Nach herzergreifendem Aufruf: Nierenspender gefunden

Mit einer Botschaft auf dem Auto fand eine US-Amerikanerin einen Spender
Mit einer Botschaft auf dem Auto fand eine US-Amerikanerin einen Spender © Shutterstock

Nachdem bei der jungen Mutter Christine Royles beide Nieren versagten, brauchte sie dringend eine neue Niere. Auf ungewöhnliche Weise fand sie einen Spender – lesen Sie hier ihre bewegende Geschichte.

„WG-Zimmer gesucht“, „Biete Nachhilfe“, „Sofa zu verschenken“ – an Laternenmasten, schwarzen Brettern und in Hauseingängen finden sich jede Menge solcher Botschaften. Doch der Aufruf, den Christine Royles (24) auf ihre Heckscheibe schrieb, ist ungewöhnlich: „Suche jemanden, der mir eine Niere spendet! Muss Blutgruppe 0 haben :-)“.

Als der 30-jährige Josh Dall-Leighton mit seiner Familie an dem Auto vorbeifährt, macht ihn seine Frau Ashley auf die Botschaft aufmerksam. „Das ist das Traurigste, was ich je gelesen habe“, sagt sie. Als sie ihm Christines Aufruf vorliest, sagt ihr Mann: „Hast du die Nummer? Schreibe ihr sofort.“ So kam es, dass Josh Dall-Leighton einer ihm völlig fremden Frau seine Niere anbot.

 

Video: Portland Press Herald

 

Ein positives Beispiel für die kleinen Söhne

Christine Royles erhielt im Dezember 2013 die Diagnose Systemischer Lupus erythematodes (SLE) – eine Autoimmunkrankheit, bei der vor allem Bindegewebe, Muskulatur und Blutgefäße betroffen sind. Häufig kommt es auch zum Befall der Nieren, die so stark beschädigt werden können, dass sie komplett ausfallen – das war auch bei Christine Royles der Fall.

Da sie dringend eine neue Niere benötigte, wurde die junge Mutter auf die Warteliste für Spendernieren gesetzt – zusammen mit 100.000 anderen Amerikanern, die auf eine Nierentransplantation angewiesen sind. Jährlich bekommen weniger als 17.000 von ihnen eine neue Niere, 2013 starben 4.453 Patienten auf der Warteliste.

Christine Royles wollte nicht einfach warten – sie wollte alle Hebel in Bewegung setzen, um ihrem kleinen Sohn seine Mutter zu erhalten. Darum parkte sie ihr Auto mit dem Appell an potenzielle Spender am Straßenrand. Und die Strategie ging auf: Mitte Mai soll die Transplantation stattfinden, vorher werden noch einige Tests durchgeführt.

Josh Dall-Leighton will ein positives Beispiel für seine Söhne sein: „Ich möchte, dass diese Jungs wissen: Wenn jemand Hilfe braucht, tust du alles, was in deiner Macht steht, um ihm zu helfen. Sie sollen wissen, dass ich das nicht nur sage, sondern dass ich tatsächlich etwas getan habe, um jemandem zu helfen.“

Hamburg, 1. April 2015

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