Nahrungsmittelintoleranz: Jetzt redet mein Bauch

Fencheltee hilft effektiv bei einem Reizmagen
Fencheltee hilft effektiv bei einem Reizmagen, bei Übelkeit empfehlen Experten eher lauwarmen Pfefferminztee © Fotolia

Lebensmittelintoleranz: Häufig merken wir erst an unserer Verdauung, wie anstrengend der Alltag ist.

Die Feiertage waren wieder der pure Stress. Zumindest für unser Verdauungssystem. Magen und Darm mögen keinen Trubel: Üppige und ungewohnte Speisen, mehr Alkohol und Süßigkeiten als üblich – das kann tagelangen Protest nach sich ziehen. Doch nicht immer stecken nur Ernährungssünden hinter den Beschwerden: Unser Bauch antwortet auch auf andere Veränderungen im Alltag. Schon ein plötzlicher Kälteeinbruch kann auf den Magen schlagen, ganz zu schweigen von psychischen Problemen oder Überlastung im Job. Bei einer Umfrage gab kürzlich jede dritte Frau an, gelegentlich Verdauungsstörungen zu haben, bei den Männern war es nur jeder vierte. Wichtig ist, die Symptome richtig zu deuten. Hören Sie genau hin:

 

„Ich könnte explodieren"

Schmerzhafte Blähungen entstehen nicht nur durch Hülsenfrüchte und Kohl: Auch frisches Brot, Rohkost und vor allem Kohlensäure führen häufig zu vermehrter Gasbildung. Achten Sie besonders in Stresszeiten darauf, gut zu kauen und Ihr Essen nicht hinunterzuschlingen.

Wie Sie Ihren Bauch besänftigen:

Eine Tasse Fencheltee und eine Massage: mit der flachen Hand fünf Minuten im Uhrzeigersinn um den Bauchnabel streichen.

 

„Ich muss schon wieder"

Mehrmals täglich Stuhlgang, gern vor wichtigen Terminen oder unterwegs – wenn der Darm derart „unter Strom“ steht, leiden Sie womöglich an einer Nahrungsmittelunverträglichkeit, etwa gegen Milchzucker oder Gluten. Das lässt sich beim Hausarzt testen. Auch Dauer-Stress und psychische Probleme können zu Reizdarm führen, dagegen helfen Entspannungsübungen und eventuell sogar Antidepressiva.

Wie Sie Ihren Bauch besänftigen:

Nehmen Sie auch in beschwerdefreien Zeiten regelmäßig Heilerde (aus der Apotheke). Das beruhigt und bindet überschüssige Flüssigkeit.

 

„Hilfe, es brennt"

Zu schnell und zu viel gegessen: Wenn der Magen übervoll ist und dadurch der Weitertransport stockt, läuft die Magensäure über – das erzeugt das unangenehm brennende Gefühl in der Brust. Fettes und Süßes fördern die Säurebildung, auch Alkohol kann Sodbrennen auslösen. Eigentlich soll ein Verschlussmuskel zwischen Speiseröhre und Mageneingang das Hochsteigen verhindern, aber bei vielen Menschen schließt dieses Ventil nicht mehr richtig.

Wie Sie Ihren Bauch besänftigen:

Nehmen Sie nach dem Essen einen Säurebinder (rezeptfrei aus der Apotheke).

 

„Mir ist speiübel"

Zu viel Alkohol, Lebensmittelvergiftung, Virusinfektion, Magenschleimhautentzündung, Angst – für Übelkeit kann es viele Ursachen geben. Wenn die Beschwerden nicht innerhalb von wenigen Stunden nachlassen und Brechreiz oder Fieber dazukommen: zum Arzt gehen!

Wie Sie Ihren Bauch besänftigen:

Zwieback und lauwarmer Pfefferminztee.

 

Die Macht der Darmbakterien

Der Darm ist unser größtes Immunsystem, 70 Prozent aller Abwehrzellen sind hier angesiedelt und mehr als eine Milliarde Bakterien. Letztere stehen jetzt im Fokus der Wissenschaft: Forscher vermuten, dass diese Mikroflora nicht nur großen Einfluss auf unsere psychische Gesundheit hat, sondern auch auf die „Futterverwertung": Wer rasch zunimmt, kann demnächst die Ursache vielleicht bei seinen Darmbakterien suchen.

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