatmet, wie Kamille, Salz, Fenchel oder Salbei. Das ist eine gute Alternative zu Nasenspray und Nasentropfen, wenn Frauen stillen und sichergehen wollen, dass ihr Kind keine Wirkstoffe über die Muttermilch aufnimmt.

Quelle:

Lothrop, Hannah (2016): Das Stillbuch: Vollständig überarbeitete Neuausgabe, München: Kösel-Verlag

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