Muskelkater durch Übersäuerung?

Dehnen vor und nach dem Sport bringt nichts
Dehnen vor und nach dem Sport bringt nichts, im Gegenteil, durch das Stretchen entsteht schneller Muskelkater © IStock

Ist eine Übersäuerung oder Verkrampfung die Ursache für Muskelkater? Hilft Dehnen vor und nach dem Sport? Was führt wirklich zu einer Muskelverkrampfung?

Man sieht es immer wieder: Hobbysportler, die vor dem Joggen noch schnell Bein-Streckübungen an der Parkbank machen. Sie wollen die Muskeln dehnen, um Muskelkater vorzubeugen. Der beginnt meist einen Tag nach dem Sport und erreicht seinen Höhepunkt zwei Tage später.

Diese Idee stammt aus der Zeit, als man dachte, Muskelkater sei eine Art Verkrampfung und Übersäuerung durch Ansammlung von Milchsäure. Dehnung wurde empfohlen, um die Blutversorgung der Muskulatur und die Sauerstoffversorgung zu verbessern. Heute weiß man aber, dass winzige Muskelfaserrisse durch ungewohnt starke Belastungen entstehen. Das führt zu kleinen lokalen Entzündungen und zu den typischen Schmerzen.

Auch nach dem Sport bringt Dehnen nichts. Hier ist eher das Gegenteil der Fall. Dehnübungen tragen noch zum Muskelkater bei. Besonders nach Kraft- und Ausdauerübungen sind gezieltes Abwärmen und Auslaufen, Auslockern, Sauna und Massage sinnvoll. Durch starke Dehnübungen würde sich in dem Moment die Durchblutung der Muskulatur verschlechtern, die Wahrscheinlichkeit für Muskelkater steigt. Wer trotzdem dehnen will, sollte zwischen Sporteln und Dehnen mindestens 45 Minuten Pause machen.

Fazit: Dehn-Übungen haben auf Muskelkater überhaupt keinen positiven Einfluss.

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