Myopie (Kurzsichtigkeit) wirksam behandeln

Augenlaser kann Kurzsichtigkeit behandeln
Unter örtlicher Betäubung kann mit einem Augenlaser Kurzsichtigkeit innerhalb weniger Minuten korrigiert werden © imago

Je älter wir werden, desto schwächer werden unsere Augen – die Sehleistung lässt immer weiter nach. Praxisvita zeigt, welche Behandlungen zum Beispiel bei einer Myopie (Kurzsichtigkeit) helfen und erklärt die neuesten Operationsmethoden.

Augenarzt Prof. Mike Holzer erklärt: Mit Mitte 40 geht es meist los: Die Schrift auf Stadtplänen und Beipackzetteln scheint zu schrumpfen, dann werden auch die Buchstaben in der Zeitung immer verwaschener. Wer bis dato keine Brille brauchte, muss jetzt tapfer sein: Ohne Lesehilfe geht fortan nichts mehr. Der Grund für die als Myopie bekannte Sehschwäche: Mit zunehmendem Alter wird unsere Linse im Auge immer unflexibler und kann irgendwann die Nahsicht nicht mehr scharf stellen. Lesebrillen funktionieren ähnlich wie Lupen, sie vergrößern das Kleingedruckte. Das Problem: Man kann damit zwar prima lesen, aber alles drumherum ist unscharf. Deshalb setzt man Lesebrillen ständig auf und ab, verlegt und vergisst sie gern einmal.

 

Myopie lässt sich beheben

Was viele nicht wissen: Alterssichtigkeit lässt sich mittlerweile mit Laser oder festen Linsen beheben. Die Eingriffe werden unter örtlicher Betäubung vorgenommen, dauern in der Regel nur wenige Minuten und gelten als risikoarm. Zwei Punkte sind wichtig: „Zum einen muss das Auge gesund sein", sagt Prof. Mike Holzer von der Universitätsklinik Heidelberg. „Zum anderen hängt die Wahl des Verfahrens davon ab, wie stark die Alterssichtigkeit ist und welche andere Fehlsichtigkeit noch vorliegt." Kurz- oder Weitsichtigkeit kann bei einem Eingriff gleich mitkorrigiert werden. Der größte Nachteil: Die Krankenkassen übernehmen die Kosten bei einer Myopie nicht, pro Auge muss man mit mindestens 1500 Euro rechnen.

 

Intractor-Verfahren

Mit einem Spezial-Laser werden feine Ringe in die inneren Schichten der Hornhaut gelasert. Sie verändern die Brechkraft der Linse, damit man in der Nähe wieder scharf sehen kann. Die Oberfläche der Hornhaut wird nicht verletzt, deshalb heilt alles sehr schnell. Meist wird nur ein Auge gelasert.

Für wen geeignet: Nur für gering weitsichtige Personen, die + 0,5 bis + 1,25 Dioptrien (dpt) haben. Wer viel liest, braucht manchmal doch noch eine Brille.

Augen lasern
Lasern ist eine in der Regel zuverlässige und risikoarme Behandlung bei Myopie© Fotolia
 

Supracor-Verfahren

Der Chirurg schneidet mit dem Excimer-Laser ein Mini-Deckelchen („Flap") in die Hornhaut und klappt es auf. Der freigelegte Bereich wird mit dem Laser so korrigiert, dass scharfes Sehen in Nähe und Ferne wieder möglich ist. Danach wird der Flap zurückgeklappt, er heilt allein wieder an. Der Eingriff erfolgt an beiden Augen. Nach vier bis fünf Tagen kann man wieder arbeiten und Auto fahren.

Für wen geeignet: Stärkere Alterssichtigkeit durch Myopie, für Personen mit + 1,4 dpt bis + 3,5 dpt.

 

Mono-Visions-Therapie

Ein Auge wird für das scharfe Sehen in die Nähe, das andere für die Ferne korrigiert – und das Gehirn bringt die Bilder zusammen. Die Differenz zwischen beiden Augen sollte nicht mehr als 2 dpt betragen, weil sonst das räumliche Sehen zu stark eingeschränkt wird. In der Regel wird vor der OP die Monovision mit Kontaktlinsen simuliert. Kommt der Patient mit den unterschiedlichen Dioptrien klar, erfolgt der Eingriff. Die Monovision kann durch Laser oder Linsen erreicht werden.

Für wen geeignet: Für Personen, die eine gleichzeitige Korrektur für gutes Nah- und gutes Fern-Sehen wünschen.

 

Multifokal-Linsen

Die eigene Linse wird entfernt und durch eine Kunststofflinse ersetzt. Eine Multifokal-Linse verteilt das einfallende Licht auf zwei Brennpunkte im Auge, so dass die Myopie besiegt wird und scharfes Sehen zum Lesen und in der Ferne möglich ist. Der Zwischenbereich kann etwas schlechter sein – für das Arbeiten am PC etwas hinderlich.

Für wen geeignet: Für alle, die bereits stärker kurz- und/oder weitsichtig sind. Also etwa bei Kurzsichtigkeit von – 4 dpt und mehr. Nachts besteht Blendgefahr, deshalb für Berufsfahrer nur bedingt geeignet.

 

Ring-Implantat

Diese „Mini-Blende" wird in die Hornhaut eingesetzt und verkleinert die natürliche Pupille. Dadurch können Gegenstände sowohl in der Nähe als auch in der Ferne wieder scharf gesehen werden. Nur ein Auge wird operiert.

Für wen geeignet: Für reine Alterssichtigkeit und scharfes Sehen bis ca. 50 Zentimeter (Handy, PC, Telefon, Preisschilder).

 

Kleine Pause für gestresste Augen

Mit regelmäßigen Entspannungsübungen können Sie den Verhärtungsprozess der Linse eine Weile hinauszögern.

 

Stärkung der Augen

Halten Sie Ihren Zeigefinger ca. 15 Zentimeter vor die Nase, den anderen 15 Zentimeter dahinter. Suchen Sie sich als dritten Punkt einen Gegenstand in größerer Entfernung. Richten Sie nun den Blick zunächst auf den ersten Zeigefinger, dann auf den zweiten und schließlich auf den Gegenstand. Langsames, aber gleichmäßiges Tempo. Drei Minuten lang wiederholen. Bei der Bildschirmarbeit öfter mal eine Weile in die Ferne blicken – das trainiert die Augen und hilft bei Myopie.

 

Lichtdusche zur Entspannung

Vor einer Lampe mit geschlossenen Augen den Kopf zwei Minuten sanft hin und her bewegen. Anschließend mit den Fingerspitzen die Haut um die Augen herum sanft abklopfen.

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