Nahrungsmittelunverträglichkeit: Wenn Lebensmittel krankmachen

Redaktion PraxisVITA
Laktosefrei
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Wer nach dem Essen schleunigst auf Toilette muss, wer Kopfschmerzen hat oder unter Übelkeit leidet – der hat unter Umständen eine Nahrungsmittelunverträglichkeit. Welcher Formen es gibt und wie sich die Symptome lindern lassen, erfahren Sie bei PraxisVITA.

Eine Frau trinkt Milch
Die Milch macht´s: Eine Nahrungsmittelunverträglichkeit hat viele Ursachen. Eine kann der Genuss von Laktose sein© Image Source/iStock

Seit Kurzem bekommt Margrit L. (63) Bauchschmerzen, wenn sie Joghurt isst. Auch nach Milchkaffee treten diese Beschwerden inzwischen auf. Ihr Arzt diagnostiziert eine Laktose-Intoleranz. So wie ihr geht es heute Millionen Deutschen.

Eine Rolle Klopapier
Manchmal muss es ganz schnell gehen: Nahrungsmittelunverträglichkeiten zeigen sich beispielsweise durch einen starken Drang, das Geschäft erledigen zu müssen© artisteer/iStock
 

Allergie oder Nahrungsmittelunverträglichkeit?

Was steckt hinter den Beschwerden: Eine Nahrungsmittelunverträglichkeit oder Allergie? Viele kennen den Unterschied nicht, dabei ist er riesig: Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem sofort mit der Bildung von Antikörpern auf bestimmte Inhaltsstoffe, unter anderem mit einer geschwollenen Zunge, Kribbeln oder Hautausschlag. Im schlimmsten Fall verläuft eine Allergie lebensgefährlich.

Bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit (Intoleranz) hingegen fehlen Enzyme im Darm, die für den Abbau bestimmter Stoffe zuständig sind. Es werden keine Antikörper gebildet und ein kompletter Verzicht auf bestimmte Lebensmittel ist in der Regel nicht nötig. Die Reaktion des Körpers erfolgt oft zeitversetzt, die Symptome sind vielfältig und reichen von Blähungen, Kopfschermzen bis hin zu schwerem Durchfall.

 

Nahrungsmittelunverträglichkeit: Problemfall Milchzucker

Eine Nahrungsmittelunverträglichkeit macht den Genuss bestimmter Lebensmittel unmöglich
Extraportion Käse: Eine Lebensmittelunverträglichkeit kann den Appetit verderben© simonkr/iStock

Etwa zwölf Millionen Menschen in Deutschland leider unter einer speziellen Form der Nahrungsmittelunverträglichkeit, sie vertragen keine Milchprodukte. Ihr Körper besitzt zu wenig Laktase. Das Enzym spaltet im Dünndarm den Milchzucker (Laktose). Wenn wir älter werden, produziert unser Körper immer weniger Laktase. Dadurch wird der Milchzucker erst im Dickdarm von Bakterien abgebaut. Das führt zu Blähungen, Krämpfen und Durchfall. Betroffene sollten sich entweder laktosearm ernähren oder bei jeder Mahlzeit mit Milchprodukten Laktase von außen zuführen (Tabletten gibt es in Drogerien und Apotheken).

 

Problemfall Fruchtzucker

Mit Zucker gesüsste Limonade kann Hintergrund einer Nahrungsmittelunverträglichkeit sein
Lebensmittel, die viel Zucker enthalten, können Nahrungsmittelunverträglichkeiten auslösen. Daher gilt: Limonade am besten selbst zubereiten und geringe Zucker-Mengen verwenden. Wie wäre es mit Honig zum Verfeinern?© gkrphoto/iStock

In Früchten, Backwaren, Fertiggerichten oder Limonaden steckt Fruktose (Fruchtzucker). Das überfordert oftmals den Darm, er kann das Zuviel an Zucker nicht richtig verarbeiten. Die Folgen: Völlegefühl, Blähungen oder Durchfall. Treten die Beschwerden dauerhaft auf, hilft eine mindestens vierwöchige fruktosearme Ernährung. Um diese Form der Nahrungsmittelunverträglichkeit zu lindern, eignen sich Fisch und Fleisch, Eier, Nudeln, Kartoffeln, Reis, grüne Salate und Kräutertee. Aber auch Bananen, Aprikosen oder Brombeeren, die reichlich Glukose (Traubenzucker) enthalten, sind effektiv. Viele vertragen nach dieser Kur wieder Fruktose.

 

Nahrungsmittelunverträglichkeit: Problemfall Gluten

Getreide kann Nahrungsmittelunverträglichkeiten begünstigen
Getreide kann Nahrungsmittelunverträglichkeiten begünstigen© windujedi/iStock

Menschen, die an Gluten-Unverträglichkeit leiden, reagieren auf Proteine im Getreide u. a. mit Entzündungen der Darmschleimhaut. Rund ein Prozent der Menschen sind von dieser Nahrungsmittelunverträglichkeit betroffen. Achtung: Gesunde sollten nicht zu glutenfreien Produkten greifen. Sie erhöhen laut aktuellen US-Studien sonst ihr Risiko, eine koronare Herzerkrankung zu entwickeln.

 

Wo der Bauch schmerzt und was das bedeuten kann

Rechts: Dumpfe Schmerzen nach einer Mahlzeit (oft mit Übelkeit einhergehend) deuten auf eine Gallenkolik hin.

Stechende Schmerzen um den Bauchnabel, die sich innerhalb weniger Stunden nach rechts verlagern: Hinweise auf eine Blinddarm-Entzündung.

Mitte: Ein Magengeschwür schmerzt unter dem Rippenbogen.

Links: Schmerzen beim Husten und eine Schwellung deuten auf einen Leistenbruch hin.

 
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