Muttermilch – warum ist sie so gesund?

Redaktion PraxisVITA

Die optimale Nahrung für Säuglinge? Muttermilch. Sie ist einzigartig und ein Wunder der Natur. In der Muttermilch stecken viele wichtige Nährstoffe und Antikörper gegen mögliche Krankheiten. Doch das ist noch nicht alles. Muttermilch kann noch mehr. Wir verraten Ihnen alles Wissenswerte.

Kind schaut Mutter beim Stillen an
Foto:  Steve Debenport/iStock
Inhalt
  1. Wie entsteht Muttermilch?
  2. Welche Nährstoffe sind in Muttermilch enthalten?
  3. Muttermilch stärkt die Abwehrkräfte
  4. Und wenn ich nicht stillen kann?
 

Wie entsteht Muttermilch?

Etwa ab der Hälfte der Schwangerschaft sorgen die Hormone Prolaktin und Progesteron dafür, dass die Brustdrüsen richtig aktiv werden. Sie entwickeln ihre Fähigkeit, Milch zu produzieren und abzugeben. Manche Frauen bemerken schon nach kurzer Zeit Absonderungen aus der Brust. Dass sich vorher schon etwas Sekret in den Drüsen sammelt, ist ganz normal. Doch erst nach der Geburt kann die Milch auch richtig abgegeben werden. Durch das Saugen an den Brustwarzen löst das Baby das Signal für den Körper aus: Das Nervensystem reguliert zusammen mit dem Hormon Prolaktin, wie viel Muttermilch produziert wird. Im Durchschnitt sind es 800 Milliliter täglich, die Menge ist jedoch von Frau zu Frau unterschiedlich und hängt auch von den Trinkgewohnheiten des Säuglings ab.

Die Muttermilch kann jedoch nur fließen, weil das Hormon Oxytozin die Durchgänge frei macht. Zunächst für die nährstoffreiche Erstmilch, dem sogenannten Kolostrum, das bei manchen Frauen auch schon vor der Geburt abgesondert wird. Ab dem vierten Tag des Stillens wird sich daraus eine Übergangsmilch, auch transitorische Milch genannt, entwickeln und nach rund 14 Tagen die reife Muttermilch.

Mutter mit Baby beim Sport
Service Kann Muttermilch durch zu viel Sport sauer werden?

 

Welche Nährstoffe sind in Muttermilch enthalten?

Die Muttermilch ist aufgrund der vielen Nährstoffe, die in ihr stecken so gesund.

Zu den Inhaltsstoffen der Muttermilch gehören:

  • Wasser
  • Molkenproteine
  • leicht verdauliche Eiweiße
  • gesunde Fettsäuren
  • Spurenelemente
  • Kohlenhydrate
  • Vitamine
  • Mineralstoffe
 

Muttermilch stärkt die Abwehrkräfte

Was viele nicht ahnen: Die Muttermilch ist nicht bloß Nahrung, sondern auch eine Art Schutzschild. Sie sorgt dafür, dass der Säugling nicht mit schädlichen Keimen infiziert wird. Denn in der Milch stecken neben den oben genannten Nährstoffen unter anderem auch Antikörper, Wachstumsfaktoren und Bakterien. Ja, schon in der Erstmilch (Kolostrum) befinden sich unzählige Abwehrstoffe, die vor Krankheiten wie Magen-Darm-Erkrankungen oder Atemwegs­infekten schützen.

Und das ist auch gut so, denn das Immunsystem eines Säuglings ist noch nicht voll entwickelt und dementsprechend anfällig. Abwehrmechanismen entwickeln sich erst nach und nach in den ersten Monaten nach der Geburt – eben durch die wichtige Muttermilch. Die sich darin befindenden antimikrobiellen, antientzündlichen und immunmodulierenden Faktoren bewahren das Kind vor Krankheitserregern und fördern die Entwicklung des Immunsystems. Es findet eine Prägung des Abwehrsystems statt, die ein Leben lang von Bedeutung ist – auch noch im Erwachsenenalter.

Schwangere mit Teebecher
Service So belastet sind Schwangerschafts- und Stilltees

 

Und wenn ich nicht stillen kann?

Zu wenig Milch, Saugverwirrung, Brustentzündung: Nicht jede Frau kann stillen und nicht jedes Baby kann trinken. Doch auf wen das zutrifft, braucht keine Angst davor haben, dass es seinem Kind an etwas fehlen wird. Auch Flaschennahrung lässt Ihr Kind gesund heranwachsen. Es sind schließlich die Hersteller von Säuglingsmilcherzeugnissen, die das Gebiet rund um die Muttermilch intensiv erforschen. Diese Säuglingsnahrungsmittel sind heutzutage schon sehr nah am Original, der Muttermilch. Die Qualität der Hauptbestandteile ist sehr gut. Nur bei den vielen kleineren Bestandteilen, die sonst in der Muttermilch vorhanden sind, wird es schwieriger. Denn Hormone oder die Dynamik der Muttermilch lassen sich in einem Pulver nur schwer nachahmen.

In manchen Situationen ist es sogar ratsam, zur Flasche zu greifen, anstatt zu stillen. Wann genau? Zum Beispiel, wenn die Mutter eine Erkrankung hat, die behandelt wird, wie zum Beispiel eine offene Tuberkulose. Denn in einem solchen Fall würden mit der Muttermilch nicht nur hilfreiche, sondern auch schädliche Stoffe übertragen werden. Auch wenn das Baby eine Laktoseintoleranz hat, den Milchzucker also nicht verträgt oder eine andere Allergie vorweist, sollte auf das Geben der Muttermilch verzichtet werden.

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2019 praxisvita.de. All rights reserved.