Narzissmus und Partnerschaft: Wie passt das zusammen?

Redaktion PraxisVITA

Wie viel Selbstliebe hält die Liebe aus? Narzissmus und Partnerschaft sind zwei Dinge, die nicht gut zusammenpassen. Wenn der eine nur in einer Beziehung ist, um sich zu profilieren, leiden am Ende beide Partner. Wie kann die Partnerschaft doch noch gelingen?

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Narzissmus und Partnerschaft sind zwei Dinge, die nicht gut zusammenpassen Foto:  iStock/PeopleImages
Inhalt
  1. Definition: Wann ist jemand ein Narzisst?
  2. Welche Auswirkungen hat Narzissmus auf eine Partnerschaft?
  3. Narzissmus und Partnerschaft: Wie können Partner damit umgehen?
 

Definition: Wann ist jemand ein Narzisst?

Als Narzisst wird jemand bezeichnet, wenn er übermäßig selbstbezogen, geltungsbedürftig und egozentrisch ist. Narzissmus und Partnerschaft ist daher eine schwierige Kombination. Narzissten lieben scheinbar nur sich selbst und halten sich für die Größten. Ironischerweise ist das meist nur Fassade. Denn in der Regel leiden narzisstische Menschen unter einem brüchigen Selbstwertgefühl.

Dieses versuchen sie durch ein übersteigert großartiges Selbstbild auszugleichen. Das müssen sie unbedingt nach außen tragen: Sie neigen dazu, sich zu profilieren und sowohl andere als auch sich selbst ständig davon zu überzeugen, dass sie besser sind als die Menschen in ihrer Umgebung – also auch als ihre Partner.

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Dabei kostet es Narzissten viel Kraft und Energie, ihr positives Selbstbild aufrechtzuerhalten. Wenn negative Erlebnisse, Zurückweisung, Kritik oder Enttäuschungen auftreten, fühlen sich Narzissten besonders stark gekränkt. Das kann schwerwiegende Folgen für eine Partnerschaft haben. Denn wenn die eigenen Erwartungen hinter der Realität zurückbleiben, geraten sie aus dem Gleichgewicht. So sind Narzissten auch besonders anfällig für Depressionen, Suchterkrankungen oder andere psychische Störungen.

 

Welche Auswirkungen hat Narzissmus auf eine Partnerschaft?

Narzissmus und Partnerschaft passen im Grunde nicht zusammen. Denn in einer Partnerschaft geht es um ein Geben und Nehmen, um Teilen und gegenseitigen Respekt, um Gleichberechtigung und die Fähigkeit, die Bedürfnisse eines anderen Menschen wahrzunehmen und zu erfüllen. All das sind Anforderungen, die Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung nur schwer oder gar nicht umsetzen können.

Narzissten sehen auch in ihrer Partnerschaft ausschließlich ihre eigenen Bedürfnisse, sie können sich nicht in andere hineinversetzen, gehen nicht wirklich auf ihre Partner ein. Ihre Beziehungspartner dienen der Bestätigung des eigenen Selbstwertgefühls. Ein Narzisst erwartet, dass sich der Partner unterordnet, und er verhält sich oft manipulativ, was eine große Belastungsprobe für eine Beziehung ist.

Auf lange Sicht ist eine solche Beziehung selten erfolgreich. Sie führt zu Konflikten, Leid, Kränkungen und in der Regel zu einer Trennung. Das Ausmaß der Probleme in der Partnerschaft hängt damit zusammen, wie stark die narzisstischen Eigenschaften ausgeprägt sind.

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Narzissmus und Partnerschaft: Wie können Partner damit umgehen?

Eine narzisstische Persönlichkeitsstörung kann nicht nur die Betroffenen belasten, sondern auch ihren Partner. Denn wenn ein Partner bedingungslos liebt, während der andere nur sich selbst im Blick hat, kann das Glück und die Gesundheit der Partner gefährden. In diesen Fällen ist es wichtig, dass beide sich psychologische Unterstützung holen.

Eine Psychotherapie kann die Symptome einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung lindern. Durch eine gemeinsame Paartherapie besteht die Chance, an ungesunden Beziehungsmustern zu arbeiten und die Partnerschaft zu retten. Ohne professionelle Unterstützung ist eine langfristig funktionierende Partnerschaft mit einem Narzissten selten möglich.

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