Mutter stirbt an Wespenstich

Wespen auf einem Kuchenteller
Ein Wespenstich ist meist harmlos – doch für Allergiker kann er tödlich enden © Fotolia

Während eines Sommerausflugs im Park wurde eine Hamburgerin von einer Wespe gestochen – und verstarb wenige Tage später an den Folgen des Stichs. Wie konnte das passieren? Praxisvita klärt auf.

Einem Bericht der „Hamburger Morgenpost“ zufolge machte die dreifache Mutter am 22. August einen Ausflug in den Hamburger Stadtpark. Dort wurde sie von einer Wespe in die Achsel gestochen und erlitt daraufhin einen Krampfanfall. Zeugen riefen den Notarzt – als dieser eintraf, gab die Frau bereits kein Lebenszeichen mehr von sich und musste wiederbelebt werden. Das Blatt berichtet weiter, dass die Patientin im Krankenhaus ins Koma fiel und vier Tage später verstarb.

 

Das passiert bei einem allergischen Schock

Die Patientin hatte die stärkste mögliche allergische Reaktion – einen allergischen Schock, in Fachkreisen anaphylaktischer Schock genannt. Dabei zeigen sich schon wenige Sekunden nach dem Kontakt mit dem Allergen – in diesem Fall dem Wespenstich – Symptome wie Übelkeit und Erbrechen, starke Kreislaufbeschwerden, Angstzustände, Herzrasen und Atemnot auf. Typisch sind außerdem Hautausschläge mit starkem Juckreiz, ein trockener Mund und eine brennende Zunge. Es kommt zu Blutdruckabfall, Bewusstlosigkeit und schließlich zum Atem- und Kreislaufstillstand.

Schocklage
Bei einem allergischen Schock sollten Betroffene in die Schocklage gebracht werden© Fotolia
 

Therapie eines allergischen Schocks

Treten erste Anzeichen eines allergischen Schocks auf, muss sofort ein Notarzt verständigt werden. Ersthelfer sollten den Betroffenen in die Schocklage bringen (Rückenlage, Beine angehoben). Trifft der Notarzt ein, verabreicht er dem Patienten Medikamente (z.B. Adrenalin) über einen Zugang in die Vene und versorgt ihn mit einer Sauerstoffmaske mit Sauerstoff. Der Betroffene wird in die Intensivstation eines Krankenhauses gebracht und dort weiter behandelt und beobachtet.

 

Notfallset für Allergiker

Menschen, die wissen, dass sie stark allergisch auf Insektenstiche reagieren, sollten immer ein Notfallset bei sich führen – das Rezept dafür erhalten sie von ihrem Arzt. Es beinhaltet ein Antihistaminikum, ein Kortisonpräparat und einen sogenannten Adrenalin-Autoinjektor. Damit kann sich der Betroffene nach einem Stich sofort selbst Adrenalin injizieren. Dieses Hormon normalisiert Atmung, Blutdruck und Herzschlag und wirkt außerdem abschwellend. Vorsichtshalber sollte aber nach dem Einsatz des Notfallsets dennoch der Notarzt verständigt werden.

Hamburg, 9. September 2015

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