Nässende Wunde behandeln – so geht’s

Blutendes Knie
Bei nässenden Wunden ist die richtige Behandlung wichtig, um das Infektionsrisiko zu senken © iStock/NatchaS

Bei einer nässenden Wunde ist das Infektionsrisiko hoch. Schon kleine Verletzungen können eine Blutvergiftung auslösen. Deshalb ist die richtige Behandlung wichtig. PraxisVITA erklärt, was bei nässenden Wunden zu tun ist.

 

Was ist eine nässende Wunde?

Als nässende Wunde bezeichnet man Verletzungen, die Flüssigkeit, sogenanntes Exsudat, abgeben und nur langsam heilen. Ursache für eine nässende Wunde ist meist eine Infektion.

In vielen Fällen entstehen nässende Wunden bei Abschürfungen der obersten Hautschicht (Epidermis). Solche Schürfwunden sind oft Folgen eines Sturzes. Dringen dann Keime und Bakterien in die Wunde ein, nässt diese, um Fremdkörper und Bakterien herauszuspülen.

Ärzte unterscheiden drei Grade von nässenden Wunden:

  • leicht
  • stark
  • chronisch nässend
 

Was tun bei nässenden Wunden?

Wenn eine Wunde nässt, ist das ein Zeichen dafür, dass sie heilt: Das Wundsekret spült Keime und Fremdkörper aus der Wunde und transportiert Antikörper hinein. Trotzdem sollten Sie Ihren Körper bei der Wundheilung unterstützen:

Sind Sie gestürzt und haben sich eine Hautverletzung zugezogen, säubern Sie diese schnellstmöglich. Steinchen und Splitter lassen Sie am besten von einem Arzt entfernen.Waschen und desinfizieren Sie davor Ihre Hände oder ziehen Sie Einmalhandschuhe an – so beugen Sie Infektionen vor.

Spülen Sie die Wunde mit lauwarmem Leitungswasser ab. In manchen Urlaubsländern sollten Sie sauberes Trinkwasser aus Flaschen dem Wasser aus der Leitung vorziehen. Prüfen Sie auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes, ob das Leitungswasser in Ihrem Zielland unbedenklich ist.

Anschließend sollten Sie die Wunde fachgerecht desinfizieren. Je nach Größe der Verletzung verwenden Sie ein Pflaster oder eine Wundauflage, um die Wunde darunter feucht zu halten.

Arzt klebt Pflaster auf Finger
Ein Pflaster hält die Wunde feucht – das kann den Wundheilungsprozess beschleunigen© iStock/temmuzcan

Stark nässende Wunden behandeln

Bei stark nässenden Wunden gehen Sie ähnlich vor, nutzen jedoch kein Pflaster und keinen Verband ­ – es besteht die Gefahr des Verklebens von Haut und Verbandmaterial. Hier eignet sich eine feuchte sterile Kompresse zur Abdeckung der verletzten Haut besser.

Auf die Wundränder tragen Sie eine Wundsalbe (Apotheke) auf. Die Wunde selbst sollten Sie nicht mit Salbe behandeln, da sonst die Wundflüssigkeit nicht abfließen kann.

 

Nässende Wunden können chronisch werden

Nach vier Wochen sollte eine Wunde verheilt sein, wenn sie richtig behandelt wurde. Ist das nicht der Fall, gilt sie als chronisch.

Gründe für eine chronisch nässende Wunde können sein:

  • Infektion
  • Durchblutungsstörungen
  • Immunschwäche
  • Diabetes
  • Bettlägerigkeit (Druckwunden)

Heilt eine nässende Wunde nicht ab, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um die Ursache herauszufinden. Die Heilungsdauer einer chronisch nässenden Wunde hängt von der Ursache ab und kann deshalb nur vom Arzt definiert werden.

Arzt verbindet verletztes Knie einer Frau
Bei chronisch nässenden oder entzündeten Wunden sollten Sie den Arzt aufsuchen© iStock/GeorgeRudy
 

Wann zum Arzt mit nässender Wunde?

Ist eine Wunde gerötet, pocht oder nässt sehr stark, sollten Sie Ihren Hausarzt aufsuchen. In diesen Fällen besteht die Gefahr einer Wundinfektion, die Komplikationen wie eine Blutvergiftung auslösen kann.

 

So können Sie vorbeugen

Nehmen Sie auch kleine Verletzungen ernst und versorgen Sie diese. Entfernen Sie den Schmutz aus der Wunde, spülen sie ab und geben desinfizierende Mittel auf die verletzte Stelle. Wunden an Knien, Händen und Ellbogen sollten Sie nie unterschätzen – bei einer Infektion kann die Entzündung auf das Gelenk übergehen.

 
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