Nasenhaare entfernen: Das sollten Sie beachten

Ines Fedder

Nasenhaare übernehmen eine natürliche Schutzfunktion im Körper – sind für viele allerdings auch ein optischer Makel. Besonders dann, wenn sie unkontrolliert aus der Nase sprießen. Will man sich die Nasenhaare entfernen, gibt es einiges zu beachten.

Mann steht vorm Spiegel und schneidet sich die Nasenhaare
Beim Nasenhaartrimmen sollte man Vorsicht walten lassen Foto:  iStock/LarsZahnerPhotography

Nasenhaare (lat. Vibrissae) eine sehr wichtige Funktion in unserem Körper. Sie fangen Staubpartikel aus der Atemluft ab und verhindern, dass Viren und Bakterien sich auf der Nasenschleimhaut festsetzen. [1] Vor allem Männer im höheren Alter haben mit langen Nasenhaaren zu kämpfen. Der Grund: das männliche Geschlechtshormon Dihydro-Testosteron (DHT). Es lässt die Haare auf dem oberen Bereich des Kopfes ausfallen und die Härchen in Ohren, Nase und Augenbrauen wuchern weiter.

Da lange Nasenhaare häufig als unästhetisch empfunden werden, liegt es nahe, die kleinen Härchen einfach zu entfernen. Dabei gibt es gute und weniger gute Methoden, die im schlimmsten Fall sogar gesundheitliche Folgen mit sich bringen.

 

Wie entfernt man Nasenhaare am besten?

Dr. Wolfgang Klee, Hautarzt aus Mainz, erklärt, worauf es beim Entfernen der Nasenhaare ankommt: „Nasenhaare sollte man nur bis auf wenige Millimeter kürzen. Der Körper benötigt die Härchen, um Schmutzpartikel herauszufiltern und die Schleimhäute feucht zu halten.“ Seine Empfehlung: sanfte Methoden zur Haarkürzung. Eine der schonenderen Entfernungsmethoden ist die Verwendung eines Nasenhaartrimmers.

 

Nasenhaare mit dem Nasenhaartrimmer entfernen

Einen Nasenhaartrimmer kann man ab circa 10 Euro im Elektro- oder auch Drogerie-Handel kaufen. Er ist rund geformt und lässt sich ganz leicht ins Nasenloch einführen. Der kleine runde Scherenkopf besteht aus rotierenden Klingen, welche die Haare kürzen. Im Normalfall treten bei dieser sanften Art der Haarentfernung weder Schwellungen noch Rötungen auf.

Was es zu beachten gilt: Bevor der Nasenhaartrimmer zum Einsatz kommt, sollten alle Schmutzpartikel und überschüssiges Nasensekret entfernt werden. Werden die Klingen stumpf, unbedingt nachschärfen lassen oder ersetzen, da sonst die Haare ausgerissen werden.

 

Nasenhaare mit der Nagelschere entfernen

Wer nicht extra ein Nasenhaartrimmer kaufen möchte, kann die zu langen Haare auch mit einer Schere abschneiden. Bewährt haben sich dabei die kleinen, abgerundeten Nagelscheren, die man für circa drei Euro im Drogeriemarkt erhält. Das Entfernen des „Wildwuchses“ erfordert allerdings ein wenig Übung und Fingerspitzengefühl. Anfänger sollten daher besonders vorsichtig sein.

Was es zu beachten gilt: Bei der Entfernung der Haare mit der Nagelschere sollten Sie vorsichtig an die Sache rangehen. Es besteht die Gefahr, dass man sich mit der Schere in die Schleimhäute schneidet.

 

Nasenhaare abbrennen mit der Abflammtechnik

Wesentlich schneller können die Haare gekürzt werden, indem man sie abbrennt. Bei der Abflamm-Technik werden die feinen Nasenhärchen mit brennender Watte vorsichtig abgeflammt. Aber Vorsicht: Auch hier besteht die Gefahr einer Nasenschleimhaut-Reizung, die sich durch Anschwellen der Nasenschleimhaut und Behinderung der Nasenatmung äußert.[2] Treten bei Ihnen Juckreiz, Niesreiz und Brennen in der Nase auf, sollten Sie zukünftig von dieser Methode ablassen.

Was es zu beachten gilt: Die Abflamm-Technik sollten Sie nicht selbst durchführen, sondern einem echten Experten überlassen, da sonst die Gefahr besteht, sich ernsthafte Brandwunden zuzuziehen. Barbiere bieten eine Behandlung durch das Abrennen der Haare schon ab sieben Euro an.

 

Nasenhaare entfernen: Diese Methoden sind keinesfalls empfehlenswert

Die Nase ist ein sehr empfindliches Organ und daher sollte man beim Entfernen von Nasenhaaren besonders vorsichtig sein. Einige Haarentfernungsmethoden, die sich an anderen Körperstellen wie Armen, Beinen oder Achseln bewährt haben, sind für die Nasenhaare noch lange nicht erste Wahl.

Mann zupft Nasenhaare aus
Übersicht Nasenhaare: Darum dürfen wir sie NIEMALS ausreißen

 

Nasenhaare mit Wachs, Creme oder Pinzette entfernen

Wie schon erwähnt haben Nasenhaare eine besondere Funktion. Fehlen sie, fehlt ein Filter, der Keime, Bakterien und Viren abhält. Wenn man die Haare nicht nur kürzt, sondern komplett entfernt, geht man das Risiko ein, die Immunabwehr zu schwächen. Zudem können je nach Methode weitere gesundheitliche Folgen auftreten.

 

Nasenhaarentfernung gefährlich? Das Übel nicht an der Wurzel packen

Eine Entfernung der Haare mit Wachs oder einer Pinzette ist nicht nur schmerzhaft, auch können durch das Herausziehen der Haare samt Haarwurzel Rötungen und Entzündungen entstehen. Mögliche Folgen: kleine Risse an der Nasenschleimhaut. Zudem können die Haar-Follikel, darunter werden die Strukturen verstanden, welche die Haarwurzeln umgeben[3], sich entzünden und sich schmerzhafte Furunkel und Infektionen entwickeln.
Furunkel im Bereich der Nase äußern sich durch Druckempfindlichkeit, Rötungen und Schwellungen, selten tritt sogar Fieber auf.[4] Im schlimmsten Fall besteht sogar Lebensgefahr, denn Bakterien und Viren können in die Wunden der Nasenschleimhaut eindringen und sogar bis ins Gehirn hochwandern.

 

Dauerhafte Entfernung: Nasenhaare via Laser entfernen

Bei der Nasenhaarentfernung via Laser werden die Haare an der Haarwurzel verödet und können nicht mehr nachwachsen. Auch hier wird das Übel an der Wurzel gepackt. Aber: Durch das zukünftige Fehlen der Nasenhaare wird die Luft samt Schmutzpartikel ungefiltert weitergeleitet. Und es gibt noch mehr zu bedenken:

Dr. Timo Bartels, Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie erklärt: „Eine Laserbehandlung ist auch in der Nase möglich. Sie müssen jedoch wissen, dass sich das Verfahren vor allem bei schwarzen Haaren bewährt hat. Sind diese hingegen kaum dunkler als die Haut, ist die Erfolgsrate viel geringer. Fünf Sitzungen sollten zur vollständigen Entfernung ausreichen. Die Kosten für jede einzelne Sitzung liegen bei etwa 100 Euro.“

 

Nasenhaare entfernen mit Haarentfernungscreme

So eine Haarentfernungscreme macht auf den ersten Blick einen relativ harmlosen Eindruck. Zudem ist die Haarentfernungsmethode auch noch schmerzfrei.

Bei der Entfernung der Nasenhaare ist eine Enthaarungscreme dennoch nicht zu empfehlen. Denn im Gegensatz zu den Beinen befindet sich hier in der Nase die empfindliche Nasenschleimhaut, die besonders angreifbar ist und nicht mit chemischen Inhaltsstoffen in Berührung kommen sollte.

Was es zu beachten gilt: Bei der Entfernung mit Enthaarungscreme besteht aufgrund der chemischen Inhaltsstoffe die Gefahr einer allergischen Reaktion. Sollten Sie sich dennoch für diese Methode entscheiden, testen Sie die Verträglichkeit der Haarentfernungscreme an einer kleinen Stelle auf Ihrem Handgelenk.

 

Allgemeine Tipps: Darauf sollten Sie bei der Haarentfernung achten

Egal ob Schere oder Nasenhaartrimmer – ein paar Dinge sollten Sie bei der Haarentfernung in jedem Fall beachten: Verwenden Sie keine Desinfektionsmittel. Anders als bei anderen Hautpartien wie Armen oder Beinen sind die Schleimhäute der Nase extrem empfindlich und leicht reizbar. Die Verwendung von Desinfektions-Gel oder Spray könnte zu Rötungen und Entzündungen führen.

  • Reinigen Sie vor der Haarentfernung Ihre Nase gründlich mit Wasser und entfernen Sie überschüssiges Nasensekret.
  • Achten Sie bei der Nasenhaarentfernung darauf, dass Schere oder Nasenhaartrimmer nicht stumpf sind.
  • Reinigen Sie die bei der Entfernung der Haare benutzen Hilfsmittel nach der Anwendung gründlich.
  • Und sollte Ihre Nase trotz Vorsicht nach der Behandlung ein wenig gereizt sein – Pfefferminz wirkt beruhigend auf die Nasenschleimhäute. Einfach Pfefferminztee aufgießen, ein wenig abkühlen lassen und circa drei Minuten inhalieren.
 

Gibt es Alternativen zur Haarentfernung?

Lange, dunkle Haare, die aus der Nase ragen, sind sowohl bei Männern als bei Frauen leider häufig eher unangenehme Hingucker – trotz ihres Nutzens. Wer sich die Haare nicht sofort entfernen möchte und wem selbst das Kürzen zu schmerzhaft ist, der kann die Nasenhaare auf natürliche Weise bleichen. 

Haare natürlich bleichen mit Zitronensaft: Einfach Zitronensaft mit Wasser verdünnt auf die kleinen Härchen geben. Diese Methode ist besonders im Sommer effektiv, da Sonneneinstrahlung in Kombination mit dem Zitronensaft die Haare zusätzlich aufhellt. Allerdings: Experten raten von dieser Methode ab, da Zitronensaft auf die empfindlichen Schleimhäute gelangen und Reizungen verursachen kann.

Quellen:

Roche Lexikon Medizin, 3. Auflage (1993), Urban& Schwarzenberg Verlag, München, Wien, Baltimore
Schaenzler, Dr. Nicole/Hoffbauer, Dr. med Gabi (2001), Wörterbuch der Medizin, München, Econ Ullstein List Verlag GmbH & Co. KG
Benninghoff/Drenckhahn (2008), Anatomie, München, Urban & Fischer
Klinisches Wörterbuch (2004): 260. Auflage, Verlag Walter de Gruyter, Berlin
Grönemeyer, Dietrich, Grönemeyers neues Handbuch der Gesundheit, (2008), Rund um Hals, Nase, Ohren und Augen, den Körper verstehen, Reinbek bei Hamburg, Rowohlt Verlag GmbH


[1] Grönemeyer, Dietrich, Grönemeyers neues Handbuch der Gesundheit, (2008), Rund um Hals, Nase, Ohren und Augen, den Körper verstehen, Reinbek bei Hamburg, Rowohlt Verlag GmbH

[2] Schaenzler, Dr. Nicole/Hoffbauer, Dr. med Gabi (2001), Wörterbuch der Medizin, München, Econ Ullstein List Verlag GmbH & Co. KG

[3] Benninghoff/Drenckhahn (2008), Anatomie, München, Urban & Fischer

[4] Klinisches Wörterbuch (2004): 260. Auflage, Verlag Walter de Gruyter, Berlin

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