Mushroom Coffee: Was steckt hinter Pilz-Kaffee?

Redaktion PraxisVITA

Ein Heißgetränk aus Pilzen und Kaffee? Nun, das sollte Kaffee-Liebhaber wohl im ersten Moment in Schockstarre versetzen.  Doch Mushroom Coffee soll unter anderem die Konzentrationsfähigkeit steigern und das Immunsystem stärken – und dabei noch gut schmecken.

Frau rührt in Tasse mit Mushroom Coffee
Mushroomcoffee ist Kaffee mit Pilzextrakt. Er soll viele gesundheitliche Vorteile mit sich bringen Foto:  iStock/xijian
Inhalt
  1. Was ist Mushroom Coffee?
  2. Wie wird Pilz-Kaffee hergestellt und zu Hause zubereitet?
  3. Wirkung: Pilz-Kaffee – warum ist er so gesund?
  4. Pilz-Kaffee: Muss ich mit Nebenwirkungen rechnen?
  5. Welche Pilze können zu Mushroom Coffee verarbeitet werden?
  6.  
 

Was ist Mushroom Coffee?

Mushroom Coffee – das ist eigentlich gar nichts Neues. Da Kaffee im Zweiten Weltkrieg zu den knappen Gütern gehörte, mussten die Menschen sich Alternativen suchen und wurden erfinderisch. In Deutschland verwendete man überwiegend Malzkaffee, um den Kaffee-Durst zu stillen. Doch in Finnland fand man Gefallen am dort beheimateten Chaga-Pilz (Schiefer Schillerporling). Die heilende Wirkung war schon früher bekannt, besonders schworen die Asiaten und Finnen drauf.

Doch was steckt denn nun hinter dem Mushroom Coffee? Eigentlich nichts anderes als Kaffeepulver, das mit Heilpilz-Extrakten (z.B. Chaga, Reishi, Cordyceps) angereichert wird. Pilz-Kaffee können Sie abgepackt im Handel oder online kaufen.

 

Wie wird Pilz-Kaffee hergestellt und zu Hause zubereitet?

Die Zubereitung ist denkbar einfach: Pulver in eine Tasse geben, heißes Wasser drüber kippen, umrühren, etwas abkühlen lassen und trinken. Die Herstellung bedarf ein wenig mehr Arbeit: Sie erfolgt durch Sprüh- bzw. Zerstäubungstrocknung. Denn benötigt werden Pulverextrakte, die mit Instantkaffee vermischt werden können. Frisch gemahlener Bohnenkaffee wäre in Kombination mit den Pilzen absolut nicht lagerfähig.

 

Wirkung: Pilz-Kaffee – warum ist er so gesund?

Pilz-Kaffee soll Konzentrationsfähigkeit sowie Gehirnleistung steigern. Außerdem soll Mushroom Coffee unser Immunsystem stärken. Und wenn man sich die enthaltenen Mineralstoffe, Spurenelemente und Antioxidantien genauer ansieht, wird klar, warum dem so ist. Pilz-Kaffee enthält sogar mehr Antioxidantien als normaler Kaffee. Sie können zum Beispiel bei der Bekämpfung von (chronischen) Krankheiten helfen. Antioxidantien wirken gegen oxidativen Stress durch freie Radikale. 

Zusätzlich sollen Heilpilze einen Überschuss an Säure im Körper regulieren und der Verdauung guttun – die Pilze agieren also auch als eine Art basisches Nahrungsmittel. Sie enthalten antibakterielle, entzündungshemmende Eigenschaften. Einige der enthaltenen Vielfachzucker (Polysaccharide) wirken im Verdauungssystem wie Präbiotika. Einige Wissenschaftler behaupten sogar, dass die Vielfachzucker der Insulinempfindlichkeit (bei Diabetes) entgegenwirken sollen.

Gesund abnehmen Entsäuerung des Körpers – Säuren und Basen ins Gleichgewicht bringen

Wobei die Heilpilze des Kaffees helfen können:

  • Chronische Krankheiten
  • Diabetes
  • Freie Radikale bzw. oxidativer Stress
  • Schwaches Immunsystem
  • Verdauungsstörungen

Mushroom Coffee verbessert die Gedächntnisleistung

Wissenschaftler fanden im Zuge mehrerer Studien heraus, dass der Igel-Stachelbart das Gedächtnis sowie die Gehirnfunktion verbessern kann. Er kann bei Konzentrationsschwäche und Aufmerksamkeitsdefizit helfen, etwa durch seine neutrophischen Effekte.

Abnehmen mit Pilzkaffee?

Wer sein Gewicht reduzieren möchte, der kann sich an der Wirkung des Reishi-Pilzes (Glänzender Lackporling) erfreuen. Ihm wird unter anderem zugeschrieben, dass er den Stoffwechsel anregt und somit das Verbrennen von Kalorien in besonderem Maße fördert. Der Reishi-Pilz ist außerdem vorteilhaft für unsere Leberfunktion, er kann sie stärken. Warum? Er ist reich an Adaptogenen. Diese Adaptogene können dabei helfen, Abfallstoffe und Toxine effizienter aus dem Körper zu spülen. Bei akuten Leberschäden sollen schützende (hepatoprotektive) Effekte erreicht werden können. Auch lassen sich Lebererkrankungen vorbeugen.

Wirkung auf den Darm

Der Chaga-Pilz (Schiefer Schillerporling) soll laut einiger Studien vorteilhaft im Kampf gegen Dickdarmkrebs sein. Das enthaltene Ergosterolperoxid soll ihn hemmen können. Den Wissenschaftlern zufolge würden die Eigenschaften des Ergosterolperoxids für seine Verwendung als Ergänzung zur Chemoprävention bei Dickdarmkrebs sprechen.

Gut zu wissen: Wenn Sie auf normalen Kaffee stark reagieren – zum Beispiel mit Unruhe und Nervosität – können Sie vom Pilz-Kaffee profitieren. Er enthält nämlich nur etwa die Hälfte des Koffeins der gleichen Menge normalen Kaffees. Wacher und konzentrierter werden Sie trotzdem. 

 

Pilz-Kaffee: Muss ich mit Nebenwirkungen rechnen?

Mushroom Coffee ist besser verträglich als normaler (nicht-versetzter) Kaffee. Keine Nervosität, kein Sodbrennen, keine Einschlafprobleme. Die meisten Hersteller empfehlen dennoch eine tägliche Höchstmenge von zwei Päckchen – auch, wenn die Menge an Koffein niedriger ist als bei normalem Kaffee.

Bei einer bestehenden Allergie gegen Pilze ist Vorsicht geboten. Es kann sein, dass Sie eine Allergie gegen einen der verwendeten Pilze haben, dann sollten Sie lieber auf den Konsum von Mushroom Coffee verzichten. Sollten Sie an einer Autoimmunerkrankung (z.B. Multiple Sklerose, Lupus, Arthritis) leiden, gibt es einige Ärzte, die sagen, dass Heilpilze die Symptome verschlimmern können.

Selbiges gilt für Blutgerinnungsstörungen. Deshalb ist es ratsam, vor dem Konsum ausreichend Informationen über das Produkt einzuholen. Verwenden Sie am besten nur hochwertige Pilz-Kaffeesorten von Qualitäts-Herstellern. Und falls Sie an einer Krankheit leiden, konsultieren Sie vorher Ihren behandelnden Arzt.

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Welche Pilze können zu Mushroom Coffee verarbeitet werden?

Für die Herstellung von Pilzkaffee können unterschiedliche Heilpilze hinzugezogen werden – bzw. deren essenzielle Bestandteile mit gesundheitlichem Nutzen. Im Herstellungsprozess sammelt man diese Bestandteile in höherer Konzentration.  Zu den am häufigsten dafür verwendeten Arten gehören zum Beispiel:

  • Schiefer Schillerporling (auch: Chaga)
  • Glänzender Lackporling (auch: Reishi, Ganoderma lucidum)
  • Schlauchpilze (z.B. Cordyceps)
  • Igel-Stachelbart (auch: Affenkopfpilz, Löwenmähne, jap. Yamabushitake)
  • Schmetterlings-Tramete (auch: Coriolus, Bunte Tramete oder Schmetterlingsporling)
 

 

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