Nahrungsergänzungsmittel: Neue Richtlinien

Verena Elson Medizinredakteurin
Nahrungsergänzungsmittel in einem Supermarktregal
Das Angebot an Nahrungsergänzungsmitteln ist groß – doch die meisten davon sind gar nicht notwendig, sagen Experten © iStock/PeopleImages

Magnesium, Zink und Vitamin C: Gerade in der Erkältungszeit stehen Nahrungsergänzungsmittel hoch im Kurs. Dabei sind sie häufig gar nicht notwendig und in zu hohen Mengen können sie sogar schaden, warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Das Institut hat jetzt neue Empfehlungen zur Dosierung von Nährstoffpräparaten veröffentlicht.

25 bis 30 Prozent der Deutschen nehmen regelmäßig Vitamine und Mineralstoffe in Pillenform zu sich. Sie sollen eine optimale Nährstoffversorgung garantieren – doch unüberlegt eingenommen tun sie das nicht, warnt jetzt das BfR.

Meist ist die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln gar nicht notwendig, so das Institut. Denn die Nahrungsversorgung hierzulande ist so gut, dass die Deutschen über ihre normale Ernährung in der Regel ausreichende Mengen an Nährstoffen aufnehmen.

Darüber hinaus werden Nahrungsergänzungsmittel ohnehin eher von Menschen mit einem gesunden Lebensstil und einer ausgewogenen Ernährung eingenommen, betonen die Experten. Und Studien belegen: Von einer zusätzlichen, über den Bedarf hinausgehenden Aufnahme von Nährstoffen ist keine positive Wirkung zu erwarten.

 

Magnesium: Am meisten verkauft und häufig überdosiert

Nahrungsergänzungsmittel – vom BfR empfohlene Höchstmengen

Magnesium: 250mg pro Tag

Calcium: 0,5g pro Tag

Vitamin B6: 3,5mg pro Tag

Vitamin B12: 25μg pro Tag

Vitamin C: 250mg pro Tag

Vitamin D: 20μg pro Tag (in einigen Fällen mehr – dann wird das Präparat von einem Arzt als Arzneimittel verordnet)

Zink: 6,5mg pro Tag

Folsäure: 200μg pro Tag

Jetzt hat das BfR seine 2004 erstellten Richtlinien zu Höchstmengen von Vitaminen und Mineralstoffen aktualisiert. Das vorrangige Ziel dabei: die Bevölkerung vor Nährstoff-Überdosierungen warnen. Zu diesen kommt es beispielsweise häufig mit Magnesiumpräparaten, den meist verkauften Nahrungsergänzungsmitteln in Deutschland.

Das BfR empfiehlt eine tägliche Höchstdosis von 250 Milligramm Magnesium (am besten in zwei oder mehr Portionen über den Tag verteilt) – wird diese überschritten, kann es zu Durchfall kommen. Bei der Einnahme ist Vorsicht geboten: Einige Präparate enthalten schon in einzelnen Portionspackungen eine höhere Menge Magnesium als die empfohlene Höchstdosis.

Dabei ist die zusätzliche Zufuhr von Magnesium bei einer ausgewogenen Ernährung gar nicht notwendig. In welchen Lebensmitteln besonders viel Magnesium steckt, erfahren Sie hier.

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