Angst - was löst sie in unserem Körper aus?

Muskeln – Welche Kräfte werden bei Angst gesteigert?

Sekunden nach der Adrenalin-Explosion im Körper maximiert das Stresshormon die Wachsamkeit. Die Pupillen erweitern sich, um so viel Licht wie möglich aufzunehmen. Einer neuen Studie der Rutgers University zufolge könnte Angst auch das Gehör schärfen. In einem Versuch mit Mäusen verbesserte sich ihr Hörvermögen um das Vierfache. Die Stresshormone putschen auch die Muskeln auf. Die spannen sich an und steigern unser Reaktionsvermögen. Die Venen in der Haut verengen sich und versorgen die Haupt-Muskelgruppen schneller mit sauerstoffreichem Blut. Als Hilfssheriff Dan Perkins von der Feuerwalze überrascht wird, steht er etwa 60 Meter von seinem Auto entfernt. "Ich habe nicht einmal darüber nachgedacht, was ich mache oder wo ich hinwill. Ich bin einfach nur gerannt", erzählt er. Perkins beschleunigt in Sekundenbruchteilen auf das Tempo eines Hochleistungssprinters. Nur, wie ist das möglich? "Die Muskeln halten immer ein Energiedepot für Notfälle bereit", erklärt der US-Physiotherapeut Todd Schroeder. Diese Reserve besteht aus dem Molekül Adenosintriphosphat (ATP) und feuert die Muskeln extrem an. Das ATP wirkt zwar nur wenige Sekunden lang, aber für Perkins reicht die Zeit aus, um sich in sein Auto zu retten. Wenn die Bedrohung vorüber ist, stellt der Körper wieder auf den Ruhe-Modus um. Denn um Angstzuständen vorzubeugen, leitet der Thalamus Eindrücke von potenziellen Gefahren nicht nur an das Angstzentrum, sondern auch an die Sinnesareale im Cortex weiter. Hier werden die Informationen genauer analysiert und mit Erinnerungen abgeglichen. Der Prozess ist rationaler, dauert aber auch mindestens doppelt so lange wie die Kampfoder-Flucht-Reaktion. Deshalb braucht es oft ein paar Momente, bis wir uns von einem Schock erholen.

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