Nahrungsmittelintoleranzen: Was sind Ursachen und Risikofaktoren?

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Bislang ist bei Nahrungsmittelintoleranzen wenig darüber bekannt, durch welche Ursachen sie entstehen. Teilweise sind sie angeboren. Ein gutes Beispiel ist die Unverträglichkeit gegenüber dem Eiweißkleber Gluten (Zöliakie). Bei ihr haben Ärzte eine familiäre Häufung festgestellt, was darauf schließen lässt, dass zumindest die Veranlagung zu diesem Krankheitsbild vererbt wird. Genaueres ist jedoch nicht bekannt.

Die meisten Nahrungsmittelintoleranzen enstehen erst im Laufe des Lebens, werden also erworben, ohne dass es dafür offensichtliche Ursachen gäbe. Als Risikofaktoren gelten lediglich Krankheiten des Magen-Darm-Trakts, etwa chronische Entzündungen (z. B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) oder Operationen, bei denen ein Darmabschnitt entfernt werden muss (z. B. bei Tumoren).

Die verschiedenen Nahrungsmittelintoleranzen lassen sich danach unterscheiden, welche Ursachen die Beschwerden auslösen. Experten unterscheiden vier Formen:

  • Malabsorption
  • enzymatische Defekte
  • pharmakologische Intoleranzen
  • Pseudoallergien

Hinter dem Fachbegriff Malabsorption verbirgt sich ein Problem im Darm. Bestimmte Stoffe können bei diesen Formen der Nahrungsmittelintoleranzen nicht oder nur teilweise aufgenommen und verwertet werden. Darunter fällt die Unverträglichkeit gegenüber Gluten (Zöliakie), bei der die genauen Mechanismen noch nicht erforscht sind. Die Zöliakie wird derzeit als Autoimmunerkrankung eingestuft. Bei der Nahrungsmittelintoleranz gegen Fruktose ist die Ursache eine andere. Hier ist häufig der Transport des Stoffes gestört, weswegen er nicht im Dünndarm verwertet wird, sondern unverdaut im Dickdarm ankommt. Dort sorgen vereinfacht gesagt Bakterien für den Abbau. Dabei entstehen jedoch Gase, die zum Teil sehr unangenehme Symptome wie Blähungen und Durchfall auslösen.

In anderen Fällen funktionieren Enzyme nicht richtig, die die Bestandteile der Nahrung abbauen sollen, oder sie sind nicht in ausreichender Zahl vorhanden. Das bekannteste Beispiel sind hier Nahrungsmittelintoleranzen gegenüber Milchzucker (Laktose), deren Ursache eine unzureichende Produktion des Enzyms Lactase ist. Auch bei der Nahrungsmittelintoleranz gegenüber Fruktose kann eine fehlende Enzymproduktion schuld sein. Diese Form ist, anders als der oben beschriebene Transportdefekt, angeboren und sehr selten. Auch bei der Histamin-Intoleranz wird die über die Nahrung aufgenommene Menge nicht ausreichend abgebaut. Hier kommt ein weiteres Problem hinzu: Histamin stellt der Körper als Botenstoff auch selbst her, etwa bei einer allergischen Reaktion. Das erklärt die Vielzahl an Symptomen, die eine Histamin-Intoleranz mit sich bringen kann. Weitere Beispiele für Nahrungsmittelintoleranzen mit enzymatischer Ursache sind verschiedene Zucker (z. B. Galactose, Saccharose, Sorbit).

Bei pharmakologischen Nahrungsmittelintoleranzen liegt die Ursache in der Wirkung der jeweiligen Bestandteile auf den Körper. Beispiele sind Serotonin (z. B. in Nüssen, Bananen), Phenylethylamin (z. B. echter Kakao, Schokolade), Tryptamin (z. B. in Tomaten), Tyramin (z. B. in reifem Käse), Glutamat (z. B. in vielen Fertigprodukten), Koffein. Für diese Art der Unverträglichkeiten gibt es eine Besonderheit. Denn der Verzehr sehr großer Mengen kann selbst einen gesunden Körper überfordern. Wer ein ausgiebiges Käsefondue zu sich nimmt und dazu noch Rotwein trinkt, muss gegebenenfalls mit Allergie-ähnlichen Symptomen rechnen, die durch Histamin oder Tyramin in der Nahrung ausgelöst werden.

Der vierte Bereich sind die sogenannten nichtdefinierten Intoleranzreaktionen, die auch Pseudoallergien genannt werden. Sie betreffen Zusatzstoffe in Lebensmitteln. Auch bei diesen Nahrungsmittelintoleranzen sind die genauen Ursachen und Vorgänge nicht bekannt, die Symptome ähneln aber Lebensmittelallergien. Typische Beispiele sind Farbstoffe, Emulgatoren oder Geschmacksverstärker.

Symptome
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