Muttermilch: Warum ist sie so gesund?

Redaktion PraxisVITA

Die optimale Nahrung für Säuglinge? Muttermilch. Sie ist einzigartig und ein Wunder der Natur. In der Muttermilch stecken viele wichtige Nährstoffe und Antikörper gegen mögliche Krankheiten. Doch was machen Mütter, wenn Stillen nicht möglich ist? Kann Flaschennahrung die Muttermilch ersetzen?

Eine Mutter stillt ihr Baby
Muttermilch versorgt das Neugeborene mit allen wichtigen Nährstoffen Foto:  istock_tomsickova
Inhalt
  1. Wie und wann produziert der Körper Muttermilch?
  2. Welche Nährstoffe sind in der Muttermilch enthalten?
  3. Wie stärkt Muttermilch die Abwehrkräfte?
  4. Welche Empfehlungen gelten für die Stilldauer?
  5. Flaschennahrung statt Muttermilch?

Muttermilch: eine gesunde Stillmahlzeit

Muttermilch ist die optimale Nahrung für Säuglinge. In ihr stecken viele wichtige Nährstoffe und Antikörper gegen mögliche Krankheiten. Kinderärzte empfehlen daher eine Stillzeit von mindestens sechs Monaten.

Muttermilch ist extrem gesund. Denn die Natur hat ihre Zusammensetzung genau auf die Bedürfnisse des Säuglings abgestimmt. Sie enthält nicht nur zahlreiche Nährstoffe, sondern auch wechselnde Anteile an Fett und Wasser, damit das Baby optimal versorgt wird.

 

Wie und wann produziert der Körper Muttermilch?

Etwa ab der Hälfte der Schwangerschaft sorgen die Hormone Prolaktin und Progesteron dafür, dass die Brustdrüsen richtig aktiv werden. Sie entwickeln ihre Fähigkeit, Milch zu produzieren und abzugeben. Manche Frauen bemerken schon nach kurzer Zeit Absonderungen aus der Brust. Dass sich vorher schon Sekret in den Drüsen sammelt, ist normal. Doch erst nach der Geburt kann die Milch richtig abgegeben werden.

Durch das Saugen an den Brustwarzen löst das Baby das Signal für den Körper aus: Das Nervensystem reguliert zusammen mit dem Hormon Prolaktin die Milchmenge. Im Durchschnitt sind es 800 Milliliter täglich, die Menge ist jedoch von Frau zu Frau unterschiedlich und hängt auch von den Trinkgewohnheiten des Säuglings ab.

Frau legt Baby an ihre Brust zum Füttern
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Die Muttermilch kann jedoch nur fließen, weil das Hormon Oxytocin die Durchgänge freimacht. Zunächst entsteht die nährstoffreiche Erstmilch, auch Vormilch oder Kolostrum genannt. Der richtige Milcheinschuss setzt etwa ab dem vierten Tag des Stillens ein. Aus der Vormilch ist dann die sogenannte Übergangsmilch geworden, die alternativ als transitorische Milch bezeichnet wird. Erst nach rund 14 Tagen entwickelt sich die reife Frauenmilch. Sie wird über die gesamte restliche Stillzeit produziert.

Auch während des Stillvorgangs verändert sich die Zusammensetzung der Milch. Zunächst dient sie als Durstlöscher und ist daher als sogenannte Vordermilch eher wässrig und fettarm. Es folgt nach ungefähr zwei bis drei Minuten die Hintermilch oder Hauptmilch, die mehr Fett und damit Energie liefert. Beim Anlegen an der zweiten Brust beginnt dieser Vorgang keineswegs von vorn. Stattdessen besteht die Säuglingsnahrung dann aus einer Mischung aus Vorder- und Hintermilch.

 

Welche Nährstoffe sind in der Muttermilch enthalten?

Die Zusammensetzung jeder einzelnen Stillmahlzeit ist perfekt auf die Bedürfnisse des Babys abgestimmt, weswegen Muttermilch die ideale Säuglingsnahrung ist. Insgesamt enthält sie mehr als 200 Bestandteile. So gesund ist sie aufgrund der vielen Nährstoffe, die in ihr stecken.

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Zu den Inhaltsstoffen gehören:

  • Wasser
  • Molkenproteine
  • leicht verdauliche Eiweiße
  • Kohlenhydrate (Milchzucker/Laktose)
  • gesunde Fettsäuren
  • Spurenelemente
  • Vitamine
  • Mineralstoffe
 

Wie stärkt Muttermilch die Abwehrkräfte?

Die Muttermilch ist nicht bloß Nahrung, sondern gleichzeitig eine Art Schutzschild. Sie sorgt dafür, dass der Säugling nicht mit schädlichen Keimen infiziert wird. Denn in der Milch stecken neben den oben genannten Nährstoffen unter anderem Antikörper, Wachstumsfaktoren und Bakterien. Schon in der Erstmilch (Vormilch oder Kolostrum) befinden sich unzählige Abwehrstoffe, die vor Krankheiten, wie Magen-Darm-Erkrankungen oder Atemwegsinfekten aber auch vor Allergien schützen.

Das ist wichtig, weil das Immunsystem eines Säuglings noch nicht voll entwickelt ist. Abwehrmechanismen entwickeln sich erst nach und nach in den ersten Monaten nach der Geburt – vor allem durch die Muttermilch.

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Welche Empfehlungen gelten für die Stilldauer?

Die Nationale Stillkommission stimmt mit den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) überein: Im Idealfall sollte die Stillzeit bei sechs Monaten liegen. Das bezieht sich auf den Zeitraum, in dem das Baby ausschließlich mit Muttermilch versorgt wird. Nach sechs Monaten kann das Stillen um Breikost ergänzt werden. Insgesamt gilt eine Stilldauer von etwa zwei Jahren als sinnvoll.

 

Flaschennahrung statt Muttermilch?

Zu wenig Milch, Saugverwirrung, Brustwarzenentzündung: Nicht jede Frau kann stillen und nicht jedes Baby kann trinken. Falls es möglich sein sollte, ist das Abpumpen von Muttermilch eine Alternative. Reicht die produzierte Frauenmilch nicht aus, können Eltern problemlos zur Flaschennahrung greifen.

Eine Mutter stillt ihr Kind
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Die Säuglingsnahrungsmittel sind heutzutage sehr nah am Original, der Muttermilch. In manchen Situationen ist es sogar ratsam, zur Flasche zu greifen, anstatt zu stillen, etwa wenn die Mutter eine behandlungsbedürftige Erkrankung hat. Denn in einem solchen Fall würden mit der Muttermilch nicht nur hilfreiche, sondern auch schädliche Stoffe übertragen werden. Auch wenn das Baby eine Laktoseintoleranz hat, den Milchzucker also nicht verträgt oder eine andere Allergie entwickelt, sollte Muttermilch durch Flaschennahrung ersetzt werden.

Quellen:

Aromaforschung: Was ist drin in Muttermilch - Von Mythos und Realität, in: Bundesministerium für Bildung und Forschung 

Brustentwicklung & Bildung von Muttermilch, in: Frauenaerzte im Netz

Empfehlungen zur Stilldauer - Einführung von Beikost, in: Bundesinstitut für Risikobewertung 

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