Was sind Nasenpolypen?

Redaktion PraxisVITA

Nasenpolypen werden durch unterschiedlichste Reizungen der Nasenschleimhaut verursacht, die zu einer Schleimhautreaktion in Form einer Polypenbildung in der Nase führen. Sie bilden sich insbesondere durch andauernde Nasennebenhöhlen- und Nasenschleimhautentzündungen. Auch Menschen, die Allergien haben oder bestimmte Schmerzmittel nicht vertragen, entwickeln überdurchschnittlich oft Polypen in der Nase. Für viele Betroffene gilt jedoch: Warum sie Nasenpolypen bekommen, ist nicht bekannt.

Nasenpolypen
Nasenpolypen sind Wucherungen, die in vielen Fällen durch eine chronisch entzündete Nasenschleimhaut ausgelöst werden Foto:  istock/wildpixel
Inhalt
  1. Symptome
  2. Ursachen
  3. Diagnose
  4. Behandlung
  5. Vorbeugung
Was sind Nasenpolypen?

Nasenpolypen sind gutartige Wucherungen der Nasenschleimhaut. Auch wenn Polypen in der Nase nicht bösartig sind, so können sie dennoch die Nasenatmung beeinträchtigen und verschiedene Folgekrankheiten wie zum Beispiel Atemwegs- oder Mittelohrentzündungen auslösen – wenn sie nicht behandelt werden.

 

Nasenpolypen: Welche Symptome treten auf?

Bei Nasenpolypen variieren die Symptome je nach Größe der Polypen. Zu Beginn treten oft keine oder kaum Beschwerden auf. Im weiteren Verlauf ist die Nasenatmung zunehmend behindert und der Geruchssinn oftmals eingeschränkt. Auch können Kopfschmerzen oder Dauerschnupfen auftreten und Begleiterkrankungen wie Mittelohr- und Nasennebenhöhlenentzündungen häufen sich.

Grundsätzlich gilt: Bei Nasenpolypen hängen Beschwerden und Symptome von Ausmaß und Ausdehnung der Wucherungen in der Nasenschleimhaut ab. Polypen, die in der Nase wachsen, machen zu Anfang keine bis kaum Beschwerden. Je größer sie jedoch werden, desto mehr behindern sie die Nasenatmung. Die durch die Polypen verstopfte Nase lässt die Stimme der Betroffenen näselnd klingen. Im weiteren Verlauf der Krankheit können sich weitere Symptome entwickeln oder bestimmte Begleiterkrankungen auftreten:

  • Entzündungen der oberen Atemwege (wiederkehrend): Infekte der oberen Atemwege sind Entzündungen der Nase (Rhinitis), des Rachens (Pharyngitis) und des Kehlkopfes (Laryngitis).
  • Geruchssinn ist eingeschränkt
  • Kopfschmerzen
  • Mittelohrentzündungen (wiederkehrend): Typisch für eine Mittelohrentzündung (Otitis media) sind stechende Ohrenschmerzen, Fieber und ein eingeschränktes Hörvermögen. Am Anfang einer Mittelohrentzündung steht normalerweise eine bakterielle Infektion oder Virusinfektion der Atemwege.
  • Nasennebenhöhlenentzündungen (wiederkehrend): Eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) bezeichnet eine Entzündung der Schleimhaut in den Nasennebenhöhlen. Diese Nebenhöhlen bilden Hohlräume, die alle mit der Nasenhöhle verbunden sind. Typische Symptome sind Schnupfen, Gesichtsschmerzen, Stauungsgefühl im Gesicht, verstopfte Nase, eingeschränkte Geruchs- und Geschmackswahrnehmung, Kopfschmerzen
  • Schnarchen
  • Stimme klingt nasal

Sinusitis
Krankheiten & Symptome Was ist eine Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung)?

Nasenpolypen schränken Geruchssinn ein

Menschen mit Nasenpolypen riechen – falls die Polypen nicht adäquat behandelt werden – im Verlauf der Krankheit immer schlechter. Für den Geruchssinn wie für alle anderen Beschwerden und Begleiterkrankungen gilt jedoch: Durch eine geeignete Nasenpolypen-Therapie bilden sie sich in der Regel wieder zurück und die begleitenden Erkrankungen heilen ab. Durch Polypen in der Nase, die über Jahre hinweg unbehandelt weiter wuchern, können sich jedoch weitere Symptome entwickeln. Durch die Polypen kann die Nase dicker werden, da das Nasengerüst durch die Nasenpolypen gedehnt wird. Auch können die wachsenden Polypen dazu führen, dass sich der Augenabstand der Betroffenen vergrößert, was medizinisch als Hypertelorismus bezeichnet wird. Derart starke Nasenveränderungen und Symptome sind heutzutage jedoch äußerst selten.

 

Nasenpolypen: Was sind die Ursachen und Risikofaktoren?

Bei Nasenpolypen können die Ursachen unterschiedlich sein. Oftmals ist jedoch nicht bekannt, weshalb manche Menschen Polypen in der Nase bekommen, andere hingegen nicht. Bekannte Ursachen oder Reizfaktoren sind zum Beispiel Allergien oder chronischer Schnupfen.

Frau mit Schnupfen
Zu den möglichen Ursachen von Nasenpolypen gehören Reizfaktoren wie z.B. chronischer Schnupfen Foto: istock/PeopleImages

Nasenpolypen gehen auf unterschiedliche Auslöser oder Ursachen zurück. Mitunter spielen verschiedene Faktoren bei der Entstehung zusammen. Bei vielen Menschen ist jedoch nicht bekannt, warum sie Polypen in der Nase bekommen. Ganz allgemein gelten verschiedene Reizfaktoren als Nasenpolypen-Ursachen, die eine Reaktion der Nasenschleimhaut hervorrufen. Zu den möglichen Ursachen gehören:

  • chronischer Schnupfen (Rhinitis): Schnupfen kann das akute Symptom einer Erkältung sein, aber auch Anzeichen für eine Allergie sein. Typisch ist eine verstopfte und/oder laufende Nase.
  • chronische Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis): Hierbei handelt es sich um eine Entzündung der Schleimhaut in den Nasennebenhöhlen. Charakteristische Beschwerden sind Schnupfen, Gesichtsschmerzen, Stauungsgefühl im Gesicht, verstopfte Nase, eingeschränkte Geruchs- und Geschmackswahrnehmung, Kopfschmerzen
  • Allergien: Beim allergischen Schnupfen (allergische Rhinitis) handelt es sich um eine allergische Entzündung der Nasenschleimhaut. Er ist eine Reaktion auf Allergene in der Atemluft (Inhalationsallergene) wie zum Beispiel Blütenpollen (Heuschnupfen), Tierhaare oder Hausstaub (Hausstauballergie) sowie Sporen von Schimmelpilzen. Typisch sind hier ein wässriges Nasensekret ("Fließschnupfen"), behinderte Nasenatmung, ausgeprägtes Jucken und Kribbeln in der Nase und Niesattacken.
  • Pilzbesiedelung der Schleimhaut: Hauptsymptome von zumeist einseitig auftretendem Nasenpilz sind Schmerzen im befallenen Nasenbereich, Ausfluss und behinderte Nasenatmung. Auch kann es aus der Nase faulig riechen. Verschiedene Pilzarten können die Nasennebenhöhlen befallen. Gesunde Menschen bekommen in der Regel keinen Nasenpilz. Gefährdet sind hingegen Menschen mit einem schwachen Immunsystem.

Menschen mit Polypen in der Nase haben oft Asthma

Zu den häufigen Begleiterkrankungen oder Risikofaktoren gehört Asthma (Asthma bronchiale). 40 Prozent aller Menschen mit Nasenpolypen haben auch Asthma. Asthma ist eine chronische und anfallsartig auftretende, entzündliche Erkrankung der Atemwege. Die Bronchien der Betroffenen reagieren empfindlich auf verschiedenste Reize, was als bronchiale Hyperreagibilität bezeichnet wird. Typische Asthma-Symptome sind pfeifende Atmung, Husten, Engegefühl in der Brust, Kurzatmigkeit und Luftnot. Oft treten die Beschwerden nachts und früh morgens auf.

Nasenpolypen: Schmerzmittelunverträglichkeit als Ursache

Zudem treten Nasenpolypen vermehrt bei Menschen auf, die bestimmte Schmerzmittel nicht vertragen – medizinisch Analgetikaintoleranz – wie zum Beispiel den Wirkstoff Acetylsalicylsäure. Für viele Menschen mit Nasenpolypen gilt jedoch: Die Ursachen sind unbekannt. Vor allem Erwachsene über 30 bekommen Nasenpolypen.

Bei Kindern treten sie hingegen selten auf. Wenn ein Kind Nasenpolypen hat, dann ist oft eine Mukoviszidose die Ursache. Bei Mukoviszidose handelt es sich um eine angeborene Stoffwechselerkrankung. Speichel, Bronchialschleim und Bauchspeicheldrüsensekret der betroffenen Kinder sind wegen eines genetischen Defekts sehr viel zäher als normalerweise. Sie haben aufgrund dessen Atemprobleme und Verdauungsstörungen, da der Schleim nicht ausreichend abfließt und sich deswegen anstaut. Mukoviszidose ist nicht heilbar.

Chronischer Husten bei Mukoviszidose
Krankheiten & Symptome Mukoviszidose

 

Wie wird bei Nasenpolypen die Diagnose gestellt?

Bei Verdacht auf Nasenpolypen wird der Arzt die Nasenhöhlen sowohl von vorne durch die Nasenlöcher als auch von hinten durch den Mund inspizieren. Im weiteren Verlauf der Untersuchung kann er kleinere Nasenpolypen durch eine Nasenspiegelung oder bildgebende Verfahren wie eine Röntgenuntersuchung aufspüren.

Bei der Nasenpolypen-Diagnose schaut sich der Arzt zuerst die Nasenhöhlen sowohl von vorne durch die Nasenlöcher als von hinten durch den Mund an. Große Polypen in der Nase erkennt er dabei bereits mit bloßem Auge. Sie sind als glasig-glänzende Gebilde in der Nase zu erkennen. Um kleinere Nasenpolypen aufzuspüren, setzt der Arzt für die Diagnose weitere Untersuchungsverfahren ein. An erster Stelle steht hier die sogenannte Nasenspiegelung, auch Rhinoskopie genannt.

Nasenhöhlen
Bei der Nasenpolypen-Diagnose schaut sich der Arzt zuerst die Nasenhöhlen sowohl von vorne durch die Nasenlöcher als von hinten durch den Mund Foto: istock/janulla

Nasenpolypen-Diagnose: Nasenspiegelung als Mittel der Wahl

Bei einer Nasenspiegelung sitzen sich Arzt und Patient gegenüber. Dann führt der Arzt das sogenannte Nasenspekulum in das Nasenloch ein. Hierbei handelt es sich um ein zangenartiges Gerät mit trichterförmiger Spitze. Es spreizt sich bei Druck vorne auf. Durch eine Lichtquelle oder einen reflektierenden Spiegel auf der Stirn kann der Arzt nun die Nasenhöhle und die vorderen Nasengänge genau inspizieren. Behindern Blut, Krusten oder Schleim die Sicht in der Nase, so wischt sie der Arzt behutsam weg oder saugt sie ab. Bei Entzündungen entnimmt er einen Abstrich und lässt diesen im Labor auf mögliche Keime untersuchen. Falls die Nasenschleimhäute des Patienten stark geschwollen sind, bekommt dieser vor der Untersuchung ein abschwellendes Nasenspray. Das erleichtert die Untersuchung.

Für den hinteren Teil der Nasengänge, die bei einem Erwachsenen im Schnitt 7,5 Zentimeter lang sind, setzt der Arzt ein Nasen-Endoskop ein. Es setzt sich aus einer starren oder flexiblen Röhre und einer Lichtquelle zusammen. Am hinteren Ende des Nasen-Endoskops ist zudem eine Optik befestigt. Bevor der Arzt das Endoskop einführt, betäubt er die Nasenschleimhaut mit einem Spray. Im Zuge der Untersuchung prüft er manchmal auch, wie durchgängig die Nasengänge sind. Das macht er mit einem dünnen Absaugkatheter. Bei der hinteren Rhinoskopie begutachtet der Arzt die hintere Öffnung der Nasengänge zum Rachen von der Mundhöhle aus mithilfe eines abgewinkelten Spiegels.

Bildgebende Verfahren bei der Nasenpolypen-Diagnose

Kleine Nasenpolypen in den Nebenhöhlen kann er bei der Nasenpolypen-Diagnose durch bildgebende Verfahren wie Röntgenaufnahmen oder eine Computertomographie (CT) aufspüren. Sind die Nasenpolypen von einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) begleitet, so wird er zur weiteren Diagnose einen Abstrich des Sekrets machen, und diesen im Labor auf Keime untersuchen lassen.

 

Wie sieht bei Nasenpolypen die Behandlung aus?

Die Nasenpolypen-Behandlung hat grundsätzlich zwei Ziele: Zum einen werden die Polypen in der Nase mit Medikamenten oder durch eine Operation entfernt. Zum anderen wird die Grunderkrankung behandelt, die zu den Nasenpolypen geführt hat – falls die Ursache bekannt ist.

Bei der Nasenpolypen-Behandlung therapiert der Arzt falls möglich Symptome und Ursache. Das bedeutet, dass er die Nasenpolypen durch entsprechende Maßnahmen entfernt und zugleich Krankheiten behandelt, die die Polypen in der Nase mutmaßlich verursacht haben. Haben Betroffene vergleichsweise kleine Nasenpolypen mit geringer Ausdehnung, so wird der Arzt erstmal kortisonhaltige Präparate verordnen. Sie bremsen das Wachstum der Nasenpolypen. Kleine Polypen in der Nase können sogar komplett verschwinden.

Patient mit Nasenpolypen beim Arzt
Vor allem Erwachsene über 30 bekommen Nasenpolypen Foto: istock/DjelicS

Kleine Nasenpolypen: Behandlung mit Medikamenten

Betroffene, die zusätzlich an Asthma erkrankt sind oder eine Allergie haben, bekommen gegebenenfalls zusätzliche Medikamente, zum Beispiel ein Medikament gegen Allergien, ein sogenanntes Antiallergikum (Antihistaminikum). Das unterstützt die Nasenpolypen-Therapie mit Kortison. Sind die Nebenhöhlen oder die Nasenschleimhaut in Folge einer Bakterien-Infektion entzündet, so kann der Arzt ein geeignetes Antibiotikum verordnen. Hier wird er zuerst die Infektion mit einem Antibiotikum beseitigen, bevor er die Nasenpolypen mit Kortison behandelt. Ansonsten besteht das Risiko, dass sich die Bakterieninfektion im Schatten der Kortison-Therapie ausbreitet.

In der Regel bekommen Betroffene das kortisonhaltige Präparat als örtlich wirksamen Nasenspray oder als Nasentropfen. Die volle Wirkung entfaltet sich hier erst nach einigen Wochen. Deswegen ist es umso wichtiger, diese Medikamente gegen die Polypen in der Nase, wie vom Arzt empfohlen und regelmäßig anzuwenden. Manchmal kann der Arzt zur Nasenpolypen-Behandlung auch Kortison als Tabletten verschrieben. Hier tritt die Wirkung schneller ein, allerding treten auch stärkere Nebenwirkungen auf.

Operation bei Nasenpolypen

Manchmal ist bei Nasenpolypen zur adäquaten Therapie eine Operation sinnvoll. Das ist dann der Fall, wenn Betroffene über zunehmende Beschwerden durch die Polypen in der Nase klagen oder wenn sich viele verschiedene Nasenpolypen an unterschiedlichen Stellen gebildet haben. Dann reichen Medikamente normalerweise nicht mehr aus. Bei der Operation entfernt der behandelnde Arzt die Polypen in der Nase, vor allem um die Nasenatmung zu verbessern.

Handelt es sich um einzelne, große Nasenpolypen, so werden diese im Rahmen der Behandlung ambulant entfernt, und zwar unter örtliche Betäubung (Lokalanästhesie) des Patienten. Zur Polypenentfernung setzt der Arzt unterschiedliche Werkzeuge ein, die er alternativ verwendet. Er kann sie mit einer Nasenpolypenschlinge entfernen oder die Polypen durch einen Laser abtragen. Wachsen die Nasenpolypen schnell und haben sich zudem in die Nasennebenhöhlen ausgebreitet, so ist eine größere Operation nötig. Im Anschluss an den operativen Eingriff werden die entfernten Nasenpolypen auf mögliche bösartige Veränderungen oder Wucherungen untersucht.

Werden die Nasenpolypen in einer Nasennebenhöhlen-Operation entfernt, so führt der Eingriff nicht immer zum gewünschten Erfolg. Bei manchen Betroffenen bilden sich nach der Operation erneut Polypen in der Nase.

Nasenpolypen-Behandlung: Nachsorge wichtig

Mit der Operation ist die Nasenpolypen-Behandlung noch nicht beendet. Denn zur Nachbehandlung müssen Betroffene regelmäßige Nasenpflege betreiben und kortisonhaltige Nasensprays anwenden. So soll verhindert werden, dass sich die Nasenpolypen erneut bilden. Haben Betroffene eine begleitende Nasennebenhöhlenentzündung, so bekommen sie ein passendes Antibiotikum und zusätzlich schleimlösende, abschwellende Medikamente. Weitere Behandlungsmaßnahmen wie regelmäßige Dampfbäder oder eine Mikrowellen-Therapie können den Heilungsprozess unterstützen.

Der Verlauf hängt bei Nasenpolypen stark von der richtigen Behandlung ab. In der Regel ist die Prognose gut, wenn die Polypen in der Nase richtig und rechtzeitig behandelt werden. Begleitende Beschwerden wie zum Beispiel eine eingeschränkte Nasenatmung oder Kopfschmerzen verschwinden durch die Behandlung oftmals vollständig. In Folge der Therapie riechen viele Betroffene auch wieder besser. Grundsätzlich erhöht sich das Risiko für ein Wiederauftreten von Nasenpolypen deutlich, wenn Betroffene zusätzlich Asthma, eine Allergie, bestimmte Formen der Schmerzmittelunverträglichkeit oder eine Mukoviszidose haben. Selbst nach erfolgreicher und vollständiger Entfernung können sich erneut Nasenpolypen entwickeln.

Komplikationen durch unbehandelte Nasenpolypen

Unterbleibt bei Nasenpolypen die Behandlung, so entwickeln Betroffene verstärkt und gehäuft Nasennebenhöhlenentzündungen, mit allen Komplikationen die damit einhergehen. Denn die Polypen in der Nase verlegen die Nasennebenhöhlen, die deswegen nicht mehr ausreichend belüftet werden. Sie sind dann eine noch bessere Brutstätte für Keime. Wegen der Nasenpolypen atmen Betroffene bevorzugt durch den Mund, was wiederum die Schlund- und Bronchialschleimhaut belastet.

Bronchitis durch Nasenpolypen
Durch unbehandelte Nasenpolypen können Komplikationen wie eine Bronchitis oder Halsentzündungen auftreten © istock/Nerthuz

Durch Polypen in der Nase können im Lauf der Zeit verstärkt Komplikationen wie Halsentzündungen oder Bronchitis auftreten. Der Grund für diese Komplikationen: Die Nase kann ihrer eigentlichen Aufgabe, nämlich die Luft zu atmen, zu befeuchten, zu erwärmen und zu reinigen, nicht mehr oder nur noch eingeschränkt nachgehen. Denn die Nasenpolypen verhindern die Nasenatmung und damit einen Großteil ihrer Funktion. Außerdem bekommen Betroffene verstärkt Ohrentzündungen und Hörprobleme. Denn auch die Ohren werden wegen der durch die Polypen eingeschränkten Nasenatmung nicht mehr ausreichend belüftet.

Nasenpolypen sind eigentlich immer gutartig

Die gute Nachricht bei allen möglichen Komplikationen lautet jedoch: Bei Nasenpolypen handelt es sich fast immer um gutartige Wucherungen. Nur in Ausnahmefällen stecken hinter Nasenpolypen bösartige Tumoren. Hinzu kommt, dass schwere Symptome, wie eine geschwollene Nase oder eine krankhafte Vergrößerung des Augenabstands durch ungebremst wachsende Nasenpolypen heutzutage und hierzulande so gut wie nicht mehr zu finden sind.

 

Kann man Nasenpolypen vorbeugen?

Bis heute es nicht möglich Nasenpolypen wirksam vorzubeugen. Hilfreich ist es jedoch, mögliche Begleit- oder Grunderkrankungen, die das Polypen-Risiko erhöhen, entsprechend zu behandeln. Nasenpolypen vorbeugen bedeutet also vor allem, bekannte Auslöser oder Ursachen zu vermeiden oder zu therapieren. In vielen Fällen ist die Ursache jedoch nicht bekannt.

Da die Ursachen von Nasenpolypen vielfach unbekannt sind, lässt sich Polypen in der Nase nicht sicher und wirksam vorbeugen. Es empfiehlt sich jedoch, mögliche Grunderkrankungen wie zum Beispiel Allergien, Asthma oder Mukoviszidose so gut wie möglich zu behandeln. So sinkt auch das Polypen-Risiko. Wer eine Schmerzmittelunverträglichkeit hat, für den gilt es, die entsprechenden Medikamente zu meiden. Entwickeln sich trotz aller Vorsichtsmaßnahme Nasenpolypen, so ist eine frühe Behandlung wichtig, um Folgekrankheiten zu vermeiden.

Quellen

• https://www.hno-aerzte-im-netz.de/krankheiten/nasenpolypen/definition-und-haeufigkeit.html

• www.pschyrembel.de

• https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/017-049.html

 

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