Nagelpilz-Behandlung: Lack und Tabletten können helfen

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Hat der Arzt die Nagelpilz-Diagnose zweifelsfrei gesichert, beginnt direkt im Anschluss die Nagelpilz-Behandlung, an welcher der Patient selbst aktiv mitwirken kann. Ihm stehen dabei verschiedene Methoden zur Auswahl.

 

Nagelpilz-Behandlung hängt vom Pilzerreger-Typ ab

Um den Nagelpilz zu behandeln, stehen verschiedene Antipilzmittel (Antimykotika) zur Verfügung, die der Patient selbst in Form von Nagellacken oder Salben aufträgt. Daneben existieren Wirkstoffe zum Einnehmen in Tablettenform. Für welche Art zur Nagelpilz-Behandlung sich der Arzt entscheidet, hängt in erster Linie vom Typ der Onychomykose ab. Bei der häufigsten Form, der am vorderen oder seitliche Nagelrand beginnt und sich dann in Richtung Nagelwurzel fortsetzt, sowie bei dem oberflächlichen weißen Typ, kommen meist die Wirkstoffe Ciclopirox und Amorolfin zum Einsatz.

 

Nagelpilz-Behandlung mithilfe von medizinischen Nagellacken

Sofern der Nagelpilz weniger als die Hälfte des Nagels betrifft und die Nagelwurzel noch nicht befallen ist, reicht es, die Wirkstoffe von außen – in Form von Nagellack mit den Wirkstoffen Amorolfin oder Ciclopirox – aufzutragen. Amorolfin greift die Zelle von außen an, Ciclopirox kann die Pilz-Zelle auch von innen angreifen. Beide wirken gegen die häufigsten Nagelpilz-Erreger.

In einer klinischen Studie[1] wurde zum ersten Mal die Wirkung sogenannter antimykotischer Nagellacke mit den Wirkstoffen Ciclopirox in einer wasserlöslichen Grundlage und Amorolfin in einem wasserfesten Nagellack verglichen. Am Behandlungsende zeigte sich in der Studie für den wasserlöslichen Nagellack (Test-Lack Ciclopoli)  bessere Heilungsergebnisse im Vergleich zu dem jeweiligen wasserfesten Vergleichslack. Der Behandlungserfolg war hierbei doppelt so hoch, wie bei den wasserfesten Lacken.

 

Befallene Nagelteile regelmäßig entfernen

Um eine Heilung zu erzielen, ist es außerdem hilfreich, die befallenen Nagelteile regelmäßig zu entfernen. Damit dies leicht und schmerzlos geht, verschreibt der Arzt eventuell Salben, die Harnstoff in Kombination mit einem Antimykotikum enthalten. Harnstoff dient dazu, das Gewebe aufzuweichen und erleichtert dadurch das Abtragen befallener Nagelteile.

Grundsätzlich ist eine Onychomykose zwar eine ungefährliche Erkrankung, sie ist jedoch hartnäckig, sodass die Nagelpilz-Behandlung recht langwierig sein kann. So erstreckt sich der Behandlungszeitraum sowohl für die Therapie mit Nagellack meist über viele Monate. Auch eine Behandlungszeit von einem Jahr ist nicht ungewöhnlich.

 

Nagelpilz-Behandlung: Was tun, wenn bereits die Nagelwurzel betroffen ist?

Zur innerlichen Behandlung von Nagelpilz kann der behandelnde Arzt Tabletten verschreiben. Sie hemmen das Wachstum der Pilze oder töten sie komplett. Tabletten zur Behandlung von Nagelpilz sind immer verschreibungspflichtig. Sie kommen erst zum Einsatz, wenn der Befall weit fortgeschritten ist und die Nagelwurzel betroffen ist. Denn dann wird der sich neu bildende Nagel sofort infiziert. Wenn Sie sichergehen möchten, fragen Sie Ihren Dermatologen, ob Tabletten bei Ihnen nötig sind.

Die pilzabtötenden Medikamente werden über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen und verteilen sich dann über den Blutkreislauf im Körper. Wirkstoffe sind unter anderem Itraconazol, Terbinafin oder Fluconazol. Die ersten beiden werden für einen Zeitraum von maximal drei Monaten zur Nagelpilz-Behandlung eingesetzt. Flucanazol kommt seltener zum Einsatz – muss dann aber mindestens für sechs Monate angewandt werden.

Laser zur Nagelpilz-Behandlung
Zur Nagelpilz-Behandlung werden immer öfter auch Laser eingesetzt, die die Pilzsporen daran hindern, sich zu vermehren© iStock

Studien konnten zeigen, dass Tabletten zur Behandlung von schweren Nagelpilz-Infektionen sehr wirksam sind. Nach einer dreimonatigen Behandlung waren

  • ohne Behandlung sechs von 100 Personen frei von Nagelpilz.
  • Mit Terbinafin waren es 73 von 100.

Ähnlich gute Ergebnisse zeigen sich bei Studien mit Itraconazol:

  • Dort war ohne Behandlung nur einer von 100 von Nagelpilz befreit.
  • Mit einer Itraconazol-Behandlung waren es 65 von 100.

Der Nachteil einer medikamentösen Nagelpilz-Behandlung sind die möglichen Nebenwirkungen. Bei Itraconazol können Magen-Darm-Probleme, Kopfschmerzen, Schwindel und Hautausschläge auftreten. Auch treten Wechselwirkungen mit zahlreichen Medikamenten auf. Schwangere und Menschen mit Herzschwäche dürfen das Medikament nicht einnehmen.

Bei Terbinafin kann es zu Magen-Darm-Problemen und zeitweiligem Geschmacks- und Gewichtsverlust kommen. Auch hier kommt es zu Wechselwirkungen mit zahlreichen anderen Medikamenten. Das Medikament ist für Schwangere nicht geeignet.

 

Laser bei der Nagelpilz-Behandlung

Seit einiger Zeit setzen Ärzte zur Nagelpilz-Behandlung auch Laser ein. Hierbei werden die Pilzsporen erwärmt und so in ihrer Vermehrung gehemmt. Die Kosten für diese Therapie von Nagelpilz muss der Patient in aller Regel jedoch selbst tragen. Eindeutige Studienergebnisse gibt es bislang noch nicht.


  [1] Fachinformation Ciclopoli gegen Nagelpilz (Stand: Januar 2017)

Vorbeugung
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